Berichte von der Jugendakademie 2017

Abschlussabend der Jugendakademie 2017

14. April 2017 - Geschafft! Das dachten sich die Mitglieder des Organisationsteams am Donnerstag nach dem Abschlussabend der diesjährigen Jugendakademie (JA! 2017). Wie immer rundete ein von den Teilnehmenden selbst organisierter Abend das einwöchige Programm an der THW-Bundesschule in Neuhausen ab und brachte die gute Stimmung der Jugendlichen auf den Punkt.

Unter dem Motto „Deine Welt – meine Welt – unsere Welt“ fand vom 8. April bis zum 14. April in Neuhausen die JA! 2017 statt. Großes Interesse am Programm, das die 48 Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren in diesem Jahr absolvierten, hatten auch die Gäste, die zum Abschlussabend der erfolgreichen Woche gekommen waren. THW-Vizepräsident Gerd Friedsam sowie Bundesjugendleiter Ingo Henke, waren sich einig: Die JA! zeigte auch 2017 wieder, dass das Engagement und der Ideenreichtum unter den Jugendlichen unglaublich groß sind. Besonders interessierten sie sich für die Vorschläge der Teilnehmenden, wie der Übertritt vom Jugendverband in die Einsatzorganisation reibungsloser gestaltet und wie THW-Jugendgruppen und THW-Ortsverbände besser vernetzt werden können.

Das gemeinsame Abendessen fand dieses Mal wieder vor dem eigentlichen Abschlussabend in der Kantine der THW-Bundesschule statt. Nichtsdestotrotz hatten die Jugendlichen ein kleines Buffet mit Snacks sowie einem klassischen „Sektempfang“, aber natürlich jugendgerecht mit Orangensaft, vorbereitet.

Unter der Moderation der Jugendlichen Marta Zanetti und Hakim Entwistle startete der offizielle Teil um 19 Uhr, es folgte ein Interview über die verschiedenen Aspekte, die die Jugendlichen in den vergangenen Tagen beschäftigt hatten. Dabei standen Vizepräsident Gerd Friedsam und Bundesjugendleiter Ingo Henke bereitwillig den Jugendlichen Rede und Antwort.

Es folgte jeweils ein Rückblick aus Sicht des Organisationsteams und der Teilnehmenden mit einer Bildershow, die für den einen oder anderen Lacher in der Runde sorgten. In kurzen Präsentationen mit nachgespielten Szenen, Bildern und Plakaten trugen sie die Inhalte der Seminare und Workshops vor. In den vier Seminaren setzten sich die Teilnehmenden in der Woche mit Projektmanagement, Kommunizieren und Kooperieren, den Lebenswelten in THW-Jugend und THW sowie der digitalen Welt auseinander. Optional nahmen sie an Workshops zu den Themen Retten und Bergen, Selbstbehauptung, Ideen für die Jugendakademie 2020 sowie Vielfalt von Identitäten teil.

Immer wieder kam auch die nachhaltige Reise ins fiktive Land „Sauhagalan“ zur Sprache. Im Wald nahe Neuhausen richteten sie sich selbst für eine Nacht ein Zeltlager ein. Währenddessen bauten sie Nisthilfen für Igel, Schwalben, Fledermäuse und Wildbienen, die der Naturschutzbund (NABU) im Kreis Esslingen aufstellen und betreuen wird.

Was bei einem Abschlussabend natürlich nicht fehlen durfte, war die offizielle Übergabe der Teilnahmezertifikate durch die Dozentinnen und Dozenten. Mit einem Gruppenfoto aller Teilnehmenden an der JA! 2017 und den Gästen endete das runde Programm an diesem Abend.

Das nächste Wiedersehen ist bereits in Planung: Im Jahr 2018 wird die zehnte Jugendakademie, die gemeinsam von THW-Bundesschule und THW-Jugend e.V. durchgeführt wird, vom 24. bis 30. März in Neuhausen stattfinden.

Text: Marcel Edelmann und Michael Kretz
Bilder: Marcel Edelmann und Anja Henke

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Seminare während der Jugendakademie

13. April 2017 – Am Mittwoch und Donnerstag hatten die 48 Teilnehmenden an der Jugendakademie (JA!) die Auswahl zwischen vier verschiedenen Seminaren.

