Berichte von der Jugendakademie 2013

26. März 2013. Verantwortung für sich und andere“ übernahmen die 39 Jugendlichen der Jugendakademie 2013 am Sonntagmorgen bei einer Schnitzeljagd unter erschwerten Bedingungen. Bereits vor dem Frühstück bekamen sie in der THW-Bundesschule Neuhausen die ersten Hinweise und versorgten sich selbstständig für den ganzen Tag mit Essen. Fraglich war nämlich, wann sie das nächste Mal an Lebensmittel kommen und wo sie übernachten würden.

Nach einer Einweisung wurden die Jugendlichen dann in vier Gruppen, die jeweils mit einem einfachen Handy ohne SIM-Karte, einem GPS-Gerät und 70 Euro unterwegs waren, an verschiedenen Stellen rund um Neuhausen abgesetzt. Dort bekamen sie einen Hinweis zur nächsten Station, die sie auf eigene Faust erreichen mussten. Ihr Tagesziel war es, nach mehreren Zwischenstopps, bis zum Abend einen Schlafplatz zu erreichen und dabei mit den wenigen vorhandenen Ressourcen sorgsam umzugehen. Zusätzlich erschwert wurde ihr Vorankommen dadurch, dass abwechselnd drei Gruppenmitglieder verbundene Augen hatten und als „Blinde“ unterwegs waren. Die „Sehenden“ suchten daher nicht nur den richtigen Weg zum nächsten Hinweis, sondern übernahmen auch Verantwortung für die anderen Gruppenmitglieder, indem sie sie führten.

Nach Stationen bei den „Roten Engeln von Bad Cannstatt“ - ein Hinweis auf die Feuerwache 3 in Stuttgart - und bei der Bundespolizei am Flughafen hatten die Jugendlichen alle Koordinaten zusammen, die sie zu einem Bauern in Neuhausen führten. Dort kaufte jede Gruppe einen Teil der Lebensmittel für das gemeinsame Abendessen. Mit ihren Einkäufen ging es in der Dunkelheit weiter durch den Wald über Stock und Stein, durch das Unterholz und über Bäche zurück zur Bundesschule, wo alle Gruppen wieder aufeinander trafen und sich um das Abendessen kümmerten. Aus Kartoffeln, Mehl, Quark und Gemüse bereiteten sie Bratkartoffeln, Ofenkartoffeln mit Gurkenquark und Fladenbrot zu. Anschließend übernachteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer Kapelle in der Nähe der Schule.

Im Laufe des Tages hatten die Jugendlichen bis zu 150 Kilometer zu Fuß, mit Bus oder S-Bahn zurückgelegt. Sie zeigten dabei, dass sie mit ihren beschränkten Mitteln – wenig Geld und eingeschränkten Kommunikationsmitteln – sparsam auskommen können. Rückschläge wie falsche Koordinaten und Umwege stachelten den Ehrgeiz der Gruppen an und förderten den Zusammenhalt unter den Jugendlichen.

Bereits am Samstagabend, 23. März, hatten THW-Präsident Albrecht Broemme, Harald Müller, Schulleiter der THW-Bundesschule, und die Bundesgeschäftsführerin der THW-Jugend, Stephanie Lindemann, die Jugendakademie 2013 eröffnet. Anschließend lernten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die aus ganz Deutschland angereist waren, bei mehreren Spielen besser kennen.

Seit Montag nehmen die Jugendlichen an Seminaren und Workshops teil, die sich unter anderem um bewusste Ernährung, Zusammenarbeit im Team, das Planen und Durchführen von Übungen und den Übergang von der Jugendgruppe in die Einsatzeinheiten des THW beschäftigen. Die Jugendakademie von THW-Jugend e.V. und THW-Bundesschule endet am Donnerstag mit einem Abschlussabend bei dem die Jugendlichen den geladenen Gästen die Erlebnisse und Arbeitsergebnisse der Woche vorstellen.

