Berichte von der Jugendakademie 2015

3. April 2015 - Der selbst organisierte Abschlussabend an Gründonnerstag gehört traditionell zu jeder Jugendakademie. Auch in diesem Jahr hatten sich dafür wieder viele Gäste auf den Weg nach Neuhausen gemacht. Neben Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (MdB), waren unter anderem auch Andreas Höger, Referatsleiter im Bundesministerium des Innern, der stellvertretende Bürgermeister von Neuhausen, Rolf Haas, THW-Vizepräsident Gerd Friedsam sowie Bundesjugendleiter Ingo Henke zu Gast in der THW-Bundesschule und nahmen mit großem Interesse an der Abschlussfeier teil.

Die beiden Jugendlichen Inga Müller und Gerold Stabel begrüßten alle herzlich zum abwechslungsreichen Abendprogramm. Gleich zu Beginn erfolgte dann die bildhafte Darstellung der Simulation „die Stunde Null“. Hierbei präsentierten in einem kleinen Theaterstück Patrick Wiedemann und Gerrit Janssen auf lustige Art und Weise die Erlebnisse der ersten zwei Tage der Jugendakademie. Dass hier nicht alles so ganz demokratisch zuging, nahmen die Gäste mit einem Schmunzeln zur Kenntnis. Es war aber deutlich zu sehen, dass die jungen Nachwuchseinsatzkräfte auch schwierige Situationen gemeinsam meistern und lösen.

Mit ein paar Zwischenworten leiteten Inga und Gerold über zu den Seminaren der diesjährigen JA! Mehrere Jugendliche präsentierten ihr erlerntes Wissen den anderen Seminargruppen, aber auch den Gästen. In vier Gruppen sollten die Jugendlichen zu den Aspekten „Wer sind wir - was ist uns wichtig?“, „Wer sind wir - wie funktionieren wir?“, „Wer sind wir - was brauchen wir?“ und „Wer sind wir - wen gibt es noch?“ ihren Beitrag zur so genannten „Gemeinschaftscharta“ erarbeiten. Die fünf großen Zahnräder an der Wand, in denen die Jugendlichen ihre Leitsätze und Prinzipien für das Gemeinschaftsleben als Jugendakademie zusammengetragen hatten, zeigten, dass die Teilnehmenden es geschafft hatten, das gemeinsame Ziel zu erreichen. In einem Zahnrad der „Gemeinschaftscharta“ unterschrieben unter der Überschrift „Wer sind wir“ an diesem Abend alle Gäste und Teilnehmende und betonten somit die Verbindlichkeit der aufgeschriebenen Grundsätze.

Es folgte die Verteilung der Teilnahme-Zertifikate durch die Dozentinnen und Dozenten. Die Jugendlichen nahmen diese mit Stolz entgegen, da auch anstrengende und nervenraubende Stunden hinter ihnen lagen. Die Teilnahme an den Seminaren kann mit dieser Bescheinigung auch für die Verlängerung der JuLeiCa anerkannt werden. Auch für die ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer der JA! 2015 gab es Zertifikate für ihr Engagement.

Völlig überraschend wurden die Betreuerinnen, die Betreuer und die JA!-Leitung danach noch einmal nach vorne gebeten. Für die schöne und abwechslungsreiche Zeit dankten die Jugendlichen allen Mitgliedern des Organisationsteams - Schokolade für die Herren, Rosen für die Damen.

Der offizielle Teil des Abschlussabends war nun vorbei – es folgten Gespräche unter den Gästen und den Teilnehmenden, während vorne an der Leinwand lustige Schnappschüsse der vergangenen Woche präsentiert wurden. Mit dem Ausklang des Abends endete die ereignisreiche und für alle spannende JA! 2015.

Auch in diesem Jahr trugen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viele lehrreiche Eindrücke und interessanten Erfahrungen mit nach Hause und in die THW-Ortsverbände. Zu erwähnen ist auch, dass während der JA! viele neue Freundschaften entstanden sind.

Das nächste Wiedersehen ist bereits in Planung: Im Jahr 2016 wird die Jugendakademie von THW-Bundesschule und THW-Jugend e.V. wieder vom 29. März bis 3. April in Neuhausen stattfinden.

