Die THW-Jugend Bremen, Niedersachsen beim EYE 2018: „Wir nehmen das Parlament ein!“

Die THW-Landesjugend HBNI beim EYE 2018

Ein Bericht von Marco Giovanni Mattioli und Tristan Leoluca Farinella

„Ich wollte unbedingt auf ein Festival“, war Vanessas Antwort auf die Frage, wieso sie zum European Youth Event (EYE) 2018 fahren will, das vom 1. bis zum 2. Juni in Straßburg stattgefunden hat. Das EYE ist aber nicht irgendein Festival wie Rock am Ring, sondern bringt tausende Jugendliche aus ganz Europa und der Welt zusammen, um gemeinsam Europa voranzubringen und den Parlamentariern zu zeigen, dass man vieles verändern kann.

Unsere Reise begann schon weit vor unserer Abfahrt in Hannover. Das Studieren des Programmes, die riesige Auswahl an Aktivitäten und die Buchungen brachte uns schon mit den Themen und den anderen Teilnehmenden in Kontakt.

Nach knapp fünfstündiger Bahnfahrt und einem ersten Stopp im Hotel erkundeten wir die Umgebung am Rhein und erklommen den Weißtannenturm. „Ihr habt den Sporttest bestanden und damit haben wir dieses Thema hinter uns“, meinte Gerold Stabel, unser Referent für Jugendpolitik. Wir wurden mit einer herausragenden Sicht auf Kehl und Straßburg belohnt und konnten unser Ziel, das Europäische Parlament (EP), bereits erblicken. Bei einem leckeren Essen lernten wir uns besser kennen und tauschten uns über unsere Erwartungen zu dem anstehenden Großevent aus.

Ausgestattet mit blauen Teilnehmenden-Bändchen durften wir am nächsten Morgen gemeinsam mit tausenden Jugendlichen das Festival-Gelände betreten. Nicht nur das Wetter, sondern auch die Stimmung war super. Sofort nutzten wir die Gelegenheit, um noch vor den anderen in einen der wichtigsten Räume Europas zu kommen: den „Hemicycle“. Darin werden Gesetzesvorschläge vorgestellt und abgestimmt.  Anschließend hatten wir Gelegenheit, eine Reihe von Abgeordneten zu treffen. „Da ist er“ oder „der ist cool drauf“, sagten viele beim Anblick von berühmten „MEP“ (Mitgliedern des Europaparlaments) wie Martin Sonneborn oder dem Präsidenten des Europaparlaments, Antonio Tajani.

Danach fingen die Aktivitäten an, die sich jeder nach seinem eigenen Interesse und Zeitplan zusammengestellt hatte. Pausen wurden genutzt, um das Gelände näher zu erkunden oder die Musik auf dem anliegenden YO!Fest zu genießen. Dort konnte man Informationen zur EU erhalten, Shows mit Live-Bands anschauen oder einfach nur die Sonne genießen.

Die Aktivitäten unterschieden sich sehr voneinander: mal eine Diskussion mit hochrangigen Politikern, Unternehmern oder Aktivisten aus Wissenschaft und Bildung, mal ein kreatives Rollenspiel zum Thema Digitalisierung. Dabei waren alle Berufsrichtungen vertreten, so gab es zum Beispiel auch spannende Erzählungen von Astronauten. Wir haben bei jedem dieser Workshops einzigartige Erfahrungen gemacht und vieles gelernt. Den Nachmittag verbrachten wir gemeinsam auf dem YO!Fest mit ein bisschen Musik und ließen den Tag mit Stadterkundungen und original elsässischen Flammkuchen ausklingen.

Am Samstagmorgen konnten wir beim Zumba-Auftakt mit anderen Jugendlichen den Schlaf aus den Knochen schütteln. Mit neuer Energie durchliefen wir nun die Sicherheitskontrollen, um zu den Workshops zu gelangen. Die Themen erstreckten sich vom Meeresschutz und der Gestaltung des öffentlichen Raumes bis hin zur Unterstützung der kommenden Europawahl 2019. Gemeinsam mit den weiteren Teilnehmenden sahen wir, wie wir selbst die Richtung der europäischen Organisationen in Zukunft mitbestimmen können. Auch unseren Vorbildern aus der Politik konnten wir so ein Stück näherkommen.

Am Abend machten wir uns auf dem Weg zum Ufer des Rheins, wo wir im Freiluftkino den vielfach prämierten Film „La La Land“ anschauen durften. Im Anschluss schlenderten wir zurück zu unserem Hotel und fielen alle erschöpft, nach diesem erfolgreichen Tag, in unsere Betten.

Leider hat jede Reise ein Ende. Nach einem letzten Ausflug durch Straßburg verabschiedeten wir uns von den anderen Teilnehmenden. Erstmal mussten wir das Parlament wieder den Politiker_innen überlassen – aber schon in zwei Jahren treffen sich wieder zehntausende Jugendliche aus ganz Europa, um Freundschaften zu schließen und Europa nach ihren Vorstellungen zu gestalten.

Also kein Grund für Traurigkeit! Falls Ihr, wie wir, nicht noch zwei Jahre warten wollt, um selbst politisch mitzugestalten, erkundigt euch bei euren Landesjugenden. Denn es gibt bei der THW-Jugend noch viele weitere Möglichkeiten, sich in der Politik und Gesellschaft einzubringen und fortzubilden, wie beispielsweise bei politischen Bildungsfahrten oder dem alljährlichen Jugendkongress.