Text: Michael Kretz und Moritz Geppert

Übung(en) meistern!

Was macht eine gute Übung aus? Wozu üben wir im THW überhaupt? Mit diesen Fragen begrüßte der Dozent Michael Kruhl die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars „Übung(en) meistern!“. Während des zehnstündigen Seminars lernten die Jugendlichen welche Übungsarten es gibt, wie man Übungen plant und sie durchführt. Neben den Grundlagen - wer soll üben, was soll geübt werden, wo soll geübt werden und was ist das Ziel der Übung - lernten die Jugendlichen auch, dass man für eine gelungene Übung viel Zeit bei der Planung benötigt. Bei einer Übung mit einem Technischen Zug und einer Fachgruppe sollte man eine Planungszeit von drei bis sechs Monaten rechnen. In diesem Zeitraum müssen Ablaufpläne für alle Aufgabenbereiche und Mitwirkenden ausgearbeitet werden, das Szenario gewählt und die Schadenslage ausgesucht werden. Michael Kruhl betonte, dass man alle Punkte beachten muss, damit eine Übung reibungslos ablaufen kann.

Neben der genauen Planung einer Übung soll diese auch möglichst realistisch erscheinen, deshalb ist es wichtig, dass die Verletztendarstellerinnen und Verletztendarsteller ihre Rollen überzeugend spielen und gut geschminkt sind. Diese beiden Teile nennt man in der Fachsprache „Realistische Unfalldarstellung“ (RUD). Da dies ein wichtiger Bestandteil einer Übung ist, lernten die Jugendlichen auch die Grundlagen dieses „Unfallschminkens“. Zum Ende des Seminars begannen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann in kleinen Gruppen ihre eigenen Übungen zu planen. Von der Jugendübung bis hin zur Großübung mit mehreren Fachgruppen waren verschiedene Varianten dabei. Für die Umsetzung dieser Ideen sind aber noch viele weitere Stunden der Planung erforderlich.

 

Mit allen Sinnen genießen: Lecker und gesund essen

Im Seminar „Mit allen Sinnen genießen“ ging es darum, wie wir uns ernähren und was wir verändern können damit unsere Ernährung gesünder wird. Überrascht waren die Jugendlichen zum Beispiel über die vielen Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker, die in einem Energy-Drink enthalten sind. Bei einer „Ess-Kult-Tour“, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit einer Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg unternahmen, hinterfragten sie kritisch ihr eigenes Einkaufs- und Essverhalten.

Um ein Gefühl für Lebensmittel zu bekommen, setzten Sabine Lützelschwab und Gotthard Schulze, die das Seminar gemeinsam leiteten, den Jugendlichen außerdem verschiedene Geschmacks- und Riechproben von Gewürzen, Gemüsen und Obst vor. Nach diesen Grundlagen zur Ernährung bereiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anschließend mit der Ausrüstung des Verpflegungstrupps der Fachgruppe Logistik (Log V) aus Bietigheim-Bissingen einige Speisen zu. Die waren nicht nur sehr lecker, sondern auch gesund! Dieses frisch zubereitete Essen servierten sie zum Abschlussabend der Jugendakademie. Für die Suppe, Sandwiches, Salate, Dips und Milchshakes gab es von den Gästen viele Komplimente.

 

Statuswechsel leicht gemacht - Wechsel in den aktiven Dienst

Ein wichtiger Schritt in jedem THW-Leben ist der Wechsel aus der Jugendgruppe in den Status „Aktive Helferin“ oder „Aktiver Helfer“. Oft treten bei den Jugendlichen in dieser Zeit viele Fragen auf. Im Seminar „Statuswechsel leicht gemacht“ sammelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit Dozent Ewald Nagel diese Fragen und suchten nach Möglichkeiten, den Übergang reibungsloser zu gestalten. Da dafür nicht allein die Sichtweise von Jugendlichen ausreicht, führten sie Interviews mit ehrenamtlichen THW-lern, die als Führungskräfte in ihrem Ortsverband tätig sind.

