Sonnenfinsternis in Nowosibirsk

 

Bericht der THW-Jugend Osnabrück

Weitere Infos auch unter www.to4ka-treff.de und www.stiftung-drja.de (Podcasts und anderes)

Vorbereitungstage (14. &  15. Juli)
Während der Vorbereitungstage am 14. und 15. Juli 2008 lernte sich die komplette Reisegruppe kennen und unternahm zusammen zwei gemeinsame Tage zur Vorbereitung auf die Reise nach Moskau und Novosibirsk. Hierzu gehörte unter anderem das man versuchte, die Sprache etwas zu lernen und auch auf die dortige Kultur sowie dortige Sitten einging. Des Weiteren wurde ein Russlandquiz zu den Themen Kultur, Geographie und Politik erstellt. Hierzu hatte jede Gruppe die Möglichkeit Computer, Internet und Bücher zu nutzen. Hierbei kamen am Ende sehr interessante und spannende Quiz bei raus.
Als nächste Gruppenarbeit hatte sich Gruppenleiter Ingo Henke überlegt, das jede Gruppe etwas ausarbeitet, um uns, die THW-Jugend in Novosibirsk vorzustellen. Eine Gruppe erarbeitete nun einen Text, wo alles Wichtige enthalten ist, die nächste Gruppe erstellte eine Bilderpräsentation und die letzte Gruppe hat die mit Sicherheit lustigste Aufgabe, sie sollten ein Lied dichten. Auch dieses hat wunderbar geklappt und alle waren hinterher begeistert.

Anreisetag (16.07.2008)
Morgens um 05.00 Uhr traf sich die Reisegruppe an der THW – Unterkunft in Osnabrück um dann gen Düsseldorf aufzubrechen. Die Reise verlief ohne Probleme und man kam pünktlich am Flughafen an, wo es dann auch recht zügig zum einchecken und zur anschließenden Sicherheitskontrolle ging. Jetzt hieß es nur noch warten und dann in den Flieger steigen. In Moskau gelandet erwartete uns eine riesige Hitzewelle von etwa 38°C. Vom Flughafen aus brachten uns die örtlichen Reiseleiter zu unserer Unterkunft, diese wurde dann sofort bezogen und nach dem Abendessen ging der Großteil der Reisegruppe sofort ins Bett.

Tag 1 (17.07.2008)
Nach einem ausgiebigen Frühstück, bestehend aus Spiegelei und Salat ging es mit dem Bus direkt in Richtung der Schule, wo wir später auch unsere Austauschpartner treffen sollten. Wir wurden sehr herzlich empfangen und es wurde uns als erstes die gesamte Schule gezeigt. Angefangen von einem Großen PC-Raum, über eine kleine Sporthalle, die sogar eine größere Kletterwand enthält, bis zur Aula wurde uns alles gezeigt und haargenau erklärt. In der Aula stellten uns die russischen Jugendlichen dann verschiedene Dinge vor. Hierzu gehörten verschiedene Gesangeinlagen sowie ein Tanz. Danach wurde uns hier die Schule mit Ihren ganzen Aktivitäten sowie Angeboten vorgestellt. Nachdem es hier einen kleinen Zwischenimbiss bestehend aus Kaffee und Tee sowie verschiedenen Keksen und Süßigkeiten gab, ging es wieder in den Bus und es gab ein reichhaltiges Kulturangebot. Es ging zu einer besonderen Statur und dann gab es Mittagessen. Darauf folgend ging es zu einem Kunstmuseum und dann zu einer der ersten erbauten Holzkirche in Moskau. Diese war äußerst spannend zu sehen, da sie trotz ihrer nicht allzu großen Größen sehr viel zu bieten hatte. Die gesamte Frontseite besteht aus verschiedenen Elementen aus Gold. Alle waren sehr begeistert und konnten nun mit gestilltem Wissenshunger aufbrechen gen Hotel. Hier gab  es dann das alltägliche Abendprogramm, bestehend aus Essen, Ausruhen und anschließend gemütlich Zeit verbringend. Hierbei war aber besonders das Abendessen nicht normal. Mitten während dem Essen wurde es plötzlich leise (normaler Weise ist in Bars laute Musik) und das Licht erlosch. Es kam eine Bauchtänzerin zu orientalischer Musik. Dies begeistere vor allem so manch einen männlichen Teilnehmer.

