Sankt Petersburg 2006


Teilnahme der THW-Jugend an den nordeuropäischen Meisterschaften der jugendlichen Retter

 

Von Mitte August bis zum vergangenen Dienstag nahm eine Mannschaft der THW-Jugend Osnabrück auf Einladung des Kadettenkorps der jugendlichen Helfer aus Sankt Petersburg an den nordeuropäischen Meisterschaften der Retter teil. Die Jugendlichen des Technischen Hilfswerks im Alter von 13 bis 18 Jahren lebten hierbei mit ihren russischen Kollegen gemeinsam in einem Camp bei der Stadt Priorzersk am See Ladozskoe rund 140 km nördlich von Sankt Petersburg.

 

Die siebenköpfige Mannschaft musste während der Wettkämpfe dieselben Aufgaben erledigen, welche auch die erwachsenen Katastrophenschutzhelfer zu erledigen hatten. Hierunter die Suche eines verletzten Anglers bei Nacht in einem unwegsamen Gelände und eine Reihe von Technikaufgaben. Lediglich bei den Aufgaben der Berg- und Höhenrettung mussten die deutschen Jugendlichen passen; dies gehört nicht zu ihrem Ausbildungsspektrum. So unternahmen die Junghelferinnen und Junghelfer in diesem Bereich mit ihren russischen einen ausgiebigen Erfahrungsaustausch und ließen sich zeigen, wie eine Rettung am Berg funktioniert.

 

Hervorragend erledigten die Osnabrücker einige Aufgaben im Rahmen des Themas „Gasexplosion in einer Fabrik“. Hier waren verletzte Personen zu retten, teilweise aus Kellern und durch Röhrensysteme und natürlich ging es hier auch um den Umgang mit schwerem Bergungsgerät. Im direkten Vergleich mit den Mannschaften aus Sankt Petersburg, Murmansk, Vologda, Krasnodar, u.a. erreichten die Osnabrücker Junghelferinnen und Junghelfer unter Leitung ihrer Teamleiterin Carla Dieck  einen ausgezeichneten dritten Platz. Bei diesen der THW-Jugend entsprechenden Ausbildung waren die Jugendlichen sogar besser und schneller als einige erwachsene Mannschaften!

 

Das Leben im Camp zeichnete sich durch die große Gastfreundschaft der russischen Jugendgruppen aus. Gespräche über die gemeinsamen Erfahrungen, über Unterschiede in der Arbeit und natürlich allgemein zum Leben in Deutschland und Russland entwickelten sich sehr zahlreich. Gemeinsamkeiten, welche die Jugendlichen entdeckten, machten es leicht, Freundschaften zu schließen.

 

 

 

PRESSEBERICHT Schwäbische Zeitung

Weingarten, den 02.10.2006

Weingarten- Am Sonntag, den 01.10.06, berichtete Josef Neisen (THW-Jugend Weingarten) als regionaler Ansprechpartner dem Landesjugendvorstand auf seiner Klausurtagung in Friedrichshafen über die internationale Jugendarbeit der Bundesjugend. Bereits im Juni waren zwei seiner Junghelfer zu Gast in Moskau.

Mitte August begleitete er als „Multiplikator“ die Ortsjugend Osnabrück nach Russland. Die fünf Jungs und zwei Mädchen im Alter von 14 – 18 Jahre nahmen mit ihren beiden Betreuern an den „Nordeuropäischen Meisterschaften junger Retter“ des russischen Katastrophenschutzes MCS in Sankt Petersburg teil. Die Sieger der diesjährigen regionalen Wettkämpfe treten nächstes Jahr auf Föderaler Ebene gegen Mannschaften aus ganz Russland an. Der MCS ist wie das THW eine staatliche Organisation. Allerdings arbeiten sie mit hauptberuflichen „Rettern“ und das THW mit ehrenamtlichen „Helfern“. Der Wettkampf begann mit einer großen Parade und dem Segen der orthodoxen Kirche. Neben einem 3ooo m Staffellauf und Reckturnen musste z.B. ein verunglückter Fallschirmspringer von einer Insel gerettet werden. Um die verlangte Seilfähre zu bauen, schwamm ein Junghelfer durch den Fluss und so konnte die verletzte Person schnell gefunden und gerettet werden. Bei anderen Aufgaben mussten die Junghelfer Lasten anheben, Hölzer und Eisen durchtrennen, Personen ablassen und Gebäude systematisch nach vermissten Personen absuchen. Und mit ihrer Leistung erarbeiteten sie sich den Respekt der erwachsenen Gegner. Aber das Leben im Camp bestand nicht nur aus Wettkampf. Mit Dolmetscher, auf englisch, deutsch, und auch mit „Händen und Füßen“ tauschte man sich aus, freundete sich an und hatte Spaß. Auch die Kultur kam nicht zu kurz: Eine Musikschule präsentierte sich und eine Rockband heizte das Camp ein. Neben einem Kinobesuch konnte auch die Banja (russische Sauna) genossen werden. In den letzten beiden Tagen wurde dann Sankt Petersburg erkundet: Sankt Isaaks Kathedrale, Peter und Paul Festung, Metro, Innenstadt, Panzerkreuzer Aurora... und natürlich McDonald. Unter dem Motto „Zurück zu Freunden“ plant die Ortsjugend Weingarten 2007 einen Austausch mit Krasnodar (Nordkaukasus). Zu dem dortigen MCS konnte J. Neisen in Sankt Petersburg einen guten Kontakt knüpfen. Bereits seit Jahren pflegt die Bundesjugend gute Kontakte zu anderen Organisationen in Afrika und Europa. Im September wurde ein Kooperationsvertrag mit dem russischen Partner in Moskau unterzeichnet. Josef Neisen (THW-Jugend, Weingarten)