Besuch des Wettkampfes der Russischen Föderation
Vom
29.07.2007 bis 18.08.2007 besuchte eine Delegation der THW-Jugend, bestehend
aus 10 Junghelfern und 3 Betreuern (aus den Ortsjugenden Lörrach, Neu-Ulm und
Weingarten), den Wettkampf der russischen Förderation in Priozersk und Karelien.
Dies liegt in der Nähe des Ladoga-Sees, welcher mit über 17.000 Quadratkilometern der größte Binnensee Europas ist. (Im Vergleich dazu der Bodensee, welcher „nur“ über 500 Quadratkilometer verfügt). Die Stadt Priozersk liegt ca. 120 km nördlich von St. Petersburg, das Gebiet Karelien beginnt ca. 40 km nördlich von Priozersk.
Um dorthin zu gelangen, hat man erst mal mit einer Flugzeit von ca. 3,5 Stunden von München nach St. Petersburg zu rechnen. Von dort fährt man mit dem Bus direkt weiter nach Priozersk.
Die meiste Zeit
waren die Jugendlichen und deren Betreuer in einem Zeltlager des russischen МЧС
in Priozersk untergebracht, zu Beginn des dreiwöchigen Aufenthaltes
sowie
an den letzten 3 Tagen besuchte die Gruppe auch St. Petersburg.
Das Zeltlager erstreckte sich über ein riesiges Gebiet, überall waren kleine und größere „Zeltstädte“ aufgebaut. Von der Größe des Zeltlagers (welches ja eigentlich schon einer Stadt glich) waren die Jugendlichen sowie auch die Betreuer in besonderer Weise beeindruckt. Christian Handvest, Betreuer aus der Ortsjugend Neu-Ulm meinte: „Das Lager an sich war einfach eine Wucht, auch die Aussenlager, die es überall herum gab. Überall waren Leute untergebracht, auf der gesamten Strecke, das war eine Strecke, die sich über 100 km entlanggezogen hat. So ein Lager könnte man sich bei uns gar nicht vorstellen.“
Für die deutschen Jugendlichen war dieses Lager auch äußerst ungewöhnlich, denn über den Lautsprecher mit der russischen Nationalhymne geweckt zu werden, und das um 6 Uhr morgens, erlebt man schließlich auch nicht alle Tage. Wobei dieses „Ritual“ durchaus auch als lästig empfunden wurde. Auf die Frage, was denn gar nicht gefallen hat, waren sich die Jugendlichen einig: „das frühe Aufstehen um 6 Uhr!“ Und dass eine Nachtruhe ab 22 Uhr eingehalten werden musste, gefiel den meisten natürlich auch nicht.
Vom
organisatorischen Ablauf des Lagers waren die 3 Betreuer auch positiv
überrascht, wobei es auch hier die ein oder andere
Schwierigkeit
gab, schon aufgrund der sprachlichen Barrieren. Thomas Steinke, Betreuer aus der
Ortsjugend Lörrach, meinte: „Organisatorisch war es sehr gut, auch wenn es
durchaus Probleme mit den Übersetzern gab. Dadurch dass es einige Leute gab, die
Englisch oder sogar Deutsch sprachen, konnten wir uns allerdings schon recht
gut verständigen. Und wir haben auch einigermaßen die Informationen erhalten,
die wir gebraucht haben. Aber ansonsten im großen und ganzen kann ich nichts
anderes sagen, dass es sehr gut war. Ich bin sehr positiv überrascht.“