Als Ergebnis des Seminars erstellten die Jugendlichen einen Maßnahmenkatalog, der dazu beitragen soll, den Wechsel leichter zu machen. Der umfangreiche Katalog enthält Vorschläge, wie sich die angehenden Einsatzkräfte in den Dienst der Aktiven integrieren lassen und wie man Konflikte zwischen Erwachsenen und Jugendlichen vermeiden kann. Zum Beispiel könnten die Dienste von Jugendgruppe und Technischem Zug durch gemeinsame Ausbildung stärker verknüpft werden, damit sich beide Seiten besser kennenlernen. Eine weitere Möglichkeit wäre das so genannte Patenkonzept, bei dem die Jugendlichen nach dem Wechsel in den aktiven Dienst für rund ein Jahr von einer Patin beziehungsweise einem Paten begleitet werden.

 

Zusammenarbeit nachhaltig gestalten

Was versteht man unter nachhaltiger Zusammenarbeit? Wie kann man seine Meinung einbringen, aber auch die anderer berücksichtigen? Mit diesen Themen beschäftigten sich die Jugendlichen im Seminar „Zusammenarbeit nachhaltig gestalten“. So lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zuerst einmal was man unter dem Begriff „Brainstorming“ versteht und wie man dieses anwendet. Es folgten verschiedene Methoden der Zusammenarbeit, die anschaulich erklärt und dann an konkreten Beispielen in Kleingruppen angewendet wurden. Dem folgte eine Erläuterung der Ergebnisse vor der gesamten Gruppe - dabei brachte Dozent Fabian Schmidt den einen oder anderen Verbesserungsvorschlag an.

Themen an denen die Jugendlichen die zuvor erlernten Methoden anwendeten, waren zum Beispiel „Zeltlager planen“ oder „Öffentlichkeitsarbeit“. Die Aufgaben waren teilweise recht anspruchsvoll, aber die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren mit Konzentration bei der Sache, so dass viele das Gelernte nicht nur im eigenen Ortsverband oder in der Jugendgruppe anwenden werden, sondern es sicherlich auch im Leben außerhalb des THW gut gebrauchen können. Denn mit dem Wissen wie nachhaltige und gute Zusammenarbeit funktioniert kann man in allen Lebenslagen etwas anfangen.

Texte: Moritz Geppert, Niclas von Ambüren und Michael Kretz

27. März 2013. Am Mittwochnachmittag fuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendakademie mit dem THW-Bus ins Biosphärengebiet Schwäbische Alb, genauer gesagt ins Biosphärenzentrum nach Münsingen. Dort informierten sich die Jugendlichen nicht nur über die Besonderheiten der geschützten Landschaft, sondern auch über die Kultur und die Traditionen der Schwaben. In einem Film bekamen sie erklärt, dass das etwa 85.000 Hektar große Biosphärengebiet, dessen zentralen Teil ein alter Truppenübungsplatz bildet, in drei Zonen gegliedert ist. Für diese Zonen gibt es verschiedene Schutzstufen, die die Entwicklung der für die Region typischen Landschaft fördern sollen. So werden in den Kernzonen des Gebietes keine Waldarbeiten vorgenommen und sie dürfen nur auf den markierten Wegen betreten werden. In den Pflegezonen werden wertvolle Ökosysteme durch eine schonende Landnutzung erhalten. Rund 55 Prozent der Fläche zählen zur Entwicklungszone, dort ist der Einfluss des Menschen am größten. Nach dem Film erkundeten die Jugendlichen dann eigenständig das Informationszentrum und lernten das Biosphärengebiet an kleinen interaktiven Stationen genauer kennen.

