Berichte von der Jugendakademie 2012

2. April 2012. Welche Auswirkungen Sonnenstürme im Extremfall auf der Erde haben können, erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen Jugendakademie von THW-Bundesschule und THW-Jugend gleich zu Beginn der Veranstaltungswoche in Neuhausen am eigenen Leib. Am Sonntag, 1. April, sollten die 38 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 20 Jahren in drei Gruppen zum Zeltplatz des Neuhausener Stammes der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg gebracht werden. Ein plötzlich auftretender geomagnetischer Sturm setzte jedoch die Elektronik der Fahrzeuge außer Kraft und ließ Mobiltelefone, Funkgeräte, Radios sowie GPS-Geräte den Geist aufgeben. Alles nur theoretisch natürlich. Dennoch blieb den jungen THW-Helferinnen und Helfern nichts anderes übrig, als sich mit Gepäck, Karte und Kompass durchs Gelände zu schlagen und so ihre Orientierungsfähigkeit in schwierigen Situationen unter Beweis zu stellen. Je nachdem wo die Fahrzeuge liegen geblieben waren, galt es einen Berg zu überwinden oder einen Fluss zu überqueren, entlang an Feldern und Wiesen zu stapfen und sich durch den Wald zu schlagen.

Am Ende kamen glücklicherweise alle am Zeltplatz an - wenn auch zum Teil ein klein wenig schnaufend. Doch eine lange Ruhepause wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Jugendakademie 2012 nicht gegönnt. Es musste für Unterkunft und Verpflegung sowie eine wärmende Feuerstelle für den Abend gesorgt werden. Wieder in drei Gruppen aufgeteilt machten sich die Jugendlichen an die Arbeit. Die Lagerfeuer-Gruppe umrahmte die Feuerstelle mit Steinen, schichtete Holz zu einem kleinen Scheiterhaufen und stellte Bänke sowie Evakuierungsschilder für den Notfall auf. Sogar ein Schild mit der Aufschrift „Wir brauchen Essen!“ zierte aus Angst, dass vielleicht nichts gefunden wird, den Eingang zum Zeltplatz. Die Material-Gruppe indes suchte in einem vorgegebenen Gebiet nach Zeltplanen, Stangen und Verbindungsteilen, um für die Nacht eine windgeschützte, trockene Unterkunft zu schaffen. Allerdings auch kein leichtes Unterfangen. Als die einzelnen Komponenten gefunden waren, stellte sich die Frage nach dem Transport zurück zum Basislager. Eine pfiffige Idee war es beispielsweise die Zeltstangen als Rechteck miteinander zu verbinden und die Zeltplane darauf zu transportieren. Die Umsetzung war aufgrund des Gewichts allerdings nicht so einfach wie gedacht. Dennoch waren am Ende alle Teile auf dem Lagerplatz und die Zelte nach einigen Widrigkeiten aufgebaut. Nun mussten nur noch die Feldbetten aufgestellt und verteilt werden.

Die Verpflegungs-Gruppe hatte es bei ihrer Suche auch nicht leicht: Sie wurden zwar mit einer Karte, aber ohne genaue Gebietsangabe in den Wald geschickt. Wo nun mit der Suche beginnen? Um einen ungefähren Anfangspunkt zu haben, beschloss die Gruppe ebenfalls das Areal der Material-Gruppe zu durchforsten. Da aber niemand wusste, wie genau die Lebensmittel versteckt waren, gestaltete sich die Suche etwas schwierig. Mit einem kleinen Tipp und der Befragung von Spaziergängerinnen und Spaziergängern traf der THW-Nachwuchs schließlich auf zwei zähe Bauern, die sich scheinbar nicht leiden konnten und sich gegenseitig die Kundschaft abschwatzen wollten. Durch geschickte Verhandlungen brachten die jungen Leute die Bauern dazu, ihnen Lebensmittel im Tausch für 40 Liter Trinkwasser zu geben. Wo aber so viel Wasser herbekommen? Also zurück zum Zeltplatz und nach entsprechend großen, mit Wasser gefüllten Kanistern gesucht. Diese waren schnell gefunden, jedoch nicht ganz so schnell zu den Bauern getragen. Letztlich konnten aber auch die Lebensmittel zum Basislager gebracht und verarbeitet werden.

Dort packten die Jugendlichen die Kartoffeln in Alufolie ein, mischten aus Mehl, Sesamöl, Wasser und Salz einen Brotteig, aus dem dünne Fladen geformt wurden, würzten Speisequark und schnitten Dosenwurst in breite Scheiben. Nachdem am späten Nachmittag alles aufgebaut, verarbeitet und vorbereitet war, genossen die Jugendlichen die verbleibende freie Zeit in der Sonne mit Volleyball spielen oder einfach nur einem ausgiebigen Sonnenbad. Am Abend folgte ein kleines Festmahl am Lagerfeuer, das auch die aufkommende Kälte vertrieb. Doch wenn die Jugendlichen dachten, damit sei der anstrengende Tag vorbei, hatten sie sich getäuscht. Als alle gemütlich am Feuer saßen, sich unterhielten oder schon leicht wegdämmerten, stellte sich bei einem Probealarm heraus, dass einer der Jugendlichen vermisst wurde. In mehreren Trupps machten sich die übrigen Jugendlichen auf die Suche in den Wald. Bei Mondschein und ausgerüstet mit Taschenlampen durchkämmten sie das angrenzende Gebiet. Nach rund einer halben Stunde fanden sie den Vermissten verletzt auf einem Waldweg. Sie versorgten und transportierten ihn auf einer Behelfstrage aus Jacken und dicken Ästen zurück zum Zeltplatz.