Tag 2 (18.07.2008)
Der Tag begann mit einem typischen russischen Frühstück bestehend aus Würstchen und Nudeln. Nun ging es direkt (was in Moskau noch nicht schnell heißt) zu einer der dortigen Wachen vom MCS. Dort gab es eine sehr detaillierte Führung durch die Räumlichkeiten. Dann kam der Höhepunkt mit der Besichtigung der Fahrzeughalle. Hier stand eine nagelneue Drehleiter die etwa 50m hohe Etagen erreichen kann. Sie hatte sogar noch das Überführungskennzeichen aus Deutschland (Ulm – ohne Werbung zu machen…) am Fahrzeug. Daneben stand ein nicht viel älteres Hubrettungsfahrzeug. Alle Teilnehmer staunten nicht schlecht, als die Übersetzerin verriet, wie hoch dieses Fahrzeug mit dem Hebearm kommen kann. Den russischen Verhältnissen angepasst kann sie man bis zu 92m hoch steigen; Hierbei ließ sich auch keiner zweimal fragen als es darum ging, in die Höhe zu steigen. Aufgrund des Windes konnte man leider 92m nicht erreichen, aber auf 84m durften wir hinauf und über Moskaus Dächer hinwegschauen. Aber auch diese Höhe ist noch nicht genug, um auch zu den höchsten Hochhäusern hinaufzukommen. Fasziniert von der Technik ging es dann zur Bezirksstation des MЧС. Dort gewannen wir einen interessanten Einblick in die Räumlichkeiten und konnten sogar auf einen der ersten Feuerschutztürme Moskaus (… auch schon etwas älter) hinaufsteigen. Nun ging es in ein schon bekanntes Restaurant vom Vortag. Hier gab es das äußerst leckere Mittagessen. Die dort gewonnen Kalorien wurden direkt danach in einer gut erhitzten Sporthalle der Schule wieder abgebaut, Volleyball in der Sauna ist schon gut. Denn hier stand dann Sport auf dem Programm. Alle waren gespannt was es nun zu tun galt. Als es dann aber hieß dass Volleyball sehr begehrt ist, atmeten alle auf und es ging los. Die Teamaufteilung war zwar etwas Fragwürdig, da die an sich untalentierteste Gruppe gewann. Nun ging es Richtung Hotel. Die von der Reiseleitung angekündigten Staus blieben leider aus, so dass einige der Teilnehmer nicht zu ihrem Schönheitsschlaf kamen und so sehr bedrückt zum Abendessen gehen mussten.

Tag 3 (19.07.2008)
Wie gewohnt traf sich die Gruppe zum gemeinsamen Frühstück um 09.15 Uhr und fuhr dann anschließend zur Schule um dort die russischen Teilnehmer an Board zu nehmen. Mit ihnen ging es dann zu einer Stadtrundfahrt durch die City von Moskau. Erst wurden immer nur kleine Zwischenstopps bei kleineren Denkmälern und Kultureinlagen gemacht bis es anschließend zum Stopp beim Kremel ging. Hier stiegen alle für längere Zeit aus und schauten uns den Kremel mit dem dazugehörigen Roten Platz und alle umliegenden Gebäude sowie Kulturellen Ereignisse an. Dies wurde mit vielen nützlichen Informationen eines Fremdenführers ausgeschmückt. Dort ging es anschließend wieder zum Bus. Mit diesem Fuhren wir dann durch die fast leere Stadt und lernten Ecken und Kanten von Moskau kennen, die vorher niemand kannte. Dazu gehörten u.a. die verschiedenen Botschaften und einige Parks und Universitäten. Diese sahen wir nicht nur von der Seite, wo alle Touristen stehen, sondern auch von anderen Seiten, wo Ruhe ist und man auch mal die Natur sowie die Denkmäler genießen kann. Zu den weiteren Attraktionen der Stadt gehörten zum Beispiel verschiedene Denkmäler, den Regierungsgebäuden, den verschiedenen wichtigen Straßen und der größten Blumenuhr Europas auch drei verschiedene Krieger aus verschiedenen Jahrhunderten als Wächter Moskaus. Nun ging es  in das beliebteste Restaurant von vielen Jugendlichen, dem „Restaurant zum Goldenen M“. Als hier alle ordentlich zugeschlagenen hatten durften alle die Fußgängerzone in der City erkundeten. Dazu teilte man sich gemeinsam mit den russischen Jugendlichen in vier Gruppen auf und es ging los. Nachdem es erheblich nahe am Regen war, ging es nun in die Metro. Hier wurden verschiedene historische, wie besondere und Einzigartige Stationen angefahren und besichtigt. Das Metrofahren entpuppte sich als sehr lustig und spannend. Denn es ging nicht nur sehr schnell durch Moskaus Unterwelt sonder genauso hektisch waren das Ein- und Aussteigen. Denn hier geht es nicht darum, das alle mitkommen, sondern das alle so schnell wie möglich Einsteigen, denn die Türen schließen automatisch nach wenigen Sekunden, was einem schnell zum Verhängnis werden kann. Als hier alle heile und sicher an der unserem Hotel am nächsten gelegenen Station angekommen sind, ging es zum Abendessen und der Großteil der Gruppe relaxte am Abend, das es doch häufig vorkam, das der Muskelkater die Überhand ergriff.