Text: Marcel Edelmann

Rote Rosen und Schokolade als Dank bei der JA! 2015

3. April 2015 - Der selbst organisierte Abschlussabend an Gründonnerstag gehört traditionell zu jeder Jugendakademie. Auch in diesem Jahr hatten sich dafür wieder viele Gäste auf den Weg nach Neuhausen gemacht. Neben Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (MdB), waren unter anderem auch Andreas Höger, Referatsleiter im Bundesministerium des Innern, der stellvertretende Bürgermeister von Neuhausen, Rolf Haas, THW-Vizepräsident Gerd Friedsam sowie Bundesjugendleiter Ingo Henke zu Gast in der THW-Bundesschule und nahmen mit großem Interesse an der Abschlussfeier teil.

Die beiden Jugendlichen Inga Müller und Gerold Stabel begrüßten alle herzlich zum abwechslungsreichen Abendprogramm. Gleich zu Beginn erfolgte dann die bildhafte Darstellung der Simulation „die Stunde Null“. Hierbei präsentierten in einem kleinen Theaterstück Patrick Wiedemann und Gerrit Janssen auf lustige Art und Weise die Erlebnisse der ersten zwei Tage der Jugendakademie. Dass hier nicht alles so ganz demokratisch zuging, nahmen die Gäste mit einem Schmunzeln zur Kenntnis. Es war aber deutlich zu sehen, dass die jungen Nachwuchseinsatzkräfte auch schwierige Situationen gemeinsam meistern und lösen.

Mit ein paar Zwischenworten leiteten Inga und Gerold über zu den Seminaren der diesjährigen JA! Mehrere Jugendliche präsentierten ihr erlerntes Wissen den anderen Seminargruppen, aber auch den Gästen. In vier Gruppen sollten die Jugendlichen zu den Aspekten „Wer sind wir - was ist uns wichtig?“, „Wer sind wir - wie funktionieren wir?“, „Wer sind wir - was brauchen wir?“ und „Wer sind wir - wen gibt es noch?“ ihren Beitrag zur so genannten „Gemeinschaftscharta“ erarbeiten. Die fünf großen Zahnräder an der Wand, in denen die Jugendlichen ihre Leitsätze und Prinzipien für das Gemeinschaftsleben als Jugendakademie zusammengetragen hatten, zeigten, dass die Teilnehmenden es geschafft hatten, das gemeinsame Ziel zu erreichen. In einem Zahnrad der „Gemeinschaftscharta“ unterschrieben unter der Überschrift „Wer sind wir“ an diesem Abend alle Gäste und Teilnehmende und betonten somit die Verbindlichkeit der aufgeschriebenen Grundsätze.

Es folgte die Verteilung der Teilnahme-Zertifikate durch die Dozentinnen und Dozenten. Die Jugendlichen nahmen diese mit Stolz entgegen, da auch anstrengende und nervenraubende Stunden hinter ihnen lagen. Die Teilnahme an den Seminaren kann mit dieser Bescheinigung auch für die Verlängerung der JuLeiCa anerkannt werden. Auch für die ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer der JA! 2015 gab es Zertifikate für ihr Engagement.

Völlig überraschend wurden die Betreuerinnen, die Betreuer und die JA!-Leitung danach noch einmal nach vorne gebeten. Für die schöne und abwechslungsreiche Zeit dankten die Jugendlichen allen Mitgliedern des Organisationsteams - Schokolade für die Herren, Rosen für die Damen.

Der offizielle Teil des Abschlussabends war nun vorbei – es folgten Gespräche unter den Gästen und den Teilnehmenden, während vorne an der Leinwand lustige Schnappschüsse der vergangenen Woche präsentiert wurden. Mit dem Ausklang des Abends endete die ereignisreiche und für alle spannende JA! 2015.

Auch in diesem Jahr trugen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viele lehrreiche Eindrücke und interessanten Erfahrungen mit nach Hause und in die THW-Ortsverbände. Zu erwähnen ist auch, dass während der JA! viele neue Freundschaften entstanden sind.

Das nächste Wiedersehen ist bereits in Planung: Im Jahr 2016 wird die Jugendakademie von THW-Bundesschule und THW-Jugend e.V. wieder vom 29. März bis 3. April in Neuhausen stattfinden.

