„Was haben DIE sich nur dabei gedacht? Zur Erfindung der Jugendverbandsarbeit“

Die Arbeitsgemeinschaft der sieben helfenden Jugendverbände (AGJVH7) organisiert jährlich Fortbildungen zu brisanten Themen aus der Jugendarbeit. Zum Seminar im Jahr 2018 trafen sich Ehren- und Hauptamtliche aus den sieben Jugendverbänden Anfang Februar in Bad Hersfeld, um sich über gute Jugendverbandsarbeit auszutauschen.

Zum Einstieg ins Thema „Leiten und Führen von Kinder- und Jugendverbänden“ beschäftigten sich die Teilnehmenden in gemischten Arbeitsgruppen mit den geschichtlichen und rechtlichen Grundlagen der Kinder- und Jugendverbände im Nachkriegsdeutschland. Hierbei wurde insbesondere der damals durch die Gesellschaft erteilte Auftrag an Jugendverbände beleuchtet. Dieser drückte weit mehr aus, als Kinder und Jugendliche von der Straße zu holen. Weiterführend wurde ihnen die Möglichkeit geboten, sich zu organisieren und einen Rahmen zu geben, jugendpolitische Interessen zu vertreten.

Einen spannenden Einblick in die Prozesse wie ein Jugendverband entstehen kann, gab Matthias Sammet. Er berichtete den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Sicht des hauptamtlichen Geschäftsführers des Bundes der Deutschen Landjugend e.V. (BDL). Der BDL hat sich im Jahr 2015 als Verein eingetragen und aus seinem Erwachsenenverband herausgelöst. Anschließend diskutierten die Vertreterinnen und Vertreter der einzelnen Verbände, darunter drei Ehren- und Hauptamtliche der THW-Jugend, über Abhängigkeiten und Innovationsmethoden in ihren eigenen Verbänden. Ebenso wurde die Erwartungshaltung durch Gesellschaft und Politik zu den jeweiligen Erwachsenenorganisationen in der heutigen Zeit erörtert.

Mit dem Sozialgesetzbuch 8 (SGB VIII) setzten sich die Beteiligten unter Anleitung von Stephanie Lindemann, Bundesgeschäftsführerin der THW-Jugend, auseinander, um Kriterien für Jugendarbeit beziehungsweise Jugendverbandsarbeit herauszuarbeiten. Am Ende ging es darum, die gewonnenen Erkenntnisse auf den eigenen Verband zu reflektieren und diese als Multiplikatorin beziehungsweise Multiplikator weiterzutragen.

Text und Bilder: Fabian Grundler