Tag 4 (20.07.2008)
Auch an diesem morgen stand die Gruppe wie gewohnt auf um zu frühstücken und anschließend loszufahren. Diesen morgen allerdings ohne Delegationsleiter Ingo Henke, welcher Mitarbeiter der niedersächsischen Staatskanzlei nach Tyumen begleitete. Für uns ging es mit einem neuen Busfahrer zur Schule 1294 um von dort aus mit den russischen Jugendlichen den Tag zu verbringen. Als erstes sind wir zu einem Sommersitz einer wohlhabenden deutschen Familie gefahren. Das Anwesen war nur zum feiern gedacht und erinnert an das Schloss Versailles. Alle waren von der Schönheit des Anwesens, der antiken Innenausstattung und der netten Führerin begeistert. Nachdem wir eine ausführliche Besichtigung gemacht haben und noch rumspaziert sind, ging es auch schon weiter zum Essen. Es gab in einem deutschen Restaurant Reis mit Geschnetzeltem bayrischer Art. Nach dem Essen und einem Eis bei „MCD“, fuhren wir zu in den Park der allrussichen Errungenschaften am Kosmonautenpark, in dem es viele tolle Attraktionen zu sehen gabt, wie etwa Pavillons aller 19 sowjetischer Republiken gibt (und als 20. sogar einen aus Finnland), Museen von Flugzeugen und dem MCS. Nach dem Besichtigen des Parkes, ging es zum Fernsehturm Oschtankinovon Moskau. Der ca. 600 Meter hohe Turm war mal sogar zum Besuch offen, ist aber nach einem Feuer im Jahr 1999, das drei Tage lang dauerte, geschlossen worden. Unsere erste Reisegruppe nach Russland hatte sogar noch die Gelegenheit auf der Aussichtsplattform in 386 m Höhe zu stehen. Oschtankino galt zwischenzeitlich sogar als Ziel von Terroristen.
Nach dieser letzten Besichtigung wurden die russischen Jugendlichen noch am Straßenrand ausgesetzt und unsere Gruppe fuhr zurück ins Hotel, wo es das alltägliche Abendprogramm gab.

Tag 5 (21.07.2008)
Nach dem alle das aus Pfannkuchen bestehende Frühstück eingenommen hatten, trafen wir uns mit den russischen Jugendlichen im Hotel. Zusammen fuhren wir zu einem etwas versteckten Standort des MЧС, wo wir eine Führung die Containern und Zelte bekamen. Anschließend gingen wir in ein nahe gelegenes Schulungszentrum, wo wir an einer Ausbildungsstunde des MЧС teilnahmen, hier ging es vor allem um die Versorgung von Patienten und deren Transport. Wir lernten, was man machen kann, wenn eine Person unterkühlt ist, oder unter Schock steht und wie man sie Anschließend transportieren kann. Nach einer kurzen Pause ging es dann wieder zur MЧС Station, wo wir den Umgang mit einer hydraulischen Rettungsschere und einem Motortrennjäger kennen lernten und auch selber ausprobierten.
Anschließend fuhren wir mit dem Bus in unsere Unterkunft, wo wir bis zum Abendessen Freizeit genießen durften.  

Tag 6 (22.07.2008)
Immer mal was Neues, so auch an diesem Morgen. Es gab mal etwas, was so gut wie niemand kannte zum Frühstück: Milchnudeln. Dasselbe wie Milchreis nur eben mit Nudeln. Nicht jedermanns Sache, aber grundsätzlich erst mal nicht schlecht, bisschen Zimt hätte gefehlt. Nachdem alle aufgegessen hatten und sich ihr Sportzeug geholt hatten, ging es mit dem Bus zum MЧС. Hier gab es die Unterkunft zu sehen, in der die Leitung über Gesamtrußland ihren Sitz hat und auch die Einheiten, die zentral mit ihren Spezialisten innerhalb ganz Russlands ausrücken. Oberst Vladimir A. Dikiy, Leiter des Zentrums, empfing die Gruppe und führte sie durch seine Station. Hier gab es sehr viel Technik zu erkunden und vor allem macht es einen sehr guten Eindruck. Denn das Ganze ist sehr riesig und prachtvoll eingerichtet. Es gibt nicht nur einen großen Kinosaal für Veranstaltungen und „Lagebesprechungen“, sondern eine riesige Fahrzeughalle für einige LKW sowie PKW. Als besonderes Highlight waren hier Roboter zu sehen, die für den Einsatz in besonderen Katastrophen bei Biologischen und Chemischen Einsatz zur Verfügung stehen. Des Weiteren zeigte man uns die gesamte andere Technik, die am Standort zur Verfügung steht und binnen 3 Stunden in Flugzeugen verlastet werden kann. So kann die Technik im gesamten Russland und in der Welt schnell eingesetzt werden. Nach dieser sehr imposanten Führung gab es hier auch Mittagessen. Bestehend aus „Kalafkalasch“ und verscheiden anderen Zutaten. Es gab kurz gesagt fast alles, was das Herz begehrte. Angefangen von Obst über Wasser bis zu Cola oder auch Käsebrot und Trinkpäckchen, die insbesondere sehr guten Absatz fanden.
Schließlich ging es wieder zur Schule 1294. Hier gab es dass allseits beliebte Volleyballspiel. Schnell wurden Mannschaften gegründet und dann ging es sofort los mit Spielen. Einige Stunden lang hatten hier alle ihren Spaß und konnten sich so richtig austoben. Danach ging es mit dem Bus ins Hotel, wo wir uns nach einer kleiner Ruhepause zum Abendessen setzten. Danach luden uns die russischen Teilnehmer ein, sie in die Stadt zu begleiten, Cafés und Parks zu erkunden und unseren Stadtteil bei Nacht zu sehen.