Text: Marcel Edelmann

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31. März 2015 - Sie fahren beeindruckende Feuerwehr-Fahrzeuge – in Deutschland echte Exoten: Die Feuerwehren der US Army. Am Dienstagnachmittag ging es für die Teilnehmenden der Jugendakademie 2015 auf Tour zum Besuch der Feuerwache der US Army in Stuttgart. Dieser Standort ist einer von elf Stützpunkten deutschlandweit.

30 Mitarbeiter sind in der “Fire Station” auf dem Gelände des Stuttgarter Flughafens im Schichtsystem eingesetzt. Die Alarmierung für Einsätze erfolgt wie bei einer Berufs- oder Freiwilligen Feuerwehr über die Funkmeldeempfänger. Die Einsätze pro Jahr betragen bei diesem Standort rund 1000, dies entspricht etwa drei Alarmierungen pro Tag.

Die US Army Stuttgart hat neben dem militärischen Gelände am Flughafen den Brandschutz in den umliegenden Kasernen sicherzustellen, hierfür existiert ein großer Fuhrpark aus Lösch-, Hub- und Hilfsfahrzeugen.

Während der Führung durch die Fahrzeughalle wurden den Jugendlichen sehr viel über die Aufgaben erklärt. Zum Beispiel die Feuerlöscher-Annahme und -Ausgabe zur Wartung, die Instandhaltung der Brandmeldeanlagen sowie die Überprüfung der Einhaltung von speziellen amerikanischen Vorschriften gehören zum Tagesgeschäft.

Ein „Fire fighter“ erzählte den Jugendlichen einiges zu den Sonderfahrzeugen, diese sind grundsätzlich nach der Feuerwehrdienstvorschrift ausgestattet, allerdings zusätzlich mit Sonderausstattung aufgerüstet, so zum Beispiel die amerikanische Sirene. Grundlegend werden die „Fire fighters“ auch an der Landesfeuerwehrschule ausgebildet, müssen aber Zusatzqualifikationen, den „Airfield-Fire-Rescue-Lehrgang“ absolvieren und dürfen keine Sprachbarrieren haben.

Die Einsatzfahrzeuge werden mit maximal vier Kräften besetzt, dieses Konzept ist in den Vereinigten Staaten Standard. Aus zwei Löschfahrzeugen, zwei Panther Flugfeldlöschfahrzeugen, einer original US Fire Engine – amerikanisches Löschfahrzeug, vergleichbar mit deutschem HLF – einem Wechsellader-Fahrzeug, sowie einer Drehleiter und zwei kleineren Fahrzeugen als Kommando- und Erstversorgungsfahrzeugen besteht der Fuhrpark dieser Wache. Das amerikanische System ist: Viel Technik auf dem Fahrzeug, allerdings wenig Personal – dafür aber top ausgebildet.

Auf Nachfrage erzählte Fire fighter Zinke: „Mein spektakulärster Einsatz war, als ein Hotel in Stuttgart brannte und dort noch vermisste Personen gemeldet worden waren. Aber jeder Einsatz ist anders – an keinem Tag kommt Routine auf“.

Nach einem kurzen Einblick in die Rettungsleitstelle und einem Gruppenfoto vor einem Löschfahrzeug ging es dann wieder zurück zur THW-Bundesschule nach Neuhausen.

Text: Marcel Edelmann

Nie wieder Lampenfieber – Kommunizieren und Kooperieren beim Umgang mit Konflikten

30. März 2015 - Täglich erlebt und hört man sie – Konflikte. In unserer Gesellschaft gibt es kaum einen Bereich, bei dem es nicht zu Auseinandersetzungen kommt: im Privaten, in der Politik, im THW-Alltag, aber auch in der Jugendakademie. Dozentin Claudia Ruppert-Sand erklärte den Teilnehmenden, dass es normal ist, Konflikte als alltägliche Ereignisse zu betrachten und zu lernen, diese zu bewältigen. Im Seminar erfuhren die Jugendlichen, wie Konflikte entstehen, warum sie eskalieren und wie man sie von Anfang an vermeidet. Im zweiten Teil des Seminars lernten die Jugendlichen Strategien, um mit Lampenfieber klar zu kommen.

29. März 2015 - morgens um 9 Uhr in Neuhausen: Meteoriten schlagen ein, zerstören ganze Städte und löschen fast die komplette Zivilisation aus. Welche Auswirkungen dies auf die Erde, die Bevölkerung aber auch auf die Gesellschaft hat, erleben 40 Jugendliche gleich zu Beginn der 7. Jugendakademie (JA! 2015). Dieses fiktive Szenario findet unter dem Motto „Die Stunde Null – eine neue Gesellschaft entsteht“ an der THW-Bundesschule Standort Neuhausen statt.