Nach einer eisig kalten Nacht in den Zelten bauten die jungen THW-Helferinnen und -Helfer am nächsten Morgen ihr Lager ab und machten sich auf den Rückweg zur THW-Bundesschule. Dort werden bis Freitag in mehreren Seminaren und Workshops die Erfahrungen aus den ersten beiden Tagen vertieft.

Text: Marina Schiemenz

3. April 2012. Wenn man einen reißenden Fluss überwinden möchte, der zu breit ist, um darüber zu springen und über den weit und breit keine Brücke führt – was dann? Dieser Aufgabe stellten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendakademie am Dienstag beim Stegebau-Seminar und fuhren zu Übungszwecken an einen zwar nur leise dahin plätschernden, aber doch recht breiten Bach in Neuhausen. Nach einer kurzen theoretischen Einweisung der beiden Dozenten Steffen und Lukas in die Sicherheitsvorschriften und die Grundlagen des Stegebaus, ging es schnell an die Praxis: Mit Hilfe des Einsatzgerüstsystems (EGS) bauten die Jugendlichen einen etwa zwölf Meter langen Steg über den Bach.

Der Bau an Land gestaltete sich noch recht einfach, doch im Wasser galt es Schwierigkeiten wie das unebene Bachbett oder das hervorstehende Ufer zu überwinden. Da aber alle zusammen anpackten und sich gegenseitig halfen, war auch das kein Problem und am Ende konnte ein stabiler EGS-Steg bewundert werden – im Übrigen auch von vorbeikommenden Passanten. Nach anfänglichem Sonnenschein, verdüsterte sich jedoch der Himmel. Es regnete und gewitterte, weshalb die Betreuer die Jugendlichen dazu anhielten den Steg zügig zurück zu bauen. Dennoch war es ein sehr schönes und vor allem auch erfolgreiches Erlebnis für die jungen THW-Helferinnen und -Helfer – vor allem als Steffen ihnen das Kompliment machte, dass die Gruppe sich beim Bau des EGS-Stegs zum Teil besser anstellte, als die Erwachsenen.

Text: Marcel Edelmann/Marina Schiemenz

3. April 2012. Am Dienstagabend machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendakademie 2012 mit ihren Smartphones auf den Weg durch Neuhausen, um eine QR-Tour durchzuführen. Jonas Lorenz, FSJler in der Bundesgeschäftsstelle der THW-Jugend in Bonn, plante diese Schnitzeljagd und erstellte zwei Routen mit jeweils rund zehn Codes. Diese Codes mussten von drei Gruppen gefunden und gescannt werden, denn hinter den QR-Codes waren jeweils Hinweise zur nächsten Station verborgen. Dank großer Geocaching-Erfahrung fanden die Gruppen die „Verstecke“ sehr schnell und legten die Runde rund um die Bundesschule Neuhausen schnell zurück.

Mittels QR-Codes können ganze Bücher verfasst werden. Man kann jedoch auch Telefonnummern dahinter verbergen, diese abscannen und sofort anrufen, eine Internetadresse abspeichern oder eine SMS schreiben.

Die Technik im 21. Jahrhundert entwickelt sich Jahr für Jahr weiter. Vor etwa 60 Jahren, als das THW gegründet wurde, waren typische Hilfsmittel Karte und Kompass. Mittlerweile ist man soweit, dass man kaum mehr Karten verwendet und komplett auf Technik setzt. Was ist jedoch, wenn einmal die Technik ausfällt? Hierzu lernten die Jugendlichen im Workshop „Es geht auch ohne Handy“ verschiedene Möglichkeiten kennen trotzdem zu kommunizieren.

Text: Marcel Edelmann

3. April 2012. Am Dienstag standen bei der Jugendakademie 2012 vier interessante Seminarthemen zur Auswahl. Die 38 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten die Auswahl zwischen „Erlebnispädagogik“, „Jugendzeltlager planen“, „Kommunizieren und kooperieren“ und „Zukunft (mit)gestalten“. In Kleingruppen setzten sie sich intensiv mit Themen auseinander, die ihnen auch bei der Jugendarbeit in ihren Jugendgruppen und THW-Ortsverbänden helfen sollen.

Begeistert von der Kreativität und dem Arbeitseifer der Jugendlichen zeigte sich Norbert Seitz vom Bundesinnenministerium. Der Abteilungsleiter ist im Ministerium für die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk zuständig und war bereits zum zweiten Mal bei der Jugendakademie zu Gast. Seitz besuchte gemeinsam mit dem Beauftragten für das Ehrenamt (BEA) aus der THW-Leitung, Hans-Joachim Derra, alle vier Seminare und bekam so einen Eindruck davon, womit sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Laufe der Woche beschäftigen.

