Türkei 2005


Auf Einladung des Jugendringes der Stadt Yalova (Türkei) nahm ich an Gesprächen und Planungen zu einem möglichen Jugendaustausch zwischen einer Gruppe Jugendlicher aus Yalova und einer THW-Jugendgruppe teil. Als mögliche Partner auf THW-Seite hatten sich die Jugendgruppen aus Lübeck und Bonn bereits im vergangenen Jahr angeboten. Aus beruflichen Gründen sagten allerdings die Jugendbetreuer beider Gruppen einen Austausch vorerst ab. Dieser jetzt stattgefundene Besuch in Yalova war bereits im September 2004 geplant und wurde durch JfE unterstützt.

Yalova liegt in einem Gebiet, welches stark durch Erdbeben gefährdet ist. Am 17.8.1999 erschütterte ein Beben der Stärke 7,4 die Region, in der Stadt Yalova waren ca. 2.500 Todesopfer zu beklagen. Es wird ein weitaus stärkeres Beben in den nächsten Jahren erwartet, Geologen bestätigen diese Befürchtung. Seit etwa 2001 bereitet sich die Kommune Yalova auf Erdbeben vor. So werden regelmäßig in Schulen Vorträge und Übungen zu Präventionsmaßnahmen durchgeführt, aber auch „Search and Rescue“-Einheiten gebildet. Dies geschieht auf zwei Ebenen: zum einen gibt es bei der Stadt angestellte „Profis“, dann „Semi-Profis“ und „Volunteers“: Profis und Semi-Profis stehen sich in Ausbildung nichts nach, Voluteers sind Freiwillige, die in einem Tageskurs Grundlagen der Rettung Hebewerkzeuge, Verletztentransport, etc.) erlernen. Die Ausbildung erfolgt hierbei von den Profis und Semi-Profis. Profis und Semi-Profis an sich trainieren regelmäßig wöchentlich, sie nehmen auch an überörtlichen Treffen und Ausbildungen teil. Diese K 77 genannte Einheit hat eine eigene Unterkunft, eigenes Material und jeder Helfer seine persönliche Ausrüstung.

Der Jugendaustausch könnte sich, wie sich bereits im vergangenen Jahr abzeichnete, um das Thema „Bergen von Personen aus Schadenslagen“ gestalten. Eine Gruppe Jugendlicher beider Nationen kann sowohl in der Türkei wie auch in Deutschland gemeinsam an entsprechender Ausbildung teilnehmen, diese spezifizieren und verfestigen. Bekannte Möglichkeiten in Deutschland könnten hier genutzt werden; Möglichkeiten in Yalova sind aus meiner Sicht vorhanden (Ausbilder, Material, Unterkunft, Übungsgelände, etc.). Die Beschäftigung der Jugendlichen mit einem gemeinsamen Thema würde als Mittler zur Überbrückung des kulturellen Unterschiedes dienen.

Eine Zusammenarbeit zwischen dem Jugendring aus Yalova und einer THW-Jugendgruppe wird von mir als deutlich machbar, ja als wünschenswert erachtet. Der Partner präsentierte sich im Rahmen des SSV als zuvorkommender Gastgeber und hinterließ nur die besten Eindrücke. Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit zwischen dem Jugendring und der „deutschen Erdbebenhilfegruppe“ fanden Anklang auf allerhöchster Ebene in der Stadtverwaltung. Jeweils in Gesprächen wurde versichert – die einzelnen Stellen und somit auch die Gespräche werde ich nicht skizzieren, da sie allesamt einheitlichen Verlaufs waren – wie wichtig und unterstützenswert dieses Projekt angesehen wird. So wurde von allen Seiten Unterstützung zugesagt. Dieses stärkt natürlich den Jugendring in Yalova für eine Umsetzung des Projektes.

Neben diesem Jugendaustausch mit der Stadt Yalova kann sich in Zukunft in der Region ein durchaus großes Feld ergeben, wo weitere THW-Jugendgruppen ähnliche Maßnahmen umsetzen könnten. Somit fällt dem o.g. Projekt aus meiner Sicht durchaus ein Pilot-Charakter zu.