Tag 7 (23.07.2008)
Wie geplant fuhr die Gruppe am heutigen Mittwoch pünktlich um 10 Uhr los, um in Moskau ein Feuerwehrmuseum zu besichtigen. Dort angekommen traf man dann die russischen Jugendlichen. Nach einer ausführlichen Besichtigung der russischen Feuerwehrgeschichte und mehreren Modelle zum Verhalten in Brandfällen in großen Theatern oder in der U-Bahn gab es ebenfalls verschiede Löschmittel wie z.B. Feuerlöscher und Sprinkleranlagen zu bewundern. Nun ging es mit dem Bus in die Schule der russischen Jugendlichen, wo wir zusammen Volleyball spielten. Anschließend stand gemeinsames Klettern, sowie Ausbildung an einem Roboter, welcher Reanimiert werden musste an.
Nach dem Abendessen trafen wir uns mit einigen der russischen Jugendlichen und verbrachten in einem nahe gelegenen Park zusammen den Abend. 

Tag 8 (24.07.2008)
Dieser Tag stand ganz im Zeichen offizieller Termine, um dazu ausgeschlafen zu sein, starteten wir erst um 10 Uhr mit dem Frühstück. Anschließend fuhren wir mit dem Bus zu einem Treffen mit Herrn Alexander Platow, dem Leiter der Moskauer Ausbildungsstätte für Zivilschutz. Man kannte sich bereits von der Begegnung von vor 2 Jahren, wo der Vertrag zwischen der THW-Jugend und den Studentischen Korps unterschrieben wurde und auch Osnabrück hatte Alexander bereits besucht. Dieser Vertragsschluss fand in einem großen Saal statt, den wir ebenfalls besichtigten. Bevor damals der Vertrag unterzeichnet wurde, war eine russische Delegation in Deutschland, um sich ein Bild über die THW-Jugend zu machen. Aufgrund der bereits recht guten Freundschaft zwischen Ingo und Alexander, freute er sich sehr, dass wir mit großem Interesse das Gebäude besichtigte. Im Anschluss hieran gab es ein leckeres Mittagessen in der dortigen Kantine, eh es dann in Richtung Deutsche Botschaft ging. Unterwegs dorthin, legten wir noch eine kurze Pause an der berühmten Aussichtsplattform an der Lomonosov-Universität ein. Dort kam plötzlich ein Fernsehteam auf Ingo zu und wollte ein Statement zum Thema Rauchen in Deutschland haben. Auch hierzu konnte etwas gesagt werden... kam dann in den Hauptnachrichten.
In der Botschaft wurden wir dann von Johanna Sander, Mitarbeiterin des Kulturattachés, empfangen. Sie erzählte uns alles Wissenswertes über die Arbeit der Botschaft und deren Aufgaben. Hier erfuhren wir, dass dies die größte Deutsche Botschaft weltweit ist und dass der Botschafter Dr. Jürgen Walter Schmidt heißt.
Nach diesem Termin genossen wir ein paar Stunden der Ruhe. Später trafen wir uns erneut mit einigen russischen Jugendlichen, um gemeinsam den Abend ausklingen zulassen.

Tag 9 (25.07.2008)
Der letzte komplette Tag in Moskau begann wie gewohnt morgens um 09.30 Uhr mit dem Frühstück und dann ging es zu einer Bootstour durch Moskau auf dem Moskwa. Hier konnte man zwei Stunden lang alle Schönheiten der Stadt vom Fluss aus sehen. Es ging nicht wie sonst immer durch Kilometer lange Staus sondern man konnte auch mal ausspannen und genießen. Am Nachmittag bestand dann die Möglichkeit sich auf die Abreise vorzubereiten und noch letzte Sachen einzukaufen, sowie den Koffer zu packen. Am Abend fuhr man dann zum Bahnhof um die anderen deutschen Jugendlichen zu empfangen.