Am Nachmittag nahmen die Jugendlichen an mehreren Workshops teil. Dabei errichteten sie aus dem Einsatzgerüstsystem (EGS) einen Steg, bereiteten den Abschlussabend vor, beschäftigten sich mit dem Thema Cyber-Mobbing oder der Kommunikationstechnik im THW. Den Abschluss machte am Abend eine Schnitzeljagd durch Neuhausen, bei der die Informationen in so genannten QR-Codes versteckt waren. Diese Codes mussten die Jugendlichen mit ihren Handys abscannen, um an die Hinweise für den nächsten Punkt zu gelangen. Durch QR-Codes lassen sich kurze Texte, Internetadressen oder andere Informationen platzsparend ablegen.

4. April 2012. Als sich am Mittwochnachmittag zwei Mannschaftstransportwagen und der Reisebus der Bundesschule Neuhausen in Bewegung setzten, war das Ziel der Reise schnell klar: die Wache 3 der Berufsfeuerwehr Stuttgart.

In Stuttgart gibt es fünf Wachen der Berufsfeuerwehr mit rund 500 Einsatzkräften, dazu kommen 27 Freiwillige Feuerwehren mit rund 1.000 Feuerwehrkräften, die sich um die Sicherheit der knapp 591.000 Einwohnerinnen und Einwohnern kümmern.

In den fünf Wachen ist jeweils ein Löschzug stationiert, der aus einem Zugfahrzeug, zwei Löschfahrzeugen und einer Drehleiter besteht. Insgesamt verfügt die Feuerwache 3 über neun Fahrzeuge im Wert von rund drei Millionen Euro, schließlich wird die Wache bis zu 19.000 Mal im Jahr alarmiert. Bei einer Führung durch das Feuerwehrgebäude konnten sich die Jugendlichen die Fahrzeuge und die Ausstattung von Nahem anschauen.

In der Integrierten Leitstelle (ILS), die neben der Wache gelegen ist, können im Katastrophenfall bis zu 17 Arbeitsplätze mit Personal der Leitstelle besetzt werden. Um alle Einsatzkräfte im Blick zu behalten, hängt in der ILS eine vier auf sechs Meter große digitale Lagekarte. Hier können mittels GPS die Einsatzfahrzeuge geortet und der Anfahrtsweg direkt von der Leitstelle aus kontrolliert werden.

Die Jugendlichen erhielten eine Menge Informationen über den Beruf „Feuerwehrfrau/Feuerwehrmann“. Als Feuerwehrfrau oder Feuerwehrmann hat man 24-Stunden-Schichten, die morgens um sieben Uhr beginnen. Die Freizeit, in denen die Einsatzkräfte relaxen können, verbringen sie oft in der hauseigenen Sporthalle und spielen hier zum Beispiel Fußball.

Text: Marcel Edelmann

5. April  2012. Der von den Jugendlichen weitgehend selbst organisierte Abschlussabend am Donnerstag, 5. April, läutete auch in diesem Jahr wieder das Ende der Jugendakademie 2012 an der THW-Bundesschule in Neuhausen ein. Drei Jugendliche (Amelie Ploschke, Eva Hartrampf und Moritz Korn) führten mit Charme und Witz durch den bunten Abend. Den Auftakt bildete ein gemeinsames Abendessen, gefolgt von einer Nachrichten-Sendung, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 15 bis 20 Jahren im Seminar „Kommunizieren und kooperieren“ selbst gedreht, geschnitten und vertont hatten. Neben Interviews mit Norbert Seitz, dem im Bundesministerium des Innern in Berlin zuständigen Abteilungsleiter für das THW, und Ingo Henke, dem stellvertretenden Bundesjugendleiter, wurden verschiedene Statements von Teilnehmerinnen und Teilnehmern, Dozenten und Betreuern eingespielt - frei nach dem Motto „Was ist das Tolle an der Jugendakademie?“. Ein Kommentar zur Abschaffung der Wehrpflicht, ein sehr kreativer THW-Werbespot („Ein Virus geht durchs Land: Seid ihr auch schon infiziert?“) sowie aktuelle Wettermeldungen vervollständigten die Nachrichten-Sendung. Nach dieser gelungenen Einleitung folgten Grußworte von Jürgen Weidemann, Referatsleiter im Bundesinnenministerium, des stellvertretenden Bürgermeisters von Neuhausen, Rolf Haas, des stellvertretenden Bundessprechers Rudi Skalitzky, des THW-Vizepräsidenten Gerd Friedsam sowie des stellvertretenden Bundesjugendleiters Ingo Henke. Alle Redner betonten das große Engagement mit dem sich die Jugendlichen in der THW-Jugend und im THW einbringen. Sie hätten nicht nur mit viel Freude und Motivation an der Jugendakademie teilgenommen, sondern würden auch in ihren eigenen Jugendgruppen und Ortsverbänden viel bewirken. Dies sei der Nachwuchs, den man fürs THW brauche. Unterbrochen wurden die Grußworte durch eine kleine Modenschau mit extravaganter, aber sehr kreativer Kleidung aus Alufolie, die für einige Lacher sorgte.