Text: Moritz Geppert

Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Ein von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst organisierter Abend bildete auch in diesem Jahr den Abschluss der Jugendakademie (JA!) an der THW-Bundesschule, die unter dem Thema „Verantwortung für sich und andere“ stand. Die Redner des Abends, der Präsident der THW-Bundesvereinigung e.V., Stephan Mayer (MdB), der stellvertretende Neuhausener Bürgermeister Rolf Haas, der Abteilungsleiter Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz im Bundesinnenministerium, Norbert Seitz, der THW-Vizepräsident Gerd Friedsam sowie Bundesjugendleiter Michael Becker, waren sich einig: Die JA! zeigte auch 2013 wieder, dass das Engagement und der Ideenreichtum unter den Jugendlichen im THW unglaublich groß sind und dass sie durchaus sinnvolle Vorschläge im Hinblick auf die bessere Vernetzung von THW-Jugend und THW haben, denen von Seiten der Leitung unbedingt Beachtung geschenkt werden muss.

Das gemeinsame Abendessen fand dieses Mal vor dem eigentlichen Abschlussabend in der Kantine der THW-Bundesschule statt. Nichtsdestotrotz gab es ein kleines Buffet mit gesunden Speisen, die die Jugendlichen im Seminar „Mit allen Sinnen genießen“ zubereitet hatten. Sabine Lützelschwab und Gotthardt Schulze zeigten den jungen THW-lerinnen und THW-lern, dass Verantwortung zu übernehmen schon bei gesunder Ernährung beginnt. Auch die anderen drei Seminare der Woche wurden von den Jugendlichen vorgestellt: Im Lehrgang „Statuswechsel leicht gemacht“ von Ewald Nagel ging es um den Übertritt von der THW-Jugend ins THW und die Frage, wie dieser den jungen Leuten erleichtert werden kann. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erarbeiteten einen kompletten Maßnahmenkatalog, den sich die Leitung der THW-Jugend, so Michael Becker in seinem Grußwort, sorgfältig anschauen und, wo es möglich ist, auch umsetzen möchte.

Im Seminar „Zusammenarbeit nachhaltig gestalten“ von Fabian Schmidt lernten die Jugendlichen Methoden kennen, um Besprechungen und Kooperationen effizienter zu gestalten. Denn so etwas macht nur Sinn, wenn am Ende ein brauchbares Ergebnis steht. Doch nicht nur die Jugendlichen lernten hier verschiedene Arbeitstechniken kennen, auch Fabian Schmidt selbst hat von ihnen erfahren, was es bedeutet im THW zu sein - nämlich Teil eines Teams zu sein, das gemeinsam Dinge anpackt und dabei eine Menge Spaß hat! Michael Kruhl zeigte den jungen Leuten im Lehrgang „Übung(en) meistern“ verschiedene Übungsarten und erklärte ihnen, wie man einzelne Szenarien plant und umsetzt. Auch grausige Platzwunden und Abschürfungen wurden geschminkt, denn auch wenn es eine Übung ist, soll es natürlich so realistisch wie möglich wirken.

Der Höhepunkt des Abends war aber ganz klar die bildhafte Erzählung des ersten JA!-Tages. Dieses Mal führten die Jugendlichen ein kleines Theaterstück auf und zeigten den Gästen auf diese Weise, wie sie mit nur 70 Euro im Gepäck auf einer Art Schnitzeljagd von einem Punkt, an dem sie ausgesetzt wurden, zum Ziel kommen mussten. Dabei bewiesen die jungen THW-lerinnen und THW-ler wieder einmal, wie einfallsreich, kreativ und clever sie sind. Die Gäste zumindest waren beeindruckt und konnten an diesem Abend nicht nur einmal herzhaft lachen.

Das nächste Wiedersehen ist bereits in Planung: Im Jahr 2014 wird die Jugendakademie von THW-Bundesschule und THW-Jugend e.V. vom 12. bis 18. April in Neuhausen stattfinden.