Deine Welt – meine Welt – unsere digitale Welt

In diesem Seminar mit Sebastian Schwabe ging es um unsere „digitale Welt“, denn fast jeder besitzt in der heutigen Zeit einen Laptop oder ein Smartphone und ist online. Kritisch betrachtete die Gruppe die Möglichkeiten und Risiken im Internet wie zum Beispiel das Cybermobbing. Auch die rechtlichen Hintergründe und Strategien gegen Cybermobbing wurden in diesem Seminar behandelt.

Deine Welt – meine Welt – unsere Welt managen

Im Rahmen dieses Seminars von Ingo Perkun planten die Jugendlichen den bevorstehenden Abschlussabend für die Jugendakademie 2017, an dem auch geladene Gäste teilnahmen. Die Gruppe erarbeitete gemeinsam ein Konzept, wie sie sich den idealen Abschlussabend vorstellt. Nach Rücksprache mit den Auftraggebern von der JA-Leitung wurde der Einkauf durchgeführt, der Lehrsaal zum Festsaal dekoriert, das Rahmenprogramm vorbereitet und die Moderation geplant. Die Durchführung der Abschlussveranstaltung lag ebenfalls in der Hand dieser Gruppe.

Deine Welt – meine Welt – unsere Welt kommunizieren

Dozent Andre Reinhart brachte den Jugendlichen in seinem Seminar die verschiedenen Seiten der Kommunikation nahe. Die Jugendlichen erarbeiteten sich ein Grundwissen über die vier Ebenen der Kommunikation sowie die Bindung von Gestik und Körpersprache. Ziel des Seminars war es, dass die Teilnehmenden künftig mehr auf sich und die alltägliche Sprachverwendung achten und Gesprächstechniken anwenden und steuern können.

Deine Welt – meine Welt – unsere Welt im THW/in der THW-Jugend

Thematisiert wurde in diesem Seminar mit Lisa Widmann und Oliver Oswald der Übertritt von der THW-Jugend in den Aktiven Dienst beim THW. Die Jugendlichen reflektierten die Veränderungen beim Übertritt in den aktiven Dienst, die sie teilweise selbst erlebt haben. Hierbei spielten die Motivationen und die Zusammenarbeit beider Seiten eine große Rolle. Die Herausforderungen und mögliche Strategien, um den Übergang zu erleichtern, wurden in Rollenspielen verdeutlicht

Text: Marcel Edelmann und Michael Kretz
Bilder: Marcel Edelmann

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Workshops während der Jugendakademie

13. April 2017 – Im Laufe der Jugendakademie 2017 fanden an den Nachmittagen vier Workshops statt.

Retten und Bergen

Die typischen Aufgaben einer Bergungsgruppe des Technischen Hilfswerks, Retten und Bergen, wurden auf dem Trümmergelände der Bundesschule in verschiedenen Szenarien wie zum Beispiel der Personenrettung vermittelt. Mit viel Elan und großer Motivation waren die Teilnehmenden dabei und zeigten wie sie eine Schiefe Ebene und den Mastkran einsetzen.

Selbstbehauptung

Nach einer theoretischen Einführung zu Selbstbehauptung und Gewaltprävention wurden Fallbeispiele durchgespielt und verschiedene Lösungsmöglichkeiten erörtert. Die Dozentin machte anschließend den Unterschied zwischen Selbstverteidigung und Kampfsport eindrücklich deutlich. In praktischen Übungen lernten die Teilnehmenden Strategien gegen Gewalt. Klare und direkte Ansprache an den „Gegner“ ist besonders wichtig.

Die Jugendakademie 2020 – wir bauen eine Marsrakete

Hier ging es um die Erwartungen und Ideen für zukünftige Jugendakademien. Was kann verbessert werden? Welche Themen sprechen die Jugendlichen an? Die Welt entwickelt sich weiter – wir auch! Reflektiert wurden die bisherigen Erfahrungen der Teilnehmenden, aber auch die Kommunikationsschwierigkeiten, die eine solche Veranstaltung oft mit sich bringt.