Nach einer kurzen Programmpause traf Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, MdB und Ehrenpräsident der THW-Bundesvereinigung e.V., pünktlich zur Präsentation der Auftaktveranstaltung und der Seminare an der Bundesschule ein. Obwohl sein Flug Verspätung hatte und er zwischendurch keine Ruhepause hatte, ließ er es sich nicht nehmen, die jungen THW-lerinnen und THW-ler persönlich zu begrüßen. Anschließend waren wieder die Jugendlichen gefragt: Sie berichteten vom „Besuch bei den Pfadis“ an den ersten beiden Tagen der JA! 2012 sowie den Seminaren „Zukunft (mit)gestalten!“, „Erlebnispädagogik“ und „Jugendzeltlager planen“. Den Vorträgen war die Begeisterung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer anzumerken, mit der sie die ganze Woche bei der Sache gewesen waren. So waren die Jugendlichen zum Beispiel immer sofort mit dabei, wenn es darum ging etwas Neues zu lernen oder irgendwo mit anzupacken. Zu Recht nahmen die Jugendlichen im Anschluss ihre Teilnahme-Zertifikate mit einem gewissen Stolz entgegen - der auch den Dozentinnen und Dozenten sowie den Betreuerinnen und Betreuern anzusehen war.

Nach der Spätnachrichten-Sendung war der offizielle Teil der Abschlussfeier beendet, Schluss war allerdings noch lange nicht. In einer sogenannten Impro-Comedy werden jedes Jahr die Betreuerinnen und Betreuer aufs Korn genommen. Dieses Mal wurde eine Hochzeit inszeniert, mit kirchlichem Ja-Wort, einem Eröffnungswalzer sowie einem typischen Hochzeitsspiel, was sehr zur Erheiterung aller Gäste beitrug. Mit dem mittlerweile schon traditionellen Tanz „Tatuzita“ endete die ereignisreiche und für alle spannende JA! 2012 von der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch in diesem Jahr wieder mit vielen lehrreichen Eindrücken, interessanten Erfahrungen und einigen neuen Freundinnen und Freunden nach Hause zurückkehrten.

Für das nächsten Jahr steht der Termin schon fest: Die THW-Bundesschule und die THW-Jugend laden vom 23. bis 29. März 2013 zur Jugendakademie 2013 ein!

Text: Marina Schiemenz

„Das Beste kommt zum Schluss“ – Abschlussabend der Jugendakademie

5. April  2012. Der von den Jugendlichen weitgehend selbst organisierte Abschlussabend am Donnerstag, 5. April, läutete auch in diesem Jahr wieder das Ende der Jugendakademie 2012 an der THW-Bundesschule in Neuhausen ein. Drei Jugendliche (Amelie Ploschke, Eva Hartrampf und Moritz Korn) führten mit Charme und Witz durch den bunten Abend. Den Auftakt bildete ein gemeinsames Abendessen, gefolgt von einer Nachrichten-Sendung, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 15 bis 20 Jahren im Seminar „Kommunizieren und kooperieren“ selbst gedreht, geschnitten und vertont hatten. Neben Interviews mit Norbert Seitz, dem im Bundesministerium des Innern in Berlin zuständigen Abteilungsleiter für das THW, und Ingo Henke, dem stellvertretenden Bundesjugendleiter, wurden verschiedene Statements von Teilnehmerinnen und Teilnehmern, Dozenten und Betreuern eingespielt - frei nach dem Motto „Was ist das Tolle an der Jugendakademie?“. Ein Kommentar zur Abschaffung der Wehrpflicht, ein sehr kreativer THW-Werbespot („Ein Virus geht durchs Land: Seid ihr auch schon infiziert?“) sowie aktuelle Wettermeldungen vervollständigten die Nachrichten-Sendung. Nach dieser gelungenen Einleitung folgten Grußworte von Jürgen Weidemann, Referatsleiter im Bundesinnenministerium, des stellvertretenden Bürgermeisters von Neuhausen, Rolf Haas, des stellvertretenden Bundessprechers Rudi Skalitzky, des THW-Vizepräsidenten Gerd Friedsam sowie des stellvertretenden Bundesjugendleiters Ingo Henke. Alle Redner betonten das große Engagement mit dem sich die Jugendlichen in der THW-Jugend und im THW einbringen. Sie hätten nicht nur mit viel Freude und Motivation an der Jugendakademie teilgenommen, sondern würden auch in ihren eigenen Jugendgruppen und Ortsverbänden viel bewirken. Dies sei der Nachwuchs, den man fürs THW brauche. Unterbrochen wurden die Grußworte durch eine kleine Modenschau mit extravaganter, aber sehr kreativer Kleidung aus Alufolie, die für einige Lacher sorgte.

