In
der Zeit vom 25.Mai bis 16.Juni 2007 fand organisiert vom IJAB (internationaler
Jungendaustausch- und Besucherdienst der Bundesrepublik Deutschland) im Auftrag
des BMFSFJ (Bundes-Familienministeriums) ein Russisch-Sprachkurs im Gebiet um
die Stadt Nishnij Nowgorod statt. Dieser Kurs war für Anfänger(innen) mit
geringen Grundkenntnissen der russischen Sprache ausgelegt. Die 10 Teilnehmer
aus Deutschland sind in verschiedenen Bereichen der Jugendarbeit tätig, und aus
unserem Team International der THW-Jugend e.V. konnten wir immerhin 2 Personen
zu diesem Sprachkurs mitschicken, nämlich Christian Handvest (THW-Jugend e.V.
Neu-Ulm) und Josef Neisen (THW-Jugend e.V. Weingarten). Insgesamt gab es für
diesen Sprachkurs einen sehr großen Bewerberkreis, aus dem letztendlich diese 10
Teilnehmer ausgesucht wurden.
Die Stadt Nishnij Nowgorod ist unter ihrem früheren Namen Gorki durchaus eher bekannt, ist die viertgrößte Stadt in Russland und liegt ca. 600 km östlich von Moskau an der Mündung der beiden Flüsse Wolga und Oka. Mit einem Direktflug von Frankfurt am Main erreicht man Nishnij Nowgorod in 3,5 Stunden.
Der Sprachkurs

Während der
meisten Zeit des Aufenthaltes in Russland waren die Teilnehmer des Sprachkurses
in einem Zentrum für begabte Kinder (Abk. COD) untergebracht, in
der gleichen Zeit war dort auch normaler Schulbetrieb für die 10. und 11.
Jahrgangsstufe.
Der
Unterricht wurde zu Beginn von zwei Lehrerinnen der linguistischen Universität
von Nishnij Nowgorod gestaltet, später kam noch eine österreichische Studentin
zur Unterstützung dazu. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen von jeweils 5
Personen (Anfänger und Fortgeschrittene) eingeteilt, um ein besseres Lernen
dieser äußerst schwierigen Sprache zu ermöglichen. Über den Unterricht äußerte
sich Christian Handvest vom Team International „Der Unterricht war äußerst
positiv und sehr sinnvoll aufgebaut. Auch wenn die russische Sprache sehr schwer
ist, ist der Kurs als Anfängerkurs durchaus sinnvoll. Man bekommt in diesen drei
Wochen schon viele grundlegende Sachen beigebracht, aber man darf natürlich
keine Wunder erwarten.“ Ziel des Sprachkurses war, die Grundkenntnisse der
russischen Sprache sowie einen Wortschatz von ca. 300 bis 500 Wörtern zu
übermitteln. Neben einem durchaus spielerischen Unterrichtsaufbau wurde
besonderes auf den Umgang mit der russischen Sprache in alltäglichen Situationen
eingegangen. Seitens der Teilnehmer des Team International wurde der Sprachkurs
besonders positiv bewertet und kann in jedem Fall weiterempfohlen werden.
Das Programm
Die
ersten drei Tage fand bis auf einige Besichtigungen in Nishnij Nowgorod,
ausschließlich Unterricht statt. In den darauf folgenden Tagen reiste die Gruppe
weiter nach Lazurny sowie nach Arzamas und war während dieser Zeit in einem
Jugend-
Camp
untergebracht. Wer bei Russland nun an Kälte denkt, dem sei gesagt, dass es auch
dort sehr sommerliche Temperaturen haben kann, wie es die Kursteilnehmer gerade
während der Zeit im Jugend-Camp erlebt haben. Knappe 40 Grad und mehr waren
keine Seltenheit und auch eine Mücken-Plage machte diese Tage nicht unbedingt zu
einem positiven Erlebnis.
Während dieser
Zeit im Jugend-Camp fand auch kein Unterricht statt, wie die Tage zuvor.
Stattdessen wurden in der Umgebung von Lazurny, Wyksa (Выкса)
und Arzamas (Арзама́с)
zahlreiche Ausflüge gemacht
und
diverse Besichtigungen standen auf dem Programm. In Arzamas wurde u.a. eine
orthodoxe Kirche sowie ein Waisenhaus besucht. Christian Handvest war vom Besuch
dieses Waisenhauses besonders beeindruckt. „Das Waisenhaus war sehr schön
anzuschauen, mit 10 Kindern auch schon fast wie eine kleine Fa
milie,
aber wir bekamen auch den Eindruck, daß es sich hier um ein absolutes
„Vorzeigeobjekt“ handelt.“
Wieder zurück in Nishnij Nowgorod fanden nun täglich 6 Stunden Unterricht statt, aber auch das Freizeitprogramm war weiterhin sehr abwechselungsreich. Neben einer Bootsfahrt auf der Wolga wurden u.a. die Städte Kstovo (Ксто́во) und Suzdal (Суздаль) besucht. Die Stadt Suzdal gehört zu dem sog. goldenen Ring (Золото́е кольцо́). Dieser Ring ist ein Gürtel von 8 Städten um Moskau, diese 8 Städte zählen zu den schönsten Städten Russlands und sind einen Besuch wert.
Neben den viele
Städten, die besucht wurden, stand natürlich auch der Besuch verschiedener jugendpolitische
Sozialeinrichtungen auf dem Programm, u.a. das bereits erwähnte Waisenhaus aber
auch
ein Kindergarten, Schulen und Universitäten. Das man hierbei deutliche
Differenzen zu deutschen Einrichtungen hat, war sicherlich zu erwarten. Josef
Neisen vom Team International meinte „Egal, wo wir waren, jedes Mal wenn es um
Erziehung ging, fielen die Stichworte Disziplin und patriotische Erziehung. Die
Nationalfahne und ein Bild von Putin hing in den Klassenzimmern vorne an der
Wand. Und Disziplin und patriotische Erziehung sind für deutsche Pädagogen
entweder Fremdworte oder Reizworte.“
Fazit
Nach diesem dreiwöchigen Aufenthalt in Russland sind alle Kursteilnehmer am 16.06.2007 wieder wohlbehalten in Frankfurt am Main gelandet und waren sich einig, dass die russische Sprache nicht nur schwer, sondern durchaus sehr schwer zu lernen ist. Aber aller Anfang ist getan und während des nächsten Besuches in Russland wird die Kommunikation bestimmt etwas leichter fallen, als ohne diesen Sprachkurs.
Verena Anthes
THW-Jugend e.V.
Team International
JB OV Geretsried