Nach einem kurzen Einstiegsvideo über die aktuelle Situation wurden die Teilnehmenden zu verschiedenen Startpunkten rund um Neuhausen gebracht. Gerüstet mit dem Notwendigsten für zwei Tage, Kompass und Karte ging es los zum Camp. Durch die massive Zerstörung wurde das Strom- und Kommunikationsnetz beschädigt, sodass auch Smartphones und andere technische Geräte unbrauchbar waren. Nach fast zwei Stunden Fußmarsch erreichten alle vier Gruppen das teilweise zerstörte Lagergelände – manch eine Blase am Fuß blieb nicht aus.

Für die Teilnehmenden der JA! 2015 gab es keine Ruhepause, schließlich musste ein Lager instand gesetzt und organisiert werden. Es bildete sich ein „Stab“ – hier organisierten einige Jugendliche behelfsmäßig mit den vorhandenen Materialien wie Karten und Funkgeräten eine „Führungsstelle“. Die Akkus der Funkgeräte mussten zuvor aber erst wieder aufgeladen werden, wobei der Mangel an Benzin für das Stromaggregat offensichtlich wurde. Außerdem bauten die Überlebenden das Camp weiter auf, richteten einen Grillplatz ein und sammelten Brennholz.

Plötzlich tauchte ein bislang Unbekannter auf, der sich Olaf nannte. Er brachte der Gruppe wichtige Informationen zu Verstecken von Nahrungsmitteln, Treibstoff und Wasser mit. Er störte das Zusammenleben der bestehenden Gesellschaft aber auch, so dass er mit Misstrauen und Argwohn behandelt wurde. Nachdem Olaf endlich ihr Vertrauen erlangt hatte, wurden mehrere Suchtrupps zu den Lebensmittel-Verstecken geschickt.

Im Laufe des Tages wurden in sogenannten Vollversammlungen aller Teilnehmenden wichtige Beschlüsse gefasst, aber auch Konflikte angesprochen und diskutiert. Unstimmigkeiten zwischen verschiedenen Gruppierungen innerhalb der Gesellschaft waren offensichtlich und mussten gelöst werden. Das Kochen mit einfachen Hilfsmitteln stellte ebenso eine Herausforderung dar. Sowohl die begrenzten Lebensmittel sowie die wenigen Küchenutensilien waren nicht für alle ausreichend und ungewohnt.

Langeweile, der Reiz des Verbotenen oder der Drang nach Herausforderungen führten gegen den Willen der Stabsmitglieder zu einer mehrheitlichen Entscheidung, Risiken einzugehen und Warnungen zu ignorieren. Ein Erkundungsteam machte sich auf den Weg in die verbotene Zone. Anstatt wie erhofft neue Ressourcen zu finden, trafen sie aber auf eine verfeindete Gruppierung. Diese forderte Vorräte im Tausch gegen die festgehaltenen Bewohnerinnen und Bewohner des JA!-Camps.

Kaum war diese Herausforderung gemeistert, trafen plötzlich weitere Fremde ein. Sie waren auf Durchreise und baten um Essen, wurden aber sehr skeptisch empfangen und befragt. Die angebotene Tauschware, ein Kanister Treibstoff, hatte für den THW-Nachwuchs keinen großen Wert, trotzdem teilten sie mit den Fremden ihre knappen Lebensmittelvorräte.

Den ganzen Tag über wurden die Jugendlichen von den Betreuerinnen und Betreuern aus dem JA!-Team begleitet. Sie trugen gelbe Warnwesten und hielten sich im Hintergrund auf – als Teil der Inszenierung stellten sie den „Wind“ dar. Der „Wind“ war somit überall, bekam alles mit, griff aber in den Ablauf nicht ein.

Es war insbesondere für den „Wind“ hoch interessant zu beobachten, wie sich die Situation im Laufe der Zeit entwickelte. Nicht nur der Führungsstab, sondern alle kamen an ihre Grenzen, sowohl körperlich als auch psychisch. Denn die Eigendynamik war nicht zu stoppen. Die Nacht brach ein, es regnete, die Nerven lagen blank und die weiteren Stunden waren ungewiss, denn alle rechneten mit einem möglichen nächtlichen Überfall.