Nach einer kurzen Programmpause traf Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, MdB und Ehrenpräsident der THW-Bundesvereinigung e.V., pünktlich zur Präsentation der Auftaktveranstaltung und der Seminare an der Bundesschule ein. Obwohl sein Flug Verspätung hatte und er zwischendurch keine Ruhepause hatte, ließ er es sich nicht nehmen, die jungen THW-lerinnen und THW-ler persönlich zu begrüßen. Anschließend waren wieder die Jugendlichen gefragt: Sie berichteten vom „Besuch bei den Pfadis“ an den ersten beiden Tagen der JA! 2012 sowie den Seminaren „Zukunft (mit)gestalten!“, „Erlebnispädagogik“ und „Jugendzeltlager planen“. Den Vorträgen war die Begeisterung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer anzumerken, mit der sie die ganze Woche bei der Sache gewesen waren. So waren die Jugendlichen zum Beispiel immer sofort mit dabei, wenn es darum ging etwas Neues zu lernen oder irgendwo mit anzupacken. Zu Recht nahmen die Jugendlichen im Anschluss ihre Teilnahme-Zertifikate mit einem gewissen Stolz entgegen - der auch den Dozentinnen und Dozenten sowie den Betreuerinnen und Betreuern anzusehen war.

Nach der Spätnachrichten-Sendung war der offizielle Teil der Abschlussfeier beendet, Schluss war allerdings noch lange nicht. In einer sogenannten Impro-Comedy werden jedes Jahr die Betreuerinnen und Betreuer aufs Korn genommen. Dieses Mal wurde eine Hochzeit inszeniert, mit kirchlichem Ja-Wort, einem Eröffnungswalzer sowie einem typischen Hochzeitsspiel, was sehr zur Erheiterung aller Gäste beitrug. Mit dem mittlerweile schon traditionellen Tanz „Tatuzita“ endete die ereignisreiche und für alle spannende JA! 2012 von der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch in diesem Jahr wieder mit vielen lehrreichen Eindrücken, interessanten Erfahrungen und einigen neuen Freundinnen und Freunden nach Hause zurückkehrten.

Für das nächsten Jahr steht der Termin schon fest: Die THW-Bundesschule und die THW-Jugend laden vom 23. bis 29. März 2013 zur Jugendakademie 2013 ein!

Text: Marina Schiemenz

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Stimmen von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern

Marvin Katona/THW-Jugend Stuttgart: Es war einfach eine super Zeit hier! Die neuen Freunde sind einfach unbeschreiblich und die Kameradschaft unglaublich. Vor allem möchte ich die neuen Erfahrungen und Anregungen meiner Jugendgruppe übermitteln.

Lukas Dellinger/THW-Jugend Weiden: Die Jugendakademie 2012 werde ich nie vergessen. Das liegt wohl daran, dass ich einfach gute Freunde finden durfte und neue Fähigkeiten erlangt hab. Was sag ich eigentlich hier, es war einfach alles perfekt!

Carmen Tober/THW-Jugend Herford: Mir hat die Jugendakademie gut gefallen, es gab ein tolles Programm und die Gruppe war einfach toll. Natürlich nehme ich von dieser Jugendakademie auch etwas mit nach Hause, dies sind vor allem meine neuen Freunde und eine Menge neuer Erfahrungen.

Moritz Geppert/THW-Jugend Niefern-Öschelbronn: Neue Freunde, der Austausch untereinander, die Seminare und Workshops, einfach genial. Es war einfach alles stimmig, einfach sehr gut organisiert, dafür ein riesiger DANK. Was ich diese JA gelernt habe ist, dass die THW-Jugend alleine schon viel bewegen kann.

Christoph Hase/THW-Jugend Braunschweig: Zum zweiten Mal durfte ich JA sagen und ich bereue es kein Stück. Ich konnte dieses Jahr wieder tolle Seminare/Workshops besuchen, durfte neue Freunde finden und alte wiedersehen. Trotz wenig Schlaf haben wir alle, denke ich zumindest, was Großes erreicht! Nach hause werde ich neu erworbene Kompetenzen und Freundschaften mitnehmen.

Benedikt Jansen/THW-Jugend Neuss: Ich kann einfach nur jedem die Jugendakademie ans Herz legen. Man lernt tolle Leute kennen, es macht riesigen Spaß. Es scheint so, als ob die Jugendakademie unter einem Zauber steht, der einfach jeden packt. Ich hoffe, dass ich diesen Zauber nächstes Jahr wieder spüren darf.

Moritz Korn/THW-Jugend Schwabach: Ich finde es einfach toll, dass ich zum zweiten Mal an der JA teilnehmen durfte. Ich konnte wie im vergangenen Jahr tolle Freunde kennen lernen, ebenso war das Programm wieder mal klasse.

Vincent Wiers/THW-Jugend Emden: Ich hätte nicht gedacht, dass die Stimmung auf der Jugendakademie so toll ist. Das Programm war einfach spitze und meine neu erworbenen Freunde sind es ebenfalls. Dazu kann ich nur, JAAAAAAAA sagen! Ich hoffe, dass ich die Freunde behalte, die Erfahrungen weitergeben kann und den Spaß, den wir zusammen erlebt haben nie wieder vergessen werde.