Text: Marina Schiemenz

Schnitzeljagd in Theaterszenen nachgespielt – Abschluss der JA! 2013

Ein von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst organisierter Abend bildete auch in diesem Jahr den Abschluss der Jugendakademie (JA!) an der THW-Bundesschule, die unter dem Thema „Verantwortung für sich und andere“ stand. Die Redner des Abends, der Präsident der THW-Bundesvereinigung e.V., Stephan Mayer (MdB), der stellvertretende Neuhausener Bürgermeister Rolf Haas, der Abteilungsleiter Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz im Bundesinnenministerium, Norbert Seitz, der THW-Vizepräsident Gerd Friedsam sowie Bundesjugendleiter Michael Becker, waren sich einig: Die JA! zeigte auch 2013 wieder, dass das Engagement und der Ideenreichtum unter den Jugendlichen im THW unglaublich groß sind und dass sie durchaus sinnvolle Vorschläge im Hinblick auf die bessere Vernetzung von THW-Jugend und THW haben, denen von Seiten der Leitung unbedingt Beachtung geschenkt werden muss.

Das gemeinsame Abendessen fand dieses Mal vor dem eigentlichen Abschlussabend in der Kantine der THW-Bundesschule statt. Nichtsdestotrotz gab es ein kleines Buffet mit gesunden Speisen, die die Jugendlichen im Seminar „Mit allen Sinnen genießen“ zubereitet hatten. Sabine Lützelschwab und Gotthardt Schulze zeigten den jungen THW-lerinnen und THW-lern, dass Verantwortung zu übernehmen schon bei gesunder Ernährung beginnt. Auch die anderen drei Seminare der Woche wurden von den Jugendlichen vorgestellt: Im Lehrgang „Statuswechsel leicht gemacht“ von Ewald Nagel ging es um den Übertritt von der THW-Jugend ins THW und die Frage, wie dieser den jungen Leuten erleichtert werden kann. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erarbeiteten einen kompletten Maßnahmenkatalog, den sich die Leitung der THW-Jugend, so Michael Becker in seinem Grußwort, sorgfältig anschauen und, wo es möglich ist, auch umsetzen möchte.

Im Seminar „Zusammenarbeit nachhaltig gestalten“ von Fabian Schmidt lernten die Jugendlichen Methoden kennen, um Besprechungen und Kooperationen effizienter zu gestalten. Denn so etwas macht nur Sinn, wenn am Ende ein brauchbares Ergebnis steht. Doch nicht nur die Jugendlichen lernten hier verschiedene Arbeitstechniken kennen, auch Fabian Schmidt selbst hat von ihnen erfahren, was es bedeutet im THW zu sein - nämlich Teil eines Teams zu sein, das gemeinsam Dinge anpackt und dabei eine Menge Spaß hat! Michael Kruhl zeigte den jungen Leuten im Lehrgang „Übung(en) meistern“ verschiedene Übungsarten und erklärte ihnen, wie man einzelne Szenarien plant und umsetzt. Auch grausige Platzwunden und Abschürfungen wurden geschminkt, denn auch wenn es eine Übung ist, soll es natürlich so realistisch wie möglich wirken.

Der Höhepunkt des Abends war aber ganz klar die bildhafte Erzählung des ersten JA!-Tages. Dieses Mal führten die Jugendlichen ein kleines Theaterstück auf und zeigten den Gästen auf diese Weise, wie sie mit nur 70 Euro im Gepäck auf einer Art Schnitzeljagd von einem Punkt, an dem sie ausgesetzt wurden, zum Ziel kommen mussten. Dabei bewiesen die jungen THW-lerinnen und THW-ler wieder einmal, wie einfallsreich, kreativ und clever sie sind. Die Gäste zumindest waren beeindruckt und konnten an diesem Abend nicht nur einmal herzhaft lachen.

Das nächste Wiedersehen ist bereits in Planung: Im Jahr 2014 wird die Jugendakademie von THW-Bundesschule und THW-Jugend e.V. vom 12. bis 18. April in Neuhausen stattfinden.