Nach einer kalten Nacht in den Zelten und am Lagerfeuer bauten die Camp-Bewohnerinnen und -Bewohner am nächsten Morgen ihr Lager ab und machten sich auf den Rückweg zur THW-Bundesschule in Neuhausen. Hier gilt es nun die Erlebnisse aufzuarbeiten und zu reflektieren. Das erlebte Szenario gab dafür mehr als genug Stoff. In den folgenden Seminaren und Workshops wird dies aufgegriffen. Die Jugendakademie von THW-Bundesschule und THW-Jugend e.V. dauert noch bis Karfreitag.

Text: Marcel Edelmann

Das kleine Einmaleins der Demokratie

In diesem Seminar wurden den Jugendlichen unterschiedliche Entscheidungsformen vorgestellt. Berit Nissen und Arne Semsrott, die gemeinsam das Seminar leiteten, brachten ihnen nahe, wie die Demokratie in Deutschland aufgebaut ist. Allerdings ist Demokratie nicht immer die beste Lösung. Wie Beschlüsse in demokratischen Gesellschaften und beim THW sowie der THW-Jugend getroffen werden können, wurde anhand von mehreren praktischen Übungsszenarien verdeutlicht.

Ohne gute Planung läuft nichts - Zeitmanagement

Das Seminar von Ewald Nagel zum Zeitmanagement beschäftigte sich mit den Problemen, die eine hohe Anzahl von Aufgaben und Terminen mit sich bringen, wenn die zur Verfügung stehende Zeit begrenzt ist. Dabei ging es darum, die wichtigsten Faktoren zu erkennen, die zu Zeitverlust führen und was die Jugendlichen dagegen tun können. Die Teilnehmenden sind nun in der Lage, selbständig Methoden und Arbeitstechniken des Zeitmanagements zu verwenden und einzusetzen.

Text: Marcel Edelmann

Jugendakademie besucht US Army-Firestation Stuttgart

31. März 2015 - Sie fahren beeindruckende Feuerwehr-Fahrzeuge – in Deutschland echte Exoten: Die Feuerwehren der US Army. Am Dienstagnachmittag ging es für die Teilnehmenden der Jugendakademie 2015 auf Tour zum Besuch der Feuerwache der US Army in Stuttgart. Dieser Standort ist einer von elf Stützpunkten deutschlandweit.

30 Mitarbeiter sind in der “Fire Station” auf dem Gelände des Stuttgarter Flughafens im Schichtsystem eingesetzt. Die Alarmierung für Einsätze erfolgt wie bei einer Berufs- oder Freiwilligen Feuerwehr über die Funkmeldeempfänger. Die Einsätze pro Jahr betragen bei diesem Standort rund 1000, dies entspricht etwa drei Alarmierungen pro Tag.

Die US Army Stuttgart hat neben dem militärischen Gelände am Flughafen den Brandschutz in den umliegenden Kasernen sicherzustellen, hierfür existiert ein großer Fuhrpark aus Lösch-, Hub- und Hilfsfahrzeugen.

Während der Führung durch die Fahrzeughalle wurden den Jugendlichen sehr viel über die Aufgaben erklärt. Zum Beispiel die Feuerlöscher-Annahme und -Ausgabe zur Wartung, die Instandhaltung der Brandmeldeanlagen sowie die Überprüfung der Einhaltung von speziellen amerikanischen Vorschriften gehören zum Tagesgeschäft.

Ein „Fire fighter“ erzählte den Jugendlichen einiges zu den Sonderfahrzeugen, diese sind grundsätzlich nach der Feuerwehrdienstvorschrift ausgestattet, allerdings zusätzlich mit Sonderausstattung aufgerüstet, so zum Beispiel die amerikanische Sirene. Grundlegend werden die „Fire fighters“ auch an der Landesfeuerwehrschule ausgebildet, müssen aber Zusatzqualifikationen, den „Airfield-Fire-Rescue-Lehrgang“ absolvieren und dürfen keine Sprachbarrieren haben.