Dustin Althaus/THW-Jugend Berlin Friedrichshain-Kreuzberg: Die Jugendakademie 2012 war einfach fantastisch, oder wie die meisten Teilnehmer sagen würden: „leider geil!“ Ich habe einfach so viele neue Freunde kennen gelernt, sowie viele neue Ideen - es ist unbeschreiblich.

Aufgezeichnet von Lars Tietz

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Jugendakademie featuring Berufsfeuerwehr Stuttgart

4. April 2012. Als sich am Mittwochnachmittag zwei Mannschaftstransportwagen und der Reisebus der Bundesschule Neuhausen in Bewegung setzten, war das Ziel der Reise schnell klar: die Wache 3 der Berufsfeuerwehr Stuttgart.

In Stuttgart gibt es fünf Wachen der Berufsfeuerwehr mit rund 500 Einsatzkräften, dazu kommen 27 Freiwillige Feuerwehren mit rund 1.000 Feuerwehrkräften, die sich um die Sicherheit der knapp 591.000 Einwohnerinnen und Einwohnern kümmern.

In den fünf Wachen ist jeweils ein Löschzug stationiert, der aus einem Zugfahrzeug, zwei Löschfahrzeugen und einer Drehleiter besteht. Insgesamt verfügt die Feuerwache 3 über neun Fahrzeuge im Wert von rund drei Millionen Euro, schließlich wird die Wache bis zu 19.000 Mal im Jahr alarmiert. Bei einer Führung durch das Feuerwehrgebäude konnten sich die Jugendlichen die Fahrzeuge und die Ausstattung von Nahem anschauen.

In der Integrierten Leitstelle (ILS), die neben der Wache gelegen ist, können im Katastrophenfall bis zu 17 Arbeitsplätze mit Personal der Leitstelle besetzt werden. Um alle Einsatzkräfte im Blick zu behalten, hängt in der ILS eine vier auf sechs Meter große digitale Lagekarte. Hier können mittels GPS die Einsatzfahrzeuge geortet und der Anfahrtsweg direkt von der Leitstelle aus kontrolliert werden.

Die Jugendlichen erhielten eine Menge Informationen über den Beruf „Feuerwehrfrau/Feuerwehrmann“. Als Feuerwehrfrau oder Feuerwehrmann hat man 24-Stunden-Schichten, die morgens um sieben Uhr beginnen. Die Freizeit, in denen die Einsatzkräfte relaxen können, verbringen sie oft in der hauseigenen Sporthalle und spielen hier zum Beispiel Fußball.

Text: Marcel Edelmann

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Berliner Besuch bei der Jugendakademie

3. April 2012. Am Dienstag standen bei der Jugendakademie 2012 vier interessante Seminarthemen zur Auswahl. Die 38 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten die Auswahl zwischen „Erlebnispädagogik“, „Jugendzeltlager planen“, „Kommunizieren und kooperieren“ und „Zukunft (mit)gestalten“. In Kleingruppen setzten sie sich intensiv mit Themen auseinander, die ihnen auch bei der Jugendarbeit in ihren Jugendgruppen und THW-Ortsverbänden helfen sollen.

Begeistert von der Kreativität und dem Arbeitseifer der Jugendlichen zeigte sich Norbert Seitz vom Bundesinnenministerium. Der Abteilungsleiter ist im Ministerium für die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk zuständig und war bereits zum zweiten Mal bei der Jugendakademie zu Gast. Seitz besuchte gemeinsam mit dem Beauftragten für das Ehrenamt (BEA) aus der THW-Leitung, Hans-Joachim Derra, alle vier Seminare und bekam so einen Eindruck davon, womit sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Laufe der Woche beschäftigen.

Am Nachmittag nahmen die Jugendlichen an mehreren Workshops teil. Dabei errichteten sie aus dem Einsatzgerüstsystem (EGS) einen Steg, bereiteten den Abschlussabend vor, beschäftigten sich mit dem Thema Cyber-Mobbing oder der Kommunikationstechnik im THW. Den Abschluss machte am Abend eine Schnitzeljagd durch Neuhausen, bei der die Informationen in so genannten QR-Codes versteckt waren. Diese Codes mussten die Jugendlichen mit ihren Handys abscannen, um an die Hinweise für den nächsten Punkt zu gelangen. Durch QR-Codes lassen sich kurze Texte, Internetadressen oder andere Informationen platzsparend ablegen.

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Mit moderner Technik auf Tour in Neuhausen

3. April 2012. Am Dienstagabend machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendakademie 2012 mit ihren Smartphones auf den Weg durch Neuhausen, um eine QR-Tour durchzuführen. Jonas Lorenz, FSJler in der Bundesgeschäftsstelle der THW-Jugend in Bonn, plante diese Schnitzeljagd und erstellte zwei Routen mit jeweils rund zehn Codes. Diese Codes mussten von drei Gruppen gefunden und gescannt werden, denn hinter den QR-Codes waren jeweils Hinweise zur nächsten Station verborgen. Dank großer Geocaching-Erfahrung fanden die Gruppen die „Verstecke“ sehr schnell und legten die Runde rund um die Bundesschule Neuhausen schnell zurück.