Text: Marina Schiemenz

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Kurzausflug auf die Schwäbische Alb

27. März 2013. Am Mittwochnachmittag fuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendakademie mit dem THW-Bus ins Biosphärengebiet Schwäbische Alb, genauer gesagt ins Biosphärenzentrum nach Münsingen. Dort informierten sich die Jugendlichen nicht nur über die Besonderheiten der geschützten Landschaft, sondern auch über die Kultur und die Traditionen der Schwaben. In einem Film bekamen sie erklärt, dass das etwa 85.000 Hektar große Biosphärengebiet, dessen zentralen Teil ein alter Truppenübungsplatz bildet, in drei Zonen gegliedert ist. Für diese Zonen gibt es verschiedene Schutzstufen, die die Entwicklung der für die Region typischen Landschaft fördern sollen. So werden in den Kernzonen des Gebietes keine Waldarbeiten vorgenommen und sie dürfen nur auf den markierten Wegen betreten werden. In den Pflegezonen werden wertvolle Ökosysteme durch eine schonende Landnutzung erhalten. Rund 55 Prozent der Fläche zählen zur Entwicklungszone, dort ist der Einfluss des Menschen am größten. Nach dem Film erkundeten die Jugendlichen dann eigenständig das Informationszentrum und lernten das Biosphärengebiet an kleinen interaktiven Stationen genauer kennen.

Text: Moritz Geppert

Biosphärengebiet Schwäbische Alb

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Seminare während der Jugendakademie 2013

Übung(en) meistern!

Was macht eine gute Übung aus? Wozu üben wir im THW überhaupt? Mit diesen Fragen begrüßte der Dozent Michael Kruhl die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars „Übung(en) meistern!“. Während des zehnstündigen Seminars lernten die Jugendlichen welche Übungsarten es gibt, wie man Übungen plant und sie durchführt. Neben den Grundlagen - wer soll üben, was soll geübt werden, wo soll geübt werden und was ist das Ziel der Übung - lernten die Jugendlichen auch, dass man für eine gelungene Übung viel Zeit bei der Planung benötigt. Bei einer Übung mit einem Technischen Zug und einer Fachgruppe sollte man eine Planungszeit von drei bis sechs Monaten rechnen. In diesem Zeitraum müssen Ablaufpläne für alle Aufgabenbereiche und Mitwirkenden ausgearbeitet werden, das Szenario gewählt und die Schadenslage ausgesucht werden. Michael Kruhl betonte, dass man alle Punkte beachten muss, damit eine Übung reibungslos ablaufen kann.

Neben der genauen Planung einer Übung soll diese auch möglichst realistisch erscheinen, deshalb ist es wichtig, dass die Verletztendarstellerinnen und Verletztendarsteller ihre Rollen überzeugend spielen und gut geschminkt sind. Diese beiden Teile nennt man in der Fachsprache „Realistische Unfalldarstellung“ (RUD). Da dies ein wichtiger Bestandteil einer Übung ist, lernten die Jugendlichen auch die Grundlagen dieses „Unfallschminkens“. Zum Ende des Seminars begannen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann in kleinen Gruppen ihre eigenen Übungen zu planen. Von der Jugendübung bis hin zur Großübung mit mehreren Fachgruppen waren verschiedene Varianten dabei. Für die Umsetzung dieser Ideen sind aber noch viele weitere Stunden der Planung erforderlich.

 

Mit allen Sinnen genießen: Lecker und gesund essen

Im Seminar „Mit allen Sinnen genießen“ ging es darum, wie wir uns ernähren und was wir verändern können damit unsere Ernährung gesünder wird. Überrascht waren die Jugendlichen zum Beispiel über die vielen Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker, die in einem Energy-Drink enthalten sind. Bei einer „Ess-Kult-Tour“, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit einer Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg unternahmen, hinterfragten sie kritisch ihr eigenes Einkaufs- und Essverhalten.