Die Einsatzfahrzeuge werden mit maximal vier Kräften besetzt, dieses Konzept ist in den Vereinigten Staaten Standard. Aus zwei Löschfahrzeugen, zwei Panther Flugfeldlöschfahrzeugen, einer original US Fire Engine – amerikanisches Löschfahrzeug, vergleichbar mit deutschem HLF – einem Wechsellader-Fahrzeug, sowie einer Drehleiter und zwei kleineren Fahrzeugen als Kommando- und Erstversorgungsfahrzeugen besteht der Fuhrpark dieser Wache. Das amerikanische System ist: Viel Technik auf dem Fahrzeug, allerdings wenig Personal – dafür aber top ausgebildet.

Auf Nachfrage erzählte Fire fighter Zinke: „Mein spektakulärster Einsatz war, als ein Hotel in Stuttgart brannte und dort noch vermisste Personen gemeldet worden waren. Aber jeder Einsatz ist anders – an keinem Tag kommt Routine auf“.

Nach einem kurzen Einblick in die Rettungsleitstelle und einem Gruppenfoto vor einem Löschfahrzeug ging es dann wieder zurück zur THW-Bundesschule nach Neuhausen.

Text: Marcel Edelmann

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Methodenseminare während der Jugendakademie 2015

Nie wieder Lampenfieber – Kommunizieren und Kooperieren beim Umgang mit Konflikten

30. März 2015 - Täglich erlebt und hört man sie – Konflikte. In unserer Gesellschaft gibt es kaum einen Bereich, bei dem es nicht zu Auseinandersetzungen kommt: im Privaten, in der Politik, im THW-Alltag, aber auch in der Jugendakademie. Dozentin Claudia Ruppert-Sand erklärte den Teilnehmenden, dass es normal ist, Konflikte als alltägliche Ereignisse zu betrachten und zu lernen, diese zu bewältigen. Im Seminar erfuhren die Jugendlichen, wie Konflikte entstehen, warum sie eskalieren und wie man sie von Anfang an vermeidet. Im zweiten Teil des Seminars lernten die Jugendlichen Strategien, um mit Lampenfieber klar zu kommen.

Das kleine Einmaleins der Demokratie

In diesem Seminar wurden den Jugendlichen unterschiedliche Entscheidungsformen vorgestellt. Berit Nissen und Arne Semsrott, die gemeinsam das Seminar leiteten, brachten ihnen nahe, wie die Demokratie in Deutschland aufgebaut ist. Allerdings ist Demokratie nicht immer die beste Lösung. Wie Beschlüsse in demokratischen Gesellschaften und beim THW sowie der THW-Jugend getroffen werden können, wurde anhand von mehreren praktischen Übungsszenarien verdeutlicht.

Ohne gute Planung läuft nichts - Zeitmanagement

Das Seminar von Ewald Nagel zum Zeitmanagement beschäftigte sich mit den Problemen, die eine hohe Anzahl von Aufgaben und Terminen mit sich bringen, wenn die zur Verfügung stehende Zeit begrenzt ist. Dabei ging es darum, die wichtigsten Faktoren zu erkennen, die zu Zeitverlust führen und was die Jugendlichen dagegen tun können. Die Teilnehmenden sind nun in der Lage, selbständig Methoden und Arbeitstechniken des Zeitmanagements zu verwenden und einzusetzen.

Text: Marcel Edelmann

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Eine neue Gesellschaft entsteht

29. März 2015 - morgens um 9 Uhr in Neuhausen: Meteoriten schlagen ein, zerstören ganze Städte und löschen fast die komplette Zivilisation aus. Welche Auswirkungen dies auf die Erde, die Bevölkerung aber auch auf die Gesellschaft hat, erleben 40 Jugendliche gleich zu Beginn der 7. Jugendakademie (JA! 2015). Dieses fiktive Szenario findet unter dem Motto „Die Stunde Null – eine neue Gesellschaft entsteht“ an der THW-Bundesschule Standort Neuhausen statt.

Nach einem kurzen Einstiegsvideo über die aktuelle Situation wurden die Teilnehmenden zu verschiedenen Startpunkten rund um Neuhausen gebracht. Gerüstet mit dem Notwendigsten für zwei Tage, Kompass und Karte ging es los zum Camp. Durch die massive Zerstörung wurde das Strom- und Kommunikationsnetz beschädigt, sodass auch Smartphones und andere technische Geräte unbrauchbar waren. Nach fast zwei Stunden Fußmarsch erreichten alle vier Gruppen das teilweise zerstörte Lagergelände – manch eine Blase am Fuß blieb nicht aus.