Tag 10 (26.07.2008) bis Tag 12 (28.07.2008), Zugfahrt
Am Nachmittag des 26. Juli ging es endlich los. Wir konnten den Zug „besetzen“. Nachdem es in der Bahnhofshalle des Bahnhofs „Moskau-Jaroslawskaja“ noch einen offiziellen Teil mit den Organisatoren der Reise gab, konnten wir in den Zug einsteigen. Zu den offiziellen Rednern gehörte u.a. der stv. Leiter der russischen Eisenbahn, Herr Burkhard von der Stiftung „deutsch-russischer Jugendaustausch“ sowie der Leiter von der russischen Seite, Herr Syrow. Sogar unser HOM Ingo Henke durfte für die Freundschaft zwischen der THW-Jugend und dem Studentischen Korps einige Worte sprechen. Das russische Fernsehen "VESTI" nahm unsere Gruppe für einen netten Bericht über die Abreise. Daniel und auch einige andere wurden nach ihren Erwartungen ausgiebig befragt - und wir durften auch unsere Jugendarbeit in Deutschland durften wir vorstellen.  
Hiernach ging es dann endlich los. Der Zug machte sich auf in Richtung Nowosibirsk. Während der zweitägigen Fahrt machten wir unter anderem in Perm, Omsk, Tjumen und Vladimir jeweils einen kurzen Stopp. Aber neben der Erfahrung einmal „Transib“ zu fahren, konnten sich auf der langen Reise alle viel erholen oder neue Erfahrungen machen. Besonders spannend für uns war, dass ein eigener Podcast über die Zeit in Moskau von einigen unserer Junghelferinnen und Junghelfer erstellt worden ist und weitere Interviews gegeben worden sind. Die Zugreise endete am späten Nachmittag des 28. Juli´s. Hier wurden wir sehr herzlich von den russischen Jugendlichen, einem Orchester und vielen Einheimischen und Kamerateams empfangen. Besonders herzlich war der Empfang unseres Partners, dem Club "Sojus", die uns am Wagon abfingen und herzlich drückten. Ohne weiteres halfen sie dabei, unsere umfangreiche Ausstattung zu tragen.
Natürlich durfte der offizielle Teil nicht fehlen. Auch wenn alle Teilnehmer zweieinhalb Tage lang nicht duschen konnten, ließen es sich die Gebietsverwaltung von Nowosibirsk, der in Nowosibirsk vorhandene deutsche Generalkonsul sowie die deutsche und russischen Organisatoren nicht nehmen noch ein Grußwort an die Reisenden zu richten. Nun ging es aber recht schnell mit 4 Bussen, in Polizeibegleitung, in unser Camp, wo wir auch schnell unsere Zimmer beziehen und einrichten konnten. Hiermit hatte das Abenteuer „Transsibirische Eisenbahn Fahren“ ein glückliches, erfolgreiches Ende.

Tag 13 (29.07.2008)
Der erste Morgen im Lager. Es ist 08:45 Uhr. Es klopft, die Teamer unseres Hauses wecken uns und der Tag beginnt. Es geht zum Frühstück mit den anderen Gruppen und im Anschluss daran erklären uns die Teamer (auch Waschaties genannt) was hier wie und wann geht. Direkt danach geht es zu einer so genannten „Erkundungsralley“ durchs Camp. Hier lernen alle Grupen das Gelände kennen, angefangen vom Sanitätshaus, über die Feuerstelle bis zur Aula. Auch wenn dies nicht immer so war, wie es sich unsere Jugendlichen erhofft haben, am Ende freuten sich alle aufs Mittagessen. Nun nahm ein Teil der Gruppe an der Eröffnungsfeier und an dem Runden Tisch zu verschiedenen Themen rund um „Ausbildung in Deutschland und Russland“ teil. Im Anschluss hieran schauten wir uns eine Vorstellung unserer anderen Partnergruppe der Schule 96 aus Nowosibirsk an. Direkt im Anschluss an diese Veranstaltung ging es zu einer Einweisung in die Teleskope, diese sind zur Beobachtung der Sonnenfinsternis da. Ab hier hieß es arbeiten. Wir mussten noch einige Vorbereitungen treffen. Am Abend sollte ein „Kennenlernabend“ stattfinden. Hierfür planten wir das Lied „Moskaus“von Dschingis Khan umzuschreiben und einige Sprüche aufzusagen. Eine weitere Spezialität sollte die Präsentation einiger Bilder sein. Als nun hierfür alles fertig war, ging es zum Abendessen und im Anschluss daran begann direkt die Show. Zwei von unserer Gruppe (Lennart und Daniel) waren so freundlich und halfen unserem Partner aus Nowosibirsk personaltechnisch aus und tanzten so in deren Choreographie mit. Dann kam unser großer Auftritt, trotz kleinerer Schwierigkeiten lief alles super und beim Lied wachte auch das Publikum schnell auf und sang mit. Nachdem sich alle Gruppen präsentiert hatten, kam noch das Team von der Stiftung „Deutsch-russischer Jugendaustausch“ mit einem selbst komponierten Lied und dann war dieser Abend Fast beendet. Es folgte die abendlich stattfindende Disko. Auch hieran nahm ein Teil unsere Gruppe zum krönenden Tagesabschluss teil.  