Mittels QR-Codes können ganze Bücher verfasst werden. Man kann jedoch auch Telefonnummern dahinter verbergen, diese abscannen und sofort anrufen, eine Internetadresse abspeichern oder eine SMS schreiben.

Die Technik im 21. Jahrhundert entwickelt sich Jahr für Jahr weiter. Vor etwa 60 Jahren, als das THW gegründet wurde, waren typische Hilfsmittel Karte und Kompass. Mittlerweile ist man soweit, dass man kaum mehr Karten verwendet und komplett auf Technik setzt. Was ist jedoch, wenn einmal die Technik ausfällt? Hierzu lernten die Jugendlichen im Workshop „Es geht auch ohne Handy“ verschiedene Möglichkeiten kennen trotzdem zu kommunizieren.

Text: Marcel Edelmann

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Brücken schlagen bei der Jugendakademie in Neuhausen

3. April 2012. Wenn man einen reißenden Fluss überwinden möchte, der zu breit ist, um darüber zu springen und über den weit und breit keine Brücke führt – was dann? Dieser Aufgabe stellten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendakademie am Dienstag beim Stegebau-Seminar und fuhren zu Übungszwecken an einen zwar nur leise dahin plätschernden, aber doch recht breiten Bach in Neuhausen. Nach einer kurzen theoretischen Einweisung der beiden Dozenten Steffen und Lukas in die Sicherheitsvorschriften und die Grundlagen des Stegebaus, ging es schnell an die Praxis: Mit Hilfe des Einsatzgerüstsystems (EGS) bauten die Jugendlichen einen etwa zwölf Meter langen Steg über den Bach.

Der Bau an Land gestaltete sich noch recht einfach, doch im Wasser galt es Schwierigkeiten wie das unebene Bachbett oder das hervorstehende Ufer zu überwinden. Da aber alle zusammen anpackten und sich gegenseitig halfen, war auch das kein Problem und am Ende konnte ein stabiler EGS-Steg bewundert werden – im Übrigen auch von vorbeikommenden Passanten. Nach anfänglichem Sonnenschein, verdüsterte sich jedoch der Himmel. Es regnete und gewitterte, weshalb die Betreuer die Jugendlichen dazu anhielten den Steg zügig zurück zu bauen. Dennoch war es ein sehr schönes und vor allem auch erfolgreiches Erlebnis für die jungen THW-Helferinnen und -Helfer – vor allem als Steffen ihnen das Kompliment machte, dass die Gruppe sich beim Bau des EGS-Stegs zum Teil besser anstellte, als die Erwachsenen.

Text: Marcel Edelmann/Marina Schiemenz

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Zeltlager planen – Seminar während der Jugendakademie 2012

3. April 2012. Was braucht man alles für ein Zeltlager? Mit wie vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist zu rechnen und welche sanitären Einrichtungen werden benötigt? Gibt es kostengünstige Möglichkeiten für die Planung des Freizeitprogramms? Mit diesen Fragen befassten sich zehn Jugendliche bei der Jugendakademie 2012 am Dienstag im Seminar „Jugendzeltlager planen“ von Ingo Henke.

Die Jugendlichen erhielten viele Informationen und wertvolle Tipps für die erfolgreiche Planung eines Lagers. Ingo erzählte auch von seinen eigenen Erfahrungen: So beispielsweise von einem Lager mit seiner Jugendgruppe, das tatsächlich 38 Tage dauerte. Außerdem wurden Erkenntnisse aus Internationalen Jugendbegegnungen angesprochen, was den Junghelferinnen und Junghelfern einen interessanten Einblick in die Planung von Lagern im Ausland bot – so zum Beispiel wie man günstig mit einer Jugendgruppe fliegt.

Dieses hilfreiche Grundlagenwissen nutzten die jungen THW-Helferinnen und THW-Helfer gleich am späteren Nachmittag zur Planung eines eigenen Lagers. In kleinen Gruppen planten sie insgesamt drei komplette Zeltlager und stellten diese anschließend den restlichen Gruppenmitgliedern vor. So konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viele Kenntnisse für die Planung und Durchführung eines Lagers erwerben, um diese später in ihren eigenen Jugendgruppen anzuwenden.

Text: Marcel Edelmann/Marina Schiemenz

Sonnensturm mit fatalen Auswirkungen für die Jugendakademie

2. April 2012. Welche Auswirkungen Sonnenstürme im Extremfall auf der Erde haben können, erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen Jugendakademie von THW-Bundesschule und THW-Jugend gleich zu Beginn der Veranstaltungswoche in Neuhausen am eigenen Leib. Am Sonntag, 1. April, sollten die 38 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 20 Jahren in drei Gruppen zum Zeltplatz des Neuhausener Stammes der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg gebracht werden. Ein plötzlich auftretender geomagnetischer Sturm setzte jedoch die Elektronik der Fahrzeuge außer Kraft und ließ Mobiltelefone, Funkgeräte, Radios sowie GPS-Geräte den Geist aufgeben. Alles nur theoretisch natürlich. Dennoch blieb den jungen THW-Helferinnen und Helfern nichts anderes übrig, als sich mit Gepäck, Karte und Kompass durchs Gelände zu schlagen und so ihre Orientierungsfähigkeit in schwierigen Situationen unter Beweis zu stellen. Je nachdem wo die Fahrzeuge liegen geblieben waren, galt es einen Berg zu überwinden oder einen Fluss zu überqueren, entlang an Feldern und Wiesen zu stapfen und sich durch den Wald zu schlagen.