Raus aus der Schublade – Ein Blick zu anderen Ufern

In diesem Workshop wurden die verschiedenen Geschlechterrollen und die Vielfalt von Identitäten thematisiert. Wie beeinflussen Vorurteile das alltägliche Leben der Menschen? Wie kann ein angenehmes und offenes Umfeld in der Jugendgruppe geschaffen werden? Welche Rolle nehme ich in Bezug auf dieses Thema ein? Waren nur einige der Fragen, die in diesem Workshop behandelt wurden.

Text und Bilder: Marcel Edelmann

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Jugendakademie auf Entdeckungstour in Stuttgart

12. April 2017 - Auf Exkursion in die nahe Landeshauptstadt ging es nach der Führung bei den Stuttgarter Straßenbahnen am Dienstag. Aufgeteilt in neun Teams machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendakademie 2017 auf den Weg, um markante Wegpunkte und Sehenswürdigkeiten in der Stuttgarter Innenstadt zu entdecken.

„Erlebnispädagogik Stuttgart“ hatte einen Fragebogen mit 20 Fragen vorbereitet, die die Teilnehmenden beantworteten. Jede richtige Antwort führte die Jugendlichen zu einer neuen Koordinate, die mit GPS-Geräten angesteuert wurden. Nicht nur Wissen für die richtige Antwort war gefragt, sondern auch Kreativität bei den Selfies an markanten Punkten in der Stadt.

Die Ergebnisse der rund dreistündigen Stadtrallye zeigten, dass die Teams viel Spaß an der Rallye hatte. Damit aber nicht genug, denn der Tag war noch lang. Zurück an der THW-Bundesschule in Neuhausen ging es mit einem gemeinsamen Grillabend weiter, bevor in kleinen Runden noch verschiedene Spiele in den Räumen der Schule gespielt wurden.

Text und Bilder: Marcel Edelmann

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Blick hinter die Kulissen: Hauptwerkstatt der Stuttgarter Straßenbahnen

12. April 2017 - Am frühen Morgen des Dienstags ging es für die Teilnehmenden der Jugendakademie 2017 (JA! 2017) zum Werksgelände der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) in die Landeshauptstadt Stuttgart.

Nach einer kurzen Begrüßung in Stuttgart-Möhringen starteten die Jugendlichen in zwei Gruppen zu einer Führung. Sie lernten die verschiedenen Bereiche des Betriebes kennen, so zum Beispiel die Waschanlage für Bahnen, die Wartungshallen, den Fahrsimulator sowie die Werkstatt-Halle.

Der Fuhrpark der SSB besteht aktuell aus etwa 200 Straßenbahnen sowie 250 Bussen, die zum größten Teil täglich für den öffentlichen Personenverkehr in und rund um Stuttgart eingesetzt werden. Die Lebensdauer der Bahnen, so erzählte Diplom Ingenieur Roland Jauss, der für den Bereich „Schienenfahrzeuge, Technik und Entwicklung“ zuständig ist, beträgt bis zu 50 Jahre und jährlich werden bis zu 120.000 Kilometer zurückgelegt.

Die Teilnehmenden erhielten während der zweistündigen Führung Einblicke in verschiedene Bereiche: In der Werkstatt-Halle sahen sie wie Fahrzeuge nach Verkehrsunfällen aussehen und wie diese durch die Beschäftigten in mühevoller Handarbeit wieder repariert werden. Eine der Hauptaufgaben der Werkstatt ist die regelmäßige Kontrolle der Fahrzeuge, dazu zählt auch die Reinigung der Bahnen und Bussen. Qualität steht im Betrieb an oberster Stelle, denn diese sichert den Schutz der beförderten Personen. „Straßenbahnen können mehrere 10.000 Einzelteile haben, die auch wieder alle an die richtige Stelle müssen“, verdeutlichte Jauss anhand eines mehr als 30 Jahre alten Fahrzeugs, das komplett wieder neu aufgebaut wird.

Den Kontakt zu den Stuttgarter Straßenbahnen hatte Patrick Holuba, Ausbildungsbeauftragter des THW-Ortsverbands Stuttgart, hergestellt. Kurzfristig hatte er die Führung für die Teilnehmenden der JA! 2017 organisiert.