Tag 14 (30.07.2008)
Akademgorodok. Das ist die berühmteste Stadt der Wissenschaftler in Wissenschaften. Eigentlich ist es mehr ein Bezirk oder Stadtteil von Nowosibirsk aber es wird als eigene Stadt gesehen. Hier leben viele Wissenschaftler, aller Fachgebiete. Von Biologie über Physik bis hin zur Astronomie. Die Fakultät wurde in den 50´er Jahren gegründet und gewann seit dem immer mehr an Bedeutung und wurde auf der ganzen Welt immer Berühmter. Hier erwartete uns ein sehr abwechslungsreiches Programm. Es ging hauptsächlich um Filmen über Wissenschaftler und die Fakultät. Zwischendurch wurde z.B. ein lustiger Trickfilm gezeigt, es spielten Geiger der gehobenen Klasse und es gab weitere sehr schöne musikalische Klänge zu hören. Die Fakultät besitzt mehrere eigene große Essenssäle. In einem von denen durften wir dann speisen und man fühlte sich gleich wie jemand der gehobenen Klasse. Nach einer kurzen Mittagspause ging es in den Botanischen Garten der Stadt. Hier hatten wie eine kurze Führung eh es in den Supermarkt und dann zum Museum von alten Transportsystemen rund um Lokomotiven und Autos ging. Hier gab es Rangierloks, Güterloks, Güteranhänger, Personenanhänger, Anhänger mit Kränen und auch Loks zum Räumen der Schienen, was im Sibirischen Winter sehr wichtig ist, da hier bis zu 5m hoher Schnee liegen kann. Es handelte sich um eines der größten Eisenbahnausstellungen der Welt, gemessen an der Zahl der Exponate. Aber auch Autos und andere Fahrzeuge konnten besichtigt werden.

Tag 15 (31.07.2008)
Der Tag begann wie immer mit dem Frühstück. Mit gut 1 ½ Stunden Verspätung ging es dann um ca. 11.15 Uhr mit dem Bus in den Zoo von Nowosibirsk. Dort angekommen, erkundeten wir in kleinen Gruppen das Gelände. Zu sehen gab es neben unzähligen Affenarten auch Eisbären und Lamas. Selbstverständlich waren auch verschiedene Kleintierarten sowie einige Fahrgeschäfte vorhanden. Nach ca. 90 Minuten trafen sich alle Campteilnehmer vor dem Zoo. Zusammen ging es dann mit dem Bus in einen nahe gelegenen Festsaal, wo wir Mittagessen zu uns nahmen. Hiernach trennten sich die Gruppen, um die anstehende Freizeit intern zu gestalten. Wir trennten uns von den russischen Jugendlichen, sie genossen eine Stadtrundfahrt.
Wir machten einen kurzen Zwischenstopp beim Lenin Denkmal. Danach teilten wir uns in kleine Gruppen auf, um die anliegende Einkaufspassage zu erkunden. Um ca. 19.00 Uhr fuhren dann alle Campteilnehmer unter Polizeischutz zurück ins Lager. Dort gab es wie gewohnt Abendessen. Anschließend hatte unsere Gruppe Freizeit.

