Estland 2007


THW-Jugend zu Gast in Estland

Wie kommt man nach Tallinn? Nun, diese Frage ist recht leicht zu beantworten: In Osnabrück auf die A 30 Richtung Osten fahren und dann in Polen beim PLUS-Markt links abbiegen. Nach 25 Stunden ist man dann in Tallinn. Glaubst Du nicht? Schau doch auf der Karte nach, es stimmt tatsächlich!

Ende Oktober hat die THW-Jugend die Einladung des Jugendclubs Vihasoo „Lazeema School of Interests“ bekommen, an einem Workshop mit dem Thema „Communication Problems of young People from different Countries“ (Verständigungsprobleme junger Menschen aus unterschiedlichen Ländern) teilzunehmen. Das Team International hat sich dieser Einladung angenommen und ist mit einer gemischten Gruppe Jugendlicher und Team-Mitglieder aus Osnabrück, Celle und Neu-Ulm in den Morgenstunden des 2. Januars nach Estland gereist.  
Nach zwei Tagen durch drei Länder (Polen, Litauen und Lettland), 4 Grenzübertritten und rund 2.000 Kilometer Fahrt wurden wir in Estland in Vihasoo mit großem Jubel empfangen. Vihasoo liegt im Lahemaa Nationalpark, dem ersten Nationalpark in der ehemaligen Sowjetunion. Noch am gleichen Abend wurden von den einheimischen Jugendlichen die ersten Kennenlern-Spiele initiiert.
Am ersten Morgen vor Ort standen die obligatorischen Ice-Breaking Games an, um sich besser kennenzulernen und um noch vorhandene Hemmschwellen abzubauen. Im Anschluß daran wurde zusammen mit den estischen Jugendlichen das örtliche Heimatkundemuseum besucht, bei dem neben der Geschichte der Region auch alte Traditionen wie zum Beispiel das Axtwerfen und das Brandmarken mittels Brandeisen vorgestellt wurden. Beides konnten die Jugendlichen auf kleinen Holztäfelchen auch selber ausprobieren. Außerdem stand noch die Besichtigung der Feuerwehr von Loksa auf dem Programm, hier wurden uns die dortigen Feuerwehrfahrzeuge und Geräte vorgestellt.
Neben den Besichtigungen standen natürlich auch die ersten Workshopeinheiten an. In gemischten Gruppen wurden verschiedene Problemstellungen erarbeitet und im Anschluß allen anderen in Form von Theaterstücken vorgestellt. Außerdem gab es eine sogenannte „City of Art“ bei der sich die Teilnehmer in verschiedenen Gruppen kreativ betätigen konnten. Zum Beispiel gab es eine Gruppe die eine Modenschau veranstaltete, ein Zoo wurde vorgeführt, es gab eine Gruppe mit deutsch-englisch-estisch-russischen Gedichten und vieles weitere mehr.

Nach zwei Tagen hieß es Abschied von Vihasoo zu nehmen, da wir für die nächsten drei Tage in die Landeshauptstadt Tallinn gefahren sind. Tallinn, das früher Reval hieß, ist Weltkulturerbe, da die komplette historische Altstadt fast vollständig erhalten geblieben ist. Am ersten Abend in Tallinn zeigten uns die estischen Jugendlichen die Innenstadt. Besonders beeindruckend waren die Aussichtsterrassen in der Oberstadt in der Nähe der Aleksander Nevski katedraal, welche eine wunderschöne Aussicht über Tallinn erlaubten.
In den folgenden Tagen gab es noch zwei Bustouren, bei denen wir noch das Tallinn außerhalb der historischen Innenstadt und dessen Sehenswürdigkeiten sahen. Zum Beispiel das Olympische Dorf, den Hafen und den Fernsehturm, welcher einige Jahre der höchste der Welt war. Außerdem hat man uns wiederum in Gruppen eingeteilt, um eine Stadtrallye zu machen, bei der alle wichtigen historischen Sehenswürdigkeiten abgelaufen wurden.  Dabei mußte jedes Mal ein originelles Foto gemacht werden, welches in einem historischen, originellen oder einfach lustigem Zusammenhang mit der Sehenswürdigkeit stand.
Neben dem Sightseeing standen in den folgenden Tagen natürlich auch wieder Workshop-Einheiten in der „School of Interests“ auf dem Programm, bei dem weitere Problematiken der Verständigung junger Menschen beleuchtet wurden.
Am letzten Nachmittag stellten uns die einheimischen Jugendlichen Estland vor. Sie erklärten diverse Bräuche und zeigten uns verschiedene Traditionen. Natürlich durften dabei kulinarische Spezialitäten nicht fehlen. Was hier sicher erwähnt werden kann, ist die estische Blutwurst, die wohl allen in Erinnerung bleiben wird. Danach verbrachten wir beim Bowlen unseren letzten gemeinsamen Abend.

Der Abschied fiel nicht leicht, als wir am Montag, den 08. Januar, früh morgens wieder unsere Heimreise antreten mußten. Dienstag abend (manche auch erst Mittwoch früh) sind wir dann wieder wohlbehalten in unseren OVs angekommen. Wir freuen uns alle auf weitere Aktionen mit der „School of Interests“.