Um ein Gefühl für Lebensmittel zu bekommen, setzten Sabine Lützelschwab und Gotthard Schulze, die das Seminar gemeinsam leiteten, den Jugendlichen außerdem verschiedene Geschmacks- und Riechproben von Gewürzen, Gemüsen und Obst vor. Nach diesen Grundlagen zur Ernährung bereiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anschließend mit der Ausrüstung des Verpflegungstrupps der Fachgruppe Logistik (Log V) aus Bietigheim-Bissingen einige Speisen zu. Die waren nicht nur sehr lecker, sondern auch gesund! Dieses frisch zubereitete Essen servierten sie zum Abschlussabend der Jugendakademie. Für die Suppe, Sandwiches, Salate, Dips und Milchshakes gab es von den Gästen viele Komplimente.

 

Statuswechsel leicht gemacht - Wechsel in den aktiven Dienst

Ein wichtiger Schritt in jedem THW-Leben ist der Wechsel aus der Jugendgruppe in den Status „Aktive Helferin“ oder „Aktiver Helfer“. Oft treten bei den Jugendlichen in dieser Zeit viele Fragen auf. Im Seminar „Statuswechsel leicht gemacht“ sammelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit Dozent Ewald Nagel diese Fragen und suchten nach Möglichkeiten, den Übergang reibungsloser zu gestalten. Da dafür nicht allein die Sichtweise von Jugendlichen ausreicht, führten sie Interviews mit ehrenamtlichen THW-lern, die als Führungskräfte in ihrem Ortsverband tätig sind.

Als Ergebnis des Seminars erstellten die Jugendlichen einen Maßnahmenkatalog, der dazu beitragen soll, den Wechsel leichter zu machen. Der umfangreiche Katalog enthält Vorschläge, wie sich die angehenden Einsatzkräfte in den Dienst der Aktiven integrieren lassen und wie man Konflikte zwischen Erwachsenen und Jugendlichen vermeiden kann. Zum Beispiel könnten die Dienste von Jugendgruppe und Technischem Zug durch gemeinsame Ausbildung stärker verknüpft werden, damit sich beide Seiten besser kennenlernen. Eine weitere Möglichkeit wäre das so genannte Patenkonzept, bei dem die Jugendlichen nach dem Wechsel in den aktiven Dienst für rund ein Jahr von einer Patin beziehungsweise einem Paten begleitet werden.

 

Zusammenarbeit nachhaltig gestalten

Was versteht man unter nachhaltiger Zusammenarbeit? Wie kann man seine Meinung einbringen, aber auch die anderer berücksichtigen? Mit diesen Themen beschäftigten sich die Jugendlichen im Seminar „Zusammenarbeit nachhaltig gestalten“. So lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zuerst einmal was man unter dem Begriff „Brainstorming“ versteht und wie man dieses anwendet. Es folgten verschiedene Methoden der Zusammenarbeit, die anschaulich erklärt und dann an konkreten Beispielen in Kleingruppen angewendet wurden. Dem folgte eine Erläuterung der Ergebnisse vor der gesamten Gruppe - dabei brachte Dozent Fabian Schmidt den einen oder anderen Verbesserungsvorschlag an.

Themen an denen die Jugendlichen die zuvor erlernten Methoden anwendeten, waren zum Beispiel „Zeltlager planen“ oder „Öffentlichkeitsarbeit“. Die Aufgaben waren teilweise recht anspruchsvoll, aber die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren mit Konzentration bei der Sache, so dass viele das Gelernte nicht nur im eigenen Ortsverband oder in der Jugendgruppe anwenden werden, sondern es sicherlich auch im Leben außerhalb des THW gut gebrauchen können. Denn mit dem Wissen wie nachhaltige und gute Zusammenarbeit funktioniert kann man in allen Lebenslagen etwas anfangen.