Text und Bilder: Marcel Edelmann

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Nachhaltige Reise nach Sauhagalan – Start der Jugendakademie 2017

10. April 2017 - Wer das erste Mal in ein fremdes Land reist weiß, dass häufig unerwartete Dinge passieren. Erst recht dann, wenn eine große Gruppe an Jugendlichen in das fiktive Land „Sauhagalan“ reist. Diese Erfahrung machten die 48 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die seit Samstag, 8. April 2017, die Jugendakademie 2017 von THW-Jugend und THW-Bundesschule in Neuhausen besuchen. Eine Woche lang lernen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Seminaren, Workshops sowie bei der Reise nach „Sauhagalan“, sich auf andere Kulturen einzustellen, rücksichtsvollen Umgang mit der Natur und sich selbst zu organisieren. Außerdem werden passend zum Motto „Deine Welt – meine Welt – unsere Welt“ die digitale Welt beleuchtet und die Kommunikationsfähigkeiten geschult.

Am Sonntagmorgen um kurz vor sieben wurden die Teilnehmenden unsanft aus dem Schlaf gerissen – Feueralarm! Alle sammelten sich im großen Lehrsaal. Dort erhielten die Jugendlichen kurz darauf ihren Auftrag für die Reise nach „Sauhagalan“. Es ging direkt nach einem stärkenden Frühstück per Bus los zur Einreise in das Nachbarland. Bereits an der Grenze stießen die Jugendlichen auf die ersten Hindernisse. Der Schutz der Natur und ein sorgsamer Umgang mit ihr stehen in dem Land im Vordergrund, sodass viele Gegenstände aus Kunststoff oder auch Smartphones, die gegen die Richtlinien verstießen, vom Zoll eingesammelt wurden.

Nachdem die Jugendlichen in drei Gruppen zeitversetzt am Zeltplatz angekommen waren, trafen sie auf den „Hüter des Waldes“, der sehr dankbar über die Ankunft der Gäste war. Aber schnell war klar: nichts ist wie daheim! „Hier sind wir auf uns selbst gestellt“, bemerkte ein Jugendlicher. Vor Ort musste Wissen in Form von Bauplänen für verschiedene Nistkästen beim „Hüter des Wissens“ erfragt werden. Lebensmittel erhielten sie durch Tausch vom „Hüter der Rohstoffe“. Aufgrund der anstehenden Aufgaben bildeten sich mehrere Gruppen: Aufbau des Zeltlagers, Beschaffung von Baumaterialien für vier Arten von Nistkästen, Recherche über die Bestandteile und Herstellung der eigenen Bekleidung sowie natürlich das Organisieren der Lebensmittel für zwei Tage.

Die Teilnehmenden lernten, dass die Orientierung im Wald auch ohne Smartphone oder GPS-Gerät nur anhand einer gezeichneten Karte funktionieren kann. Nach ersten Startschwierigkeiten trafen alle auch an den jeweiligen Zielorten ein und erhielten dort die notwendigen Infos und Rohstoffe.

Am Mittag besuchten zwei Mitglieder des Naturschutzbundes (NABU Kreisverband Esslingen) das Camp der Jugendlichen. Mit ihrem Fachwissen unterstützten die Expertinnen den Bau der Igelhäuser, Fledermauskästen, Schwalbennester und Wildbienenhotels.

Am späten Nachmittag waren dann alle Lebensmittel, Baumaterialien und die Camp-Ausstattung am Zeltplatz angekommen. Eine Gruppe kümmerte sich nun um die Verpflegung der Gruppe während die anderen weiter fleißig am Zusammenbauen der Nisthilfen arbeiteten. Auch das Holz für das Lagerfeuer suchten sich die Jugendlichen selbst zusammen. Am Abend fand dann eine lange, geführte Nachtwanderung durch den Wald von Neuhausen statt - ganz ohne Licht, um mit allen Sinnen möglichst viel von der Natur mitzubekommen.

Text: Marcel Edelmann und Michael Kretz
Bilder: Marcel Edelmann

Naturschutzbund Kreisverband Esslingen

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