Am Ende kamen glücklicherweise alle am Zeltplatz an - wenn auch zum Teil ein klein wenig schnaufend. Doch eine lange Ruhepause wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Jugendakademie 2012 nicht gegönnt. Es musste für Unterkunft und Verpflegung sowie eine wärmende Feuerstelle für den Abend gesorgt werden. Wieder in drei Gruppen aufgeteilt machten sich die Jugendlichen an die Arbeit. Die Lagerfeuer-Gruppe umrahmte die Feuerstelle mit Steinen, schichtete Holz zu einem kleinen Scheiterhaufen und stellte Bänke sowie Evakuierungsschilder für den Notfall auf. Sogar ein Schild mit der Aufschrift „Wir brauchen Essen!“ zierte aus Angst, dass vielleicht nichts gefunden wird, den Eingang zum Zeltplatz. Die Material-Gruppe indes suchte in einem vorgegebenen Gebiet nach Zeltplanen, Stangen und Verbindungsteilen, um für die Nacht eine windgeschützte, trockene Unterkunft zu schaffen. Allerdings auch kein leichtes Unterfangen. Als die einzelnen Komponenten gefunden waren, stellte sich die Frage nach dem Transport zurück zum Basislager. Eine pfiffige Idee war es beispielsweise die Zeltstangen als Rechteck miteinander zu verbinden und die Zeltplane darauf zu transportieren. Die Umsetzung war aufgrund des Gewichts allerdings nicht so einfach wie gedacht. Dennoch waren am Ende alle Teile auf dem Lagerplatz und die Zelte nach einigen Widrigkeiten aufgebaut. Nun mussten nur noch die Feldbetten aufgestellt und verteilt werden.

Die Verpflegungs-Gruppe hatte es bei ihrer Suche auch nicht leicht: Sie wurden zwar mit einer Karte, aber ohne genaue Gebietsangabe in den Wald geschickt. Wo nun mit der Suche beginnen? Um einen ungefähren Anfangspunkt zu haben, beschloss die Gruppe ebenfalls das Areal der Material-Gruppe zu durchforsten. Da aber niemand wusste, wie genau die Lebensmittel versteckt waren, gestaltete sich die Suche etwas schwierig. Mit einem kleinen Tipp und der Befragung von Spaziergängerinnen und Spaziergängern traf der THW-Nachwuchs schließlich auf zwei zähe Bauern, die sich scheinbar nicht leiden konnten und sich gegenseitig die Kundschaft abschwatzen wollten. Durch geschickte Verhandlungen brachten die jungen Leute die Bauern dazu, ihnen Lebensmittel im Tausch für 40 Liter Trinkwasser zu geben. Wo aber so viel Wasser herbekommen? Also zurück zum Zeltplatz und nach entsprechend großen, mit Wasser gefüllten Kanistern gesucht. Diese waren schnell gefunden, jedoch nicht ganz so schnell zu den Bauern getragen. Letztlich konnten aber auch die Lebensmittel zum Basislager gebracht und verarbeitet werden.

Dort packten die Jugendlichen die Kartoffeln in Alufolie ein, mischten aus Mehl, Sesamöl, Wasser und Salz einen Brotteig, aus dem dünne Fladen geformt wurden, würzten Speisequark und schnitten Dosenwurst in breite Scheiben. Nachdem am späten Nachmittag alles aufgebaut, verarbeitet und vorbereitet war, genossen die Jugendlichen die verbleibende freie Zeit in der Sonne mit Volleyball spielen oder einfach nur einem ausgiebigen Sonnenbad. Am Abend folgte ein kleines Festmahl am Lagerfeuer, das auch die aufkommende Kälte vertrieb. Doch wenn die Jugendlichen dachten, damit sei der anstrengende Tag vorbei, hatten sie sich getäuscht. Als alle gemütlich am Feuer saßen, sich unterhielten oder schon leicht wegdämmerten, stellte sich bei einem Probealarm heraus, dass einer der Jugendlichen vermisst wurde. In mehreren Trupps machten sich die übrigen Jugendlichen auf die Suche in den Wald. Bei Mondschein und ausgerüstet mit Taschenlampen durchkämmten sie das angrenzende Gebiet. Nach rund einer halben Stunde fanden sie den Vermissten verletzt auf einem Waldweg. Sie versorgten und transportierten ihn auf einer Behelfstrage aus Jacken und dicken Ästen zurück zum Zeltplatz.

Nach einer eisig kalten Nacht in den Zelten bauten die jungen THW-Helferinnen und -Helfer am nächsten Morgen ihr Lager ab und machten sich auf den Rückweg zur THW-Bundesschule. Dort werden bis Freitag in mehreren Seminaren und Workshops die Erfahrungen aus den ersten beiden Tagen vertieft.

Text: Marina Schiemenz

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