Leg die Fakten auf den Tisch!

Ein vermeintlich allgemeingültiges Vorurteil ist deutlich schwieriger zu entkräften als nur zu ignorieren oder gar zu verbreiten. Hin und wieder machen auch die Mitglieder der THW-Jugend solche Erfahrungen in der Jugendarbeit. Deshalb hat die THW-Jugend im Rahmen der Vernetzungsaktivitäten im Bundesprogramm ZdT Faktensetzer entwickelt und hergestellt. Faktensetzer, das sind Getränkeuntersetzer, die auf der einen Seite ein Vorurteil und auf der anderen Seite entkräftende Fakten aufgedruckt haben. Zudem ist auf jedem Untersetzer ein QR-Code aufgedruckt, den du mit dem Smartphone auslesen kannst.

Die Faktensetzer sind einfallsreich in der Jugendarbeit einzusetzen. Probiere es aus! Baue ein Kartenhaus, ein Floß oder einen fliegenden Teppich daraus. Dieses Werkzeug wird eine diskussionsreiche, gesellschaftspolitische Jugendarbeit unterstützen. Das Netzwerk in der THW-Jugend unterstützt dich gerne bei der Ideen- und Methodenentwicklung für die Jugendarbeit mit den Faktensetzern. Einige Spielideen findest du hier.

Die Faktensetzer kannst du bei der Bundesgeschäftsstelle der THW-Jugend über das Kontaktformular bestellen.

"Die verschwenden das Geld, das wir ihnen geben!"

Fakt ist: Geflüchtete Menschen mit einem anerkannten Status erhalten als alleinstehende Person 351 € im Monat. Das sind etwa 50 € weniger als der Hartz IV-Regelsatz für Alleinstehende. Wenn sie in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht sind, erhalten sie Nahrungsmittel, Kleidung und Hygieneartikel als Sachleistungen. Dann bekommen sie 135 € sogenanntes „Taschengeld“ im Monat.

"Die nehmen uns die Arbeitsplätze weg!"

Fakt ist: Geflüchtete dürfen in Deutschland erst uneingeschränkt arbeiten, sobald ihr Asylantrag bewilligt wurde. Wir haben zwar Arbeitslose, gleichzeitig fehlen aber in vielen Branchen Arbeits- und Fachkräfte. Geflüchtete bringen nicht nur ihre Arbeitskraft mit, sondern sie haben auch Kaufkraft, die dazu beiträgt, neue Arbeitsplätze zu schaffen.
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"Die meisten sind kriminell!"

Fakt ist: Für die Einreise und einen Aufenthalt in Deutschland sind gültige Dokumente (Personalausweis, Pass, gegebenenfalls Visum) notwendig. Wer gegen das Aufenthalts-, das Asyl- und das Freizügigkeitsgesetz/EU verstößt, macht sich strafbar. Diese Verstöße haben zugenommen, da seit 2015 weltweit mehr Menschen auf der Flucht sind.

Im April 2017 kommentierte der Bundesinnenminister: „Insgesamt ist die Zahl der in Deutschland verübten Straftaten im vergangenen Jahr im Wesentlichen gleich geblieben und nicht gestiegen, und das bei deutlich mehr Einwohner_innen.“
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„Denen kann es ja nicht so schlecht gehen, die haben ja alle Smartphones!“

Fakt ist: Weltweit ist das Smartphone das meistgenutzte Mobilfunkgerät und gehört zum Alltag vieler Menschen. Auf der langen und oftmals gefährlichen Flucht ist das Smartphone die einzige Möglichkeit, in Kontakt mit Familie und Freund_innen zu bleiben sowie die Route und den Standort via GPS zu ermitteln. Das Handy fungiert als „Antenne“ nach draußen und hilft den Menschen auch bei der Verständigung im neuen Land.
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