Tag 16 (01.08.2008)
Der heutige Tag sollte der Höhepunkt des gesamten Camps in Nowosibirsk werden. Die totale Sonnenfinsternis sollte heute in Nowosibirsk zu beobachten seien. Am gesamten Vormittag fanden letzte Vorbereitungen, viele weitere Workshops zum Thema Sonnenfinsternis und dem Umgang mit eben jener statt. Die Teilnehmer bekamen die Möglichkeit, sich vorzubereiten und erhielten hier die notwendigen Informationen, die man braucht, um hierbei vor allem die Augen nicht zu beschädigen. Nach dem Mittagessen war es dann auch schon fast so weit. Um 16 Uhr trafen sich alle Teilnehmer des Camps um zu einer großen Wiese zu wandern, von wo aus es, entgegen der Vorhersagen, einen guten Ausblick auf die Sonne gab. Laut Wetterbericht der Nachrichten sollte es regnen und bedeckt sein. Wir hatten aber Glück und dies trat nicht ein. Es war ein faszinierendes Bild, 300 Köpfe ragten in den Himmel und guckten durch schwarze Schutzbrillen gen Sonne. Nach etwas Wartezeit war es dann endlich so weit: Der Mond fing langsam an sich vor die Sonne zu schieben. Erst langsam, kaum sichtbar, dann immer mehr. Nach etwa einer Stunde wurde es auch langsam ein wenig dunkler und spürbar kühler. Nach anderthalb Stunden war es dann so weit: Die Sonne war komplett bedeckt und man konnte das sonst so äußerst seltene, überwältigende Ereignis bestaunen. Nach nur etwa zwei Minuten war das ganze Spektakel wieder vorbei, es folgte großer Applaus und alle waren begeistert. Es hat sich gelohnt nach Nowosibirsk zu reisen und das Spektakel zu verfolgen! Nach dem sich alle etwas erholt hatten, ging es zum Abendessen und danach zum Freundschaftsabend, wo jede Gruppe etwas aufführte um sich ein wenig vorzustellen. Jetzt folgte die tägliche Disco und der Tag hatte ein gutes Ende.
Über den ganzen Tag verteilt, erfüllten wir, wie schon den Rest der Woche verschiedene Dienste, dazu gehörten vor allem die Wasserwacht und die Betreuung der Erste Hilfe Station. Zusätzlich halfen zwei Junghelfer bei einem Kletterworkshop unserer Partnerschule aus Nowosibirsk.  

Tag 17 (02.08.2008)
Abschiednehmen von guten Freunden. Das war heute angesagt. Am heutigen Samstag war der letzte Tag mit unserem russischen Partner aus Moskau. Die Gruppe vom MCS freute sich genauso wenig auf die Stunde des Abschiedes wie wir. Aber vorerst gab es noch einige Workshops rund ums Thema Kultur und Sonne. Hierzu gehörten u.a. Pfannkuchen machen und essen, Volkstänze einstudieren oder auch das Basteln von Puppen. Nachdem die Workshops alle beendet waren, konnten sich alle auf das Abendprogramm vorbereiten. Es galt einen Freundschaftsabend zu gestalten, an dem jede Equipage (jeweils ein russischer und ein deutscher Partner bilden eine Gruppe, das wurde dann Equipage genannt) etwas über sich vorstellte. Viele Gruppen hatten das Thema Abschied und neue Freunde gefunden zu haben bei ihren Stücken in den Vordergrund gestellt. Unsere Teilenehmer hatten sich überlegt, eine Geschichte zu erzählen, bzw. pantomimisch darzustellen. Diese Geschichte sollte über unsere gemeinsame Reise berichten. Angefangen beim zögerlichen Kennen lernen in Moskau ging es dann in die Transsibirische Eisenbahn und von dort aus wurde dann der Empfang und das Leben in Nowosibirsk dargestellt. Alle hatten nicht nur enorm viel Spaß bei den Proben, sondern man konnte hinterher auf der Bühne eine wunderschöne äußerst emotionale Show beobachten. Nachdem auch die anderen Gruppen ihre Stücke präsentiert hatten, neigte sich das offizielle Abendprogramm dem Ende zu. Zusammen gingen alle Teilnehmer auf den Vorplatz um dort eine aus Kerzen geformte Sonne anzuschauen und sich anschließend gegenseitig die Lichter der Freundschaft zu schenken. Somit war das offizielle Programm für viele Teilnehmer vorbei. In den einzelnen Gruppenräumen - also auch in unserem - gab es nun die emotionalen Höhepunkte, die Gruppen verabschiedeten sich gegenseitig warm und sehr herzlich und überreichten sich gegenseitig kleine Geschenke. Die Jungehlferinnen und Jungehlfer gaben ihre Helme als Andenken, die Jugendlichen aus der Schule 1294 hatten "Schiffchen" mit russischen Ansteckern versehen. Auch wenn dieser Tag, oder Abend von ein paar kleinen negativen Ereignissen überschattet war, versuchten alle noch ein wenig Spaß in der Abendlichen Disco zu genießen. Dies ging auch bis spät in die Nacht bevor es dann ins Bett ging. Natürlich standen morgens um 6 Uhr (nach Nowosibirsker Zeit) alle wieder auf, um die Gruppe zum Bus zu geleiten. Nun ging es wieder ins Bett und der Rest ist im Bericht vom Tag 18 zu lesen.

