30.07.14 - Katastrophenschutz auf russische Art - @disaster 2014

Internationale Jugendarbeit im Zeichen des Katastrophenschutzes bereitet die jungen Retter oft auf das Zusammenwirken nach großen Unglücksfällen vor. Im Rahmen eines Fachkräfteaustausches unter Jugendbetreuern reisten neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer der THW-Jugend vom 13. bis 20. Juli nach Moskau, um mit den Kolleginnen und Kollegen des „Russian Student Corps of Rescuers“ (RSCOR) gemeinsam entsprechende Themenkataloge zu bearbeiten. Unter dem Titel „@disaster 2014“ erarbeiteten sie schlussendlich gemeinsam Methoden zu fachtechnischen Trainings während Jugendbegegnungen.

Vor der Abreise waren alle Teilnehmenden zu einem Briefing in die Unterkunft des Ortsverbandes Frankfurt eingeladen. Hier gab es für die Reisenden vom stellvertretenden Bundesjugendleiter Ingo Henke eine allgemeine Einführung in das Thema der internationalen Jugendarbeit aber auch zu „Land & Leute“ in Russland. Nils Nettelnstrot, Mitglied des Team International, welcher die Delegation als Teamleiter anführte, erläuterte die Zielstellung des Austausches. Nachdem zahlreiche Fragen beantwortet waren, sprachen alle noch lange darüber, was sie denn in Russland alles erwarten würde. So war die erstmal letzte Nacht in Deutschland entsprechend kurz, denn bereits um acht Uhr ging es zum Flughafen und von dort mit einem Aeroflot-Airbus nach Moskau. Am Flughafen Sheremetjewo wurden die Delegation der THW-Jugend bereits von den russischen Kolleginnen und Kollegen herzlich begrüßt. Nach einer Busfahrt vom Flughafen zur Unterkunft der Katastrophenschützer klang der Abend bei einem gemeinsamen Abendessen und dem ersten Kennenlernen aus.

Da auch in Russland die Zusammenarbeit im Team eine sehr wichtige Rolle spielt, lernten sich Russen und Deutsche zu Beginn des Fachkräfteaustausches in gemischten Gruppen besser kennen und stärkten bei einem Teambuilding-Seminar ihr Vertrauen zueinander. Bemerkenswert war, dass alle trotz sprachlicher Barrieren auf Anhieb die Aufgaben lösen konnten.

Neben der pädagogischen Schulung bildete das fachtechnische Training den Schwerpunkt des Projektes. Hier trainierte die deutsche Delegation, wie man sich von einem Gebäude abseilt und übte die Brandbekämpfung in einem Rohrsystem sowie die richtige Vorgehensweise bei einem Verkehrsunfall. Dabei hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich über die unterschiedlichen Techniken in den beiden Ländern auszutauschen und somit von der jeweils anderen Organisation zu lernen. Bei der Abschlussübung stellten russische und deutsche Helferinnen und Helfer in gemischten Teams unter Beweis, dass sie das neue Wissen in der Praxis fachgerecht anwenden können. Die gemachten persönlichen Erfahrungen aus den praxisnahen Trainings wurden anschließend unter dem Gedanken der methodischen und didaktischen Umsetzung während internationaler Jugendbegegnungen in der Gruppe zusammengefasst.

Bei einer Stadtführung durch die Metropole Moskau sowie beim Kulturprogramm bekamen die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer abseits der pädagogischen Themen einen schönen Einblick in die russische Kultur und Lebensweise. Besonders beeindruckend war der Ausflug zur Moskauer Wasserwacht, welche für die deutsche Delegation mit einer großen Schauübung ihre Fähigkeiten demonstrierte.

Der Fachkräfteaustausch wurde ebenfalls genutzt, damit interessierte Jugendgruppen der THW-Jugend, die sich die Teilnahme an einem langfristigen Jugendaustausch mit einer russischen Partnergruppe vorstellen können, erste Kontakte knüpfen konnten. Falls auch du und deine Jugendgruppe Interesse am Jugendaustausch haben, könnt ihr auf der THW-Jugend-Website unter der Rubrik „Team International“ Details über Partnerländer und Veranstaltungen erfahren.

Moritz Geppert