Leistungsabzeichen-Abnahme unter wachsamen Kameraaugen

Sie hatten diesem Tag entgegengefiebert, hatten sich wochenlang auf die theoretischen und praktischen Aufgaben vorbereitet, waren zu nachtschlafender Zeit losgefahren oder sogar schon am Vortag angereist: 87 Junghelferinnen und Junghelfer aus 13 bayerischen Jugendgruppen von Schweinfurt im Norden bis Geretsried im Süden kamen am 28. Oktober 2017 in Landshut zusammen, um sich das Leistungsabzeichen der THW-Jugend zu verdienen. Der Nachwuchs im Alter von 12-18 Jahren aus fünf Bezirksjugenden trat in den Stufen Bronze, Silber und Gold an. Einige verbanden die Abnahme zur höchsten Stufe Gold gleich noch mit der Abschlussprüfung zur THW-Grundausbildung.

Von Stichen und Bunden über Aufgaben zur Holz- und Metallbearbeitung bis hin zum Transport Verletzter reichte das Spektrum, in dem die THW-Helferinnen und THW-Helfer von Morgen ihr Können unter Beweis stellten. Besonders fordernd war die Gruppenaufgabe. Dabei musste ein Verletzter mit einem Dreibock aus dem Einsatzgerüstsystem und Höhenrettungsgerät aus einem engen Schacht aufgeseilt werden.

Obwohl die Anspannung allen Jugendlichen anzumerken war, ließen sie sich trotz der vielen Kameras, die sie ständig beobachteten, nicht aus der Ruhe bringen. Alle Teilnehmenden an der Abnahme in Landshut wurden den gesamten Tag über fotografiert und gefilmt. Aus den Filmaufnahmen des Ö-Teams der THW-Jugend Bayern wird ein kurzer Videoclip entstehen, der das Leistungsabzeichen vor allem in den Sozialen Netzwerken bekannter machen soll. Aus diesem Grund begleiteten auch zwei Mitglieder der Arbeitsgruppe Leistungsabzeichen der THW-Jugend e.V. die Dreharbeiten.

In die organisatorische Vorbereitung, den Aufbau der Stationen für die praktischen Aufgaben und nicht zuletzt in das Catering hatten die THW-Jugend Landshut eine Menge Zeit und Arbeit investiert. Dies zahlte sich bei der Abnahme aus, denn trotz der großen Zahl an Teilnehmenden lief die Veranstaltung reibungslos und schnell ab. Schon am frühen Nachmittag verkündete der Leiter der Abnahmekommission, Horst Weichselbaum vom Ortsverband Neumarkt, die Ergebnisse. Am Ende nahmen fast alle Jugendlichen die begehrte Auszeichnung aus den Händen von Bastian Dobler, stellvertretender Landesjugendleiter, in Empfang und traten stolz die Rückreise in ihre Heimat-Ortsverbände an.

Am folgenden Tag trafen sich einige Mitglieder der THW-Jugend Landshut noch einmal in der Unterkunft. Es standen weitere Filmaufnahmen auf dem Programm. Einzelne Situationen, wie zum Beispiel das Einbinden einer Person in eine Krankentrage oder das Absägen eines Kantholzes wurden so oft wiederholt, bis das Filmteam zufrieden war. Außerdem fehlten noch Szenen, die den Ausbildungsdienst und das Lernen der theoretischen Aufgaben zeigen.

Text und Bilder: Martin Münd/Michael Kretz