Texte: Moritz Geppert, Niclas von Ambüren und Michael Kretz

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Über Stock und Stein - Jugendakademie 2013 on Tour

26. März 2013. Verantwortung für sich und andere“ übernahmen die 39 Jugendlichen der Jugendakademie 2013 am Sonntagmorgen bei einer Schnitzeljagd unter erschwerten Bedingungen. Bereits vor dem Frühstück bekamen sie in der THW-Bundesschule Neuhausen die ersten Hinweise und versorgten sich selbstständig für den ganzen Tag mit Essen. Fraglich war nämlich, wann sie das nächste Mal an Lebensmittel kommen und wo sie übernachten würden.

Nach einer Einweisung wurden die Jugendlichen dann in vier Gruppen, die jeweils mit einem einfachen Handy ohne SIM-Karte, einem GPS-Gerät und 70 Euro unterwegs waren, an verschiedenen Stellen rund um Neuhausen abgesetzt. Dort bekamen sie einen Hinweis zur nächsten Station, die sie auf eigene Faust erreichen mussten. Ihr Tagesziel war es, nach mehreren Zwischenstopps, bis zum Abend einen Schlafplatz zu erreichen und dabei mit den wenigen vorhandenen Ressourcen sorgsam umzugehen. Zusätzlich erschwert wurde ihr Vorankommen dadurch, dass abwechselnd drei Gruppenmitglieder verbundene Augen hatten und als „Blinde“ unterwegs waren. Die „Sehenden“ suchten daher nicht nur den richtigen Weg zum nächsten Hinweis, sondern übernahmen auch Verantwortung für die anderen Gruppenmitglieder, indem sie sie führten.

Nach Stationen bei den „Roten Engeln von Bad Cannstatt“ - ein Hinweis auf die Feuerwache 3 in Stuttgart - und bei der Bundespolizei am Flughafen hatten die Jugendlichen alle Koordinaten zusammen, die sie zu einem Bauern in Neuhausen führten. Dort kaufte jede Gruppe einen Teil der Lebensmittel für das gemeinsame Abendessen. Mit ihren Einkäufen ging es in der Dunkelheit weiter durch den Wald über Stock und Stein, durch das Unterholz und über Bäche zurück zur Bundesschule, wo alle Gruppen wieder aufeinander trafen und sich um das Abendessen kümmerten. Aus Kartoffeln, Mehl, Quark und Gemüse bereiteten sie Bratkartoffeln, Ofenkartoffeln mit Gurkenquark und Fladenbrot zu. Anschließend übernachteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer Kapelle in der Nähe der Schule.

Im Laufe des Tages hatten die Jugendlichen bis zu 150 Kilometer zu Fuß, mit Bus oder S-Bahn zurückgelegt. Sie zeigten dabei, dass sie mit ihren beschränkten Mitteln – wenig Geld und eingeschränkten Kommunikationsmitteln – sparsam auskommen können. Rückschläge wie falsche Koordinaten und Umwege stachelten den Ehrgeiz der Gruppen an und förderten den Zusammenhalt unter den Jugendlichen.

Bereits am Samstagabend, 23. März, hatten THW-Präsident Albrecht Broemme, Harald Müller, Schulleiter der THW-Bundesschule, und die Bundesgeschäftsführerin der THW-Jugend, Stephanie Lindemann, die Jugendakademie 2013 eröffnet. Anschließend lernten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die aus ganz Deutschland angereist waren, bei mehreren Spielen besser kennen.

Seit Montag nehmen die Jugendlichen an Seminaren und Workshops teil, die sich unter anderem um bewusste Ernährung, Zusammenarbeit im Team, das Planen und Durchführen von Übungen und den Übergang von der Jugendgruppe in die Einsatzeinheiten des THW beschäftigen. Die Jugendakademie von THW-Jugend e.V. und THW-Bundesschule endet am Donnerstag mit einem Abschlussabend bei dem die Jugendlichen den geladenen Gästen die Erlebnisse und Arbeitsergebnisse der Woche vorstellen.

Text: Michael Kretz und Moritz Geppert

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