Für die Teilnehmenden der JA! 2015 gab es keine Ruhepause, schließlich musste ein Lager instand gesetzt und organisiert werden. Es bildete sich ein „Stab“ – hier organisierten einige Jugendliche behelfsmäßig mit den vorhandenen Materialien wie Karten und Funkgeräten eine „Führungsstelle“. Die Akkus der Funkgeräte mussten zuvor aber erst wieder aufgeladen werden, wobei der Mangel an Benzin für das Stromaggregat offensichtlich wurde. Außerdem bauten die Überlebenden das Camp weiter auf, richteten einen Grillplatz ein und sammelten Brennholz.

Plötzlich tauchte ein bislang Unbekannter auf, der sich Olaf nannte. Er brachte der Gruppe wichtige Informationen zu Verstecken von Nahrungsmitteln, Treibstoff und Wasser mit. Er störte das Zusammenleben der bestehenden Gesellschaft aber auch, so dass er mit Misstrauen und Argwohn behandelt wurde. Nachdem Olaf endlich ihr Vertrauen erlangt hatte, wurden mehrere Suchtrupps zu den Lebensmittel-Verstecken geschickt.

Im Laufe des Tages wurden in sogenannten Vollversammlungen aller Teilnehmenden wichtige Beschlüsse gefasst, aber auch Konflikte angesprochen und diskutiert. Unstimmigkeiten zwischen verschiedenen Gruppierungen innerhalb der Gesellschaft waren offensichtlich und mussten gelöst werden. Das Kochen mit einfachen Hilfsmitteln stellte ebenso eine Herausforderung dar. Sowohl die begrenzten Lebensmittel sowie die wenigen Küchenutensilien waren nicht für alle ausreichend und ungewohnt.

Langeweile, der Reiz des Verbotenen oder der Drang nach Herausforderungen führten gegen den Willen der Stabsmitglieder zu einer mehrheitlichen Entscheidung, Risiken einzugehen und Warnungen zu ignorieren. Ein Erkundungsteam machte sich auf den Weg in die verbotene Zone. Anstatt wie erhofft neue Ressourcen zu finden, trafen sie aber auf eine verfeindete Gruppierung. Diese forderte Vorräte im Tausch gegen die festgehaltenen Bewohnerinnen und Bewohner des JA!-Camps.

Kaum war diese Herausforderung gemeistert, trafen plötzlich weitere Fremde ein. Sie waren auf Durchreise und baten um Essen, wurden aber sehr skeptisch empfangen und befragt. Die angebotene Tauschware, ein Kanister Treibstoff, hatte für den THW-Nachwuchs keinen großen Wert, trotzdem teilten sie mit den Fremden ihre knappen Lebensmittelvorräte.

Den ganzen Tag über wurden die Jugendlichen von den Betreuerinnen und Betreuern aus dem JA!-Team begleitet. Sie trugen gelbe Warnwesten und hielten sich im Hintergrund auf – als Teil der Inszenierung stellten sie den „Wind“ dar. Der „Wind“ war somit überall, bekam alles mit, griff aber in den Ablauf nicht ein.

Es war insbesondere für den „Wind“ hoch interessant zu beobachten, wie sich die Situation im Laufe der Zeit entwickelte. Nicht nur der Führungsstab, sondern alle kamen an ihre Grenzen, sowohl körperlich als auch psychisch. Denn die Eigendynamik war nicht zu stoppen. Die Nacht brach ein, es regnete, die Nerven lagen blank und die weiteren Stunden waren ungewiss, denn alle rechneten mit einem möglichen nächtlichen Überfall.

Nach einer kalten Nacht in den Zelten und am Lagerfeuer bauten die Camp-Bewohnerinnen und -Bewohner am nächsten Morgen ihr Lager ab und machten sich auf den Rückweg zur THW-Bundesschule in Neuhausen. Hier gilt es nun die Erlebnisse aufzuarbeiten und zu reflektieren. Das erlebte Szenario gab dafür mehr als genug Stoff. In den folgenden Seminaren und Workshops wird dies aufgegriffen. Die Jugendakademie von THW-Bundesschule und THW-Jugend e.V. dauert noch bis Karfreitag.

Text: Marcel Edelmann

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