Tag 18 (03.08.2008)
Nachdem am frühen Morgen die Freunde von MCS Moskau verabschiedet waren und man noch etwas schlaf genossen hatte, beginnt der letzte Tag in Nowosibirsk. Unser weiterer Partner des Clubs "Sojus" von der Schule No. 96 hatte angeboten, noch etwas mit uns zu unternehmen. Was heißt, dass wir am letzten Tag noch etwas Ausbildung gemacht haben. Aber keine normale deutsche Ausbildung. Nein, wir lernen das, was sonst unser Partner lernt. Es beginnt also kein eintöniges, langweiliges Programm, sondern viele spannenden Dinge. Kinderträume wurden war, die Junghelfer und Junghelferinnen durften im Wald klettern, Häuser hochklettern, Erste Hilfe Ausbildung auf Russisch machen und der Höhepunkt war für manchen sicherlich, dass sie schießen konnten. Nicht mit einer normalen Kirmespistole, sondern spezielle Luftgewehre. Alle hatten großen Spaß am Umgang mit dem Gerät und waren sehr interessiert.
Die Jugendlichen zeigten der Gruppe ihre Plätze, Cafés und Parks, wo sie ihre Tage im Sommer verbringen. Eine Stadtführung der anderen Art. Zeigte es den Junghelferinnen udn Junghelfern schon etwas mehr Einblick in das Leben der russischen Jugendlichen.
Nachdem dieses Programm vorbei war, machten sich alle an eine sehr schwere Aufgabe. Die Koffer mussten gepackt werden. Nach zwanzig Tagen gar nicht mal mehr so einfach. Am Abend genoss man noch ein paar Minuten und ging dann pünktlich ins Bett - oder auch nicht.

Tag 19 (04.08.2008)
Das wars nun. Heute ist die Gruppe um 4 Uhr morgens am Camp in Nowosibirsk mit dem Bus aufgebrochen in Richtung Flughafen. Dort angekommen hat man sich noch von den letzten russischen Teilnehmern, unseren Freunden des Clubs "Sojus" verabschiedet und dann startete der erste Flug SU 810 nach Moskau. Der Großteil nutzte die Zeit zum schlafen. In Moskau angekommen, musste alles sehr schnell gehen, denn von hier aus startete nach kurzer Zeit schon der Flieger nach Hamburg. Kaum saß man in dem drin, schliefen wieder fast alle. Dann endlich in Hamburg. Unsere Osnabrücker Kollegen empfingen uns und dann gings los nach Osnabrück. Wieder schlafen. Dann traf man auf die Eltern und alle Kinder sind glücklich und erschöpft nach Hause gefahren. Somit hat die Reise ein glückliches Ende. Waren wohl doch ereignisreiche und vor allem kurze Tage...

Abschließende Worte des Delegationsleiters Ingo Henke:

Mit der Reise „secure the darkness“ hat die THW-Jugend Osnabrück meiner Meinung nach mal wieder Maßstäbe gesetzt; für sich, aber auch im Vergleich zu anderen. Zwanzig Tage war die achtzehnköpfige Gruppe unterwegs, fast die gesamte Zeit zusammen mit den neu gewonnenen Freunden aus Moskau. Den Erfolg einer internationalen Jugendbegegnung zu messen ist sicherlich schwierig, woran sollte man es feststellen? An Erlebnissen? An der Dauer? So bewertet ist diese Maßnahme ein Erfolg. Wir hatten zahlreiche überwältigende Erlebnisse, es war die längste Jugendbegegnung, welche die THW-Jugend durchgeführt hat.
Ein wesentlich wichtigerer Faktor zeigt mir allerdings, dass unsere Reise ein Erfolg war. Die intensiven Freundschaften die sich während der Zeit gebildet haben. Die gesamte Gruppe tauschte sich intensiv untereinander und insbesondere auch mit ihren russischen Partnern aus. Wie nachhaltig diese Freundschaften waren (besser sind) zeigte mir der Abend des Abschieds: es flossen zahlreiche Tränen, über Stunden lagen sich die Jugendlichen in den Armen und sprachen über das nächste Wiedersehen oder wie sie Kontakt halten wollen. Auch wenn das Abschied nehmen bis in die frühen Morgenstunden dauerte war jeder dabei, als die Moskowiter um sieben Uhr die Heimreise vom Camp antraten. Als sich ähnliche Szenen auftaten, wo die Jugendlichen aus Nowosibirsk uns verabschiedeten, stand für mich fest, dass diese Reise „folgereiche“ Bindungen nach sich ziehen wird.
Was konnte uns erschüttern? Nichts! Nicht ein ausgefallener oder verschobener Programpunkt, nicht ein ungewohntes Abendprogramm nach Art der Pionierlager, nicht eine Museumsführung nach sowjetischer Art, nicht die kleinen Mahlzeiten oder daraus folgende medizinische Probelme und insbesondere nicht ein defekter Bus. Diesen betrachteten wir als Abenteuer, welches auf unserer Abhakliste Russland noch fehlte und sagen fröhlich.
Ich bin stolz darauf, diese Reise mit euch allen habe durchführen dürfen.