Auch Josef Neisen, Betreuer aus der Ortsjugend Weingarten empfand die sprachlichen Barrieren durchaus als problematisch: „Die Sprachbarriere ist halt ein grundsätzliches Problem, an dem wir wie auch die Russen arbeiten müssen. Wir, dass wir uns darum kümmern, dass unser Russisch besser wird und die Russen müssen sich darum kümmern, dass sie ein bisschen besser Englisch können.“
Am eigentlichen Wettkampf haben die deutschen Jugendlichen nicht teilgenommen, jedoch an diversen Übungen. Aber selbst die Aufgaben dieser Übungen waren ziemlich anspruchsvoll, z.B. ein Orientierungslauf durch die russische Wildnis über eine Gesamtlänge von über 20 km. Der größte Teil musste zu Fuß zurückgelegt werden, ein Teil der Strecke war eine Rafting-Tour und über 5 km mussten mit einem Schlauchboot zurückgelegt werden. Andere Aufgaben waren beispielsweise das Retten einer verletzen Person, die mittels einer selbstgebastelten Trage über einen 45 Meter breiten Fluss transportiert werden musste. Die unterschiedlichen Aufgaben waren in mehrere Themengebiete eingeteilt: Natur, Techno-Park, Aqua-Park, Klettern und Gerätetauchen, wobei die deutschen Jugendlichen nur aus den ersten drei Themengebieten Aufgaben erfüllten. Im Themengebiet Techno-Park gab es neun Aufgaben, z.B. musste ein LKW aufgestellt werden und ein Gastank mittels Hebekissen abgedichtet werden. Die größten Herausforderungen waren eine umgekehrte Betonröhre, in der man sich kopfüber mit Schere und Spreizer durch eine Holzwand und durch ein Metallgitter durcharbeiten musste, sowie zwei Kriechgänge. Einer davon war unter anderem mit einer betonierten Mauer versperrt, die auch noch von einer Stahlplatte und Stahlgitter eingefasst war. Stefan Koch von der Ortsjugend Neu-Ulm meisterte diese Aufgabe zum Erstaunen der russischen Beobachter mit der Flex und Schere/Spreizer.
Die Aufgaben des Themengebietes Aqua-Park waren bei Temperaturen von über 30 Grad, die während des gesamten Zeltlagers herrschten, natürlich die angenehmsten. Hierzu gehörte z.B. Personenrettung von einer Eisscholle, Personenrettung von einem im Wasser befindlichen Baum sowie Streckentauchen. Josef Neisen (Betreuer der Ortsjugend Weingarten) zu den Übungen: „Ich fand es schön, dass wir nicht am Wettkampf teilgenommen haben, sondern gemeinsam mit den russischen Studenten ein paar technische Aufgaben bewältigen konnten z.B. in der freien Natur. Es war beeindruckend, was da unsere und die russischen Jungs gemeinsam geleistet haben.“
Auch im nächsten Jahr soll wieder ein Zeltlager und ein Wettkampf des МЧС stattfinden, dann wieder auf regionaler Ebene. Dieser soll, wie bereits schon einmal, voraussichtlich wieder am Baikal-See sein. Alle Teilnehmer der diesjährigen Gruppe sind der Meinung, dass die THW-Jugend auch im nächsten Jahr wieder mit einer Abordnung vertreten sein sollte.
Verena Anthes
THW-Jugend e.V.
Team International
JB OV Geretsried
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Polewoj-Park-Lager |
ein Teil unseres Lagers aus der Vogelperspektive |
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auch "nur!" ein Teil vom Lager 1 |
Das Lager 3 |
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Unser Team zum 6 x 3000m-Lauf |
Ein Teil des täglichen Abendprogramms |
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Orientierungslauf in der russischen Wildnis |
Bau einer Seilfähre... |
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mit anschließendem Verletztentransport |
Überquerung von einem Fluß mit einer Seilbrücke |
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Der Raftig-Parcour |
zuguterletzt in Karelien die 5 km-Schlauchboottour |
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Löschen eines Feuers mit Löschdecke |
Abdichten eines Gastanks mit Hebekissen |
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Retten eines Verletzten in einem Schacht |
Aufstellen eines LKWs |
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Bergung einer verletzten Person unter einem PKW |
Mit Schere/Spreizer und Hebekissen durch einen Kriechgang |
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Mit Flex und Spreizer durch ein Gitterrohr-Labyrinth und durch Mauerwerk |
Diverse Flex-Übungen |
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Durch eine fast senkrechte Röhre... |
mit Schere/Spreizer |
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Retten einer Person mit Rettungsring |
40m-Zielwurf |
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Spaziergang durch Karelien... |
mit anschließendem Fun im Falkensee |
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Fahrt über den Ladogasee (35x Bodensee)... |
zur Insel Walaam |
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Südseeromantik |
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Abschlußfeier... |
mit anschließendem gemeinsamen Mittagessen |
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Ein paar Eindrücke aus St. Petersburg,... |
die bei weitem nicht die Realität widerspiegeln! |
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Die Kirche in der Festung |
Das große Wasserspiel in der Newa |
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Militärmuseum |
Gegensätze |
Interview zur Russland-Reise vom 29.07. - 18.08.2007
Der nächste Russland Aufenthalt für eine THW Jugendgruppe steht auf dem Programm, am Sonntag den 29.08.2007 geht es ab München los. Der dreiwöchige Aufenthalt beinhaltet ein Zeltlager am Lagoda-See und einen mehrtägigen Besuch der Stadt St. Petersburg. Mit dabei sind diesmal 10 Jugendliche aus der THW-Jugend Neu-Ulm, Weingarten und Lörrach sowie 3 offizielle Betreuer aus dem Team International und 1 Delegationsleiter aus dem Team International.
Vorab trafen sich die Jugendlichen, sowie deren Betreuer aus Neu-Ulm und Weingarten, um sich schon mal vor dem Abflug nach Russland kennen zu lernen. Natürlich gab es noch einige wichtige Fragen zu klären wie z.B. die überaus wichtige Frage, ob denn in Russland die Verkehrsampeln auch rot gelb und grün sind?????
Auf die Frage, was er denn vom Zeltlager in Russland erwartet, meinte Stefan (16 Jahre) aus der THW Jugend Neu-Ulm „Ich hoffe, dass es nicht zu kalt wird, dass es Spaß macht und dass es nette Mädels gibt.“ Über die Überbrückung von sprachlichen Barrieren macht er sich noch nicht so viele Gedanken, mit „Händen und Füssen“ wird das schon auch gehen. Und wie wird es beim Wettkampf sein? Da ist Stefan schon der Meinung, dass die Aufgaben „bestimmt härter“ sein werden, als man es bei uns gewöhnt ist. Im Allgemeinen findet er es sehr gut, dass er die Möglichkeit hat, mit der THW-Jugend nach Russland zu reisen und ist schon sehr gespannt, was ihn dort in Russland alles erwartet.
Für den ebenfalls 16-jährigen Jan aus der THW-Jugend Weingarten ist dies bereits der zweite Aufenthalt in Russland, bereits im letzten Jahr war er in Moskau mit dabei. Was er in diesem Jahr erwartet?
„Dass es mir wieder genauso viel Spaß macht, wie letztes Mal und dass es beim Wettkampf auch wieder so viel Spaß macht und ich wieder so fertig bin wie letztes Mal!“
Auch sprachliche Barrieren kennt Jan noch vom letzten Jahr, sieht dem ganzen aber gelassen entgegen „ja man kommt durch“.
Ein weiterer Jugendlicher aus der THW-Jugend Weingarten, Daniel (19 Jahre), erwartet von Russland „neue Erfahrungen zu machen und neue Leute kennen zu lernen, viel Spaß zu haben.“ Aufgrund von diversen Erzählungen über das Essen in Russland, insbesondere auf diesen Zeltlagern, wünscht sich Daniel „dass die Gerüchte über das Essen nicht wahr sind!“.
Ja, da kann man nur hoffen!!
Alles in allem sind aller der teilnehmenden Jugendlichen sehr gespannt auf Russland und wir sind gespannt auf deren Berichte!
Liebe Grüße
Verena