Mauretanien 2005


Auf Anregung der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, welches seit Jahren gute Beziehungen zum mauretansichen Zivilschutz hegt, wurde eine Delegation der THW-Jugend e.V. unter Leitung des Referenten für internationale Beziehungen nach Mauretanien entsandt. Zentrale Aufgabe des fünftätigen Besuchs in der Hauptstadt Noachott war es, festzustellen, inwiefern eine Entsendung einer THW-Jugendgruppe und der Aufbau von Jugendkontakten möglich wären.

Die Teilnahme der deutschen Delegation an den Feierlichkeiten zum Tag des Zivilschutzes wurde von den mauretanischen Stellen sehr begrüßt. Sie wurde von den Rednern vor allen anderen internationalen Gästen begrüßt und explizit erwähnt. Die etwa zweistündige Veranstaltung umfasste eine Parade, einen Fahnenappell und eine kurze Darstellung des Ausbildungsstandes des mauretanischen Zivilschutzes. Die weiteren Tage verbrachte die Delegation mit touristischem Programm und der stets durch die Begleitung eingestreuten kurzen Besuche verschiedener Einrichtungen des Zivilschutzes, der Feuerwehr und des Rettungsdienstes.  Viele Gespräche wurden zu den Mahlzeiten geführt, welche jeweils in großer Runde mit mauretanischen Gastgebern eingenommen wurden.

Die Delegation wurde während der gesamten Zeit von einem Hauptmann des Zivilschutzes (Frau Leila Bâ) betreut und es stand zu jeder Zeit ein Fahrer und Fahrzeug zur unser Verfügung. Die Delegation wurde stets begleitet. Der deutsche Botschafter, Herr Rüdiger Schulz, flankierte den Besuch. Während verschiedener Veranstaltungen war er anwesend; auch lud er die Delegation und ihre mauretanischen Gastgeber zu einem Mittagessen ein. Die Delegation durfte sich wie Staatsgäste fühlen.

Mauretanien ist – unter Begleitung des Zivilschutzes – ein durchaus soweit sicheres Land, dass ein Besuch durch eine Jugendgruppe stattfinden könnte. Insbesondere die Fürsorge durch die uns begleitenden Personen lässt für mich diesen Schluss zu. Sauberkeit, auch hinsichtlich der Nahrung, entspricht natürlich nicht unserem Standard, ist aber dennoch unter Beachtung der bekannten Reisetipps tragbar. In diesem Bezug bestehen keine grundsätzlichen Bedenken meinerseits für den Besuch einer Jugendgruppe. Qualität und Menge der gebotenen Verpflegung ist ausreichend; dennoch sollte zur Reserve MRE mitgeführt werden. Medizinische Versorgung ist insbesondere durch private Kliniken gegeben, welchen einen durchaus europäischen Standard bieten. Eine erweitere Notfallapotheke sollte von der Gruppe mitgeführt werden. 

Festzuhalten bleibt natürlich aber auch, dass es für den mauretanischen Zivilschutz eine nicht unerhebliche finanzielle Anstrengung bedeuten würde, ganze Jugendgruppen aus Deutschland zu beherbergen. Inwiefern auch aus finanziellen Gründen eine Gegenseitigkeit einer Jugendbegegnung (z.B. Reisekosten für den Besuch in Deutschland) möglich ist, wage ich zu bezweifeln. Hier würde ggf. THW oder THW-Jugend entsprechend einspringen müssen. Deutlich zu erkennen war während unseres gesamten Aufenthaltes, dass der mauretanische Partner sehr stolz darauf war, uns eingeladen und für unseren Aufenthalt gesorgt zu haben. Dies lässt für mich den Schluss zu, dass unser Partner hier eine geeignete Möglichkeit nutzte, sich bei seinem Partner THW für geleistetes zu revanchieren. Natürlich ist es auch Wesen eines partnerschaftlichen Umgangs, dem anderen die Gelegenheit zu einer Revanche zu geben und hierbei seine Möglichkeiten zu berücksichtigen. Insbesondere diese Tatsache lässt mich den Besuch einer THW-Jugendgruppe in Mauretanien befürworten. Grundsätzlich halte ich es für richtig, den engen Kontakt zum mauretanischen Zivilschutz zu verfestigen. Die THW-Jugend erscheint mir hier als ein